Der Duft von Tinte

Das Montblanc Meisterstück

"Also, wenn ich für eine Frau ein Kuvert in die Hand nehme, dann hat das etwas zu bedeuten," sagte neulich ein Freund. Was würde es wohl bedeuten, wenn dieser gar einen Füllfederhalter in die Hand nehmen würde? Ernstes Interesse, größtmögliche Aufmerksamkeit? Das Gefühl haben wir auch, wenn wir Umschläge von Luxusunternehmen bekommen, auf denen in schönster Kaligraphie-Schrift unsere Redaktionsadresse steht.
Für gewöhnlich geht man bei derlei Tintenschwung davon aus, dass sich der Absender in Ruhe hingesetzt hatte, seine Worte wohl wählte und einen Stift aus schwarzem Edelharz mit vergoldeten Details und einer handgefertigten Goldfeder dabei in der Hand hielt – das Montblanc Meisterstück ist unter den Schreibgeräten so etwas, wie der Trenchcoat von Burberry unter den Mänteln. Die Geschichte geht auf den deutschen Füllfederhalterproduzenten und Ingenieur August Eberstein zurück, der 1906 damit begann seine Schreibgeräte an Händler in Berlin und Hamburg zu verkaufen. Noch heute ist der Stammsitz in Hamburg. Seit 1924 ziert das Firmenlogo, die weiße, schneebedeckte Bergkuppe des Mont Blancs, die Produkte. Das erste Produkt war damals das "Montblanc Meisterstück 149".
Montblanc Meisterstück 149 in Rotgold
Isa verwendet ihr Meisterstück als "Solitaire Tribute to the Mont Blanc Classique Rollerball. "Wenn ich könnte, würde ich nur noch solche Schreibgeräte haben," sagt sie. Er sei schön schwer und dadurch griffig, was ich bestätigen kann. Sie verwendet das kostspielige Schreibgerät für das Notieren "besonders freudiger Ereignisse" oder zum Unterschreiben wichtiger Dokumente.
Der Füllfederhalter eignet sich auch hervorragend für Interviews, denn mit ihm erweist man seinem Gegenüber Respekt und der genommenen Zeit etwas Verantwortungsvolles. Notizen gehen nicht so leicht verloren, wie z.B. Aufnahmen auf einem Smartphone oder Diktiergerät. Und die Montblanc-Tinte hat eine vergleichsweise niedrige Oberflächenspannung, was für ein leichteres "Anschreibeverhalten" sorgt. Bedeutet: man muss nicht lange testkritzeln bis die Tinte fließt, sondern kann dem Redefluss sofort folgen. (Bilder und Shoppinglinks zu den Tinten ganz unten)
Mode-Illustratorin Megan Hess verwendet ebenfalls Montblanc-Tinte für ihre Modezeichnungen. Wir kennen ihren Duktus aus Vanity Fair oder dem Buch "Sex and The City" von Candace Bushnell. Hess zeichnet auch für die Modemarken Balenciaga, Balmain, Chanel und Fendi. Als wir mit ihr darüber sprachen, verriet sie uns, dass sie ihren extra angefertigten Füllfederhalter von Montblanc "Monty" nennt. Sie verwendet seinen Federstrich für sämtliche Akzent-Linien in ihren Illustrationen.
 
Und, weil Damen mit Geschmack ihren Montblanc-Stift gern bei sich tragen, ergeben sich praktische Angewohnheiten. So klemmt BUNTE-Redakteurin Inka Marnette ihr Grace Kelly-Modell von Montblanc beispielsweise gern an ihre aktuelle Handtasche – ein Bild, das jedem im Burda-Verlag bekannt sein dürfte und Journalistin und Luxury Consultant Uschka Pittroff steckt sich mit ihrem Füllfederhalter seit Jahren ihre prachtvollen, langen Haare hoch – auch diese Bewegung ist der Branche längst bekannt.
Montblanc Meisterstück Uschka Pittroff Inka Marnette Dutt Céline Modepilot
Uschka Pittroffs Dutt (links) und Inka Marnettes Céline bag (rechts)
Montblanc Tinten: Zum Nachfüllen des Füllfederhalters bietet die Marke alle Farben an, die man sich wünschen kann: "Navy Blue", "Royal Blue", Twilight Blue", "Permanent Grey", "Pink Ink", "Corn Poppy Red", "Burgundy Red", "Palm Green", "Irish Green", "Permanent Black", "Mystery Black", "Toffee Brown", "Lavender Purple", u.v.m.
Montblan Tinten Tinte Modepilot
Tinten von Montblanc (v.l.n.r.): Mystery Black, Palm Green, Pink ink und Twilight Blue
Photo Credit: Megan Hess, Montblanc

Kommentare

  • Mario Bertulli sagt:

    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel