Vogue macht's wie Brigitte

...also, jetzt nicht ganz genau wie die Brigitte mit "Normalos" als Models, aber die deutsche Vogue hat verkündet, nicht mehr mit sogenannten Magermodels arbeiten zu wollen, und es werde jetzt immer geprüft, ob die Mädels schon über 16 sind. Das wiederum freut die Macher der Brigitte und die schickten jetzt eine Pressemitteilung raus, in der heißt es: „Das ist ein wichtiges Signal für die Frauen und ein wichtiger Appell an die Modebranche. Gerade wir Medien tragen eine nicht zu unterschätzende Verantwortung, wenn es um die Verbreitung und Manifestierung von Schönheitsidealen geht.“
Ich lass' das jetzt einfach mal so stehen. Ich kann nur aus Erfahrung sagen: In der Modebranche selbst interessiert das niemanden so wirklich. Und das meine ich nicht zynisch. Sondern es ist leider so. Aber netter Versuch.
Foto: Vogue, Mai 2012
Photo Credit: false

Kommentare

  • parisoffice sagt:

    Hier muss ich das noch mal konkretisieren, denn bei den Magermodels handelt es sich per defintionem der Voguies «Gesundheitsinitiative» um "nicht-essgestörten Models - zumindest «nicht wissentlich» essgestört". Also Models, "die, objektiv betrachtet, gesund sind und dazu beitragen, ein gesundes Körperbild zu fördern". Ich sage dazu nur: Alles Auslegungssache.

    Und zur Brigitte: Ich las mal irgendwo, dass eine Bloggerin schrieb, dass es nur noch frustierender ist, nun uni-diplomierte Superfrauen, erfolgreich, schön, schlank UND schlau auf dem Titel zu sehen als dünne, blutjunge Models. Und das stimmt. Mir ist das auch zuviel. Nun kommt man sich noch doofer vor. Früher konnte man sich daraus hinausreden, dass man ein bisschen Grips im Kopf hat und ein Kind und einen Fulltime-Job....


  • Isabel sagt:

    Leider werden Laufstegmodels und co. niemals ihre Größe 32 ablegen (wie Lagerfeld ja auch immer beteuert...). Zwar macht Vogue einen ersten Schritt in die richtige Richtung, aber bringen wird es in der Modewelt nicht viel...
  • käthe sagt:

    das ist ja schön und gut: dass die vogue jetzt nur noch mit "erwachsenen" normal-dürren Mädels arbeiten will. Aber das Problem ist doch, dass durch die digitale Verarbeitung und "Verhübschung" der Bilder (egal ob Mager-Model oder Brigitte-Model) dennoch Maßstäbe gesetzt werden, die von keiner Frau dieser Erde erfüllt werden können...
  • Dario sagt:

    das Cover oben ist von der aktuellen Vogue Ausgabe und ich glaube, dass es selten ein schlechteres gab. Das Gesicht von dem Model ist einfach ihhh.
  • Kathrin sagt:

    Danke an alle Vorposter- besonders parisoffice: Ich finde die Brigitte langweilig, bin aber häufig mit Klienten in Arztpraxen und ich finde sie jetzt noch schlimmer, seitdem solche Hey-ich-bin-im-Job-erfolgreich-und-hab-nen-Superkörper-Frauen abgebildet werden ist es noch um den Punkt Abscheu erweitert. Das Vogue-Cover ist wirklich schon hübscher gewesen. Digitales Aufhübschen macht teilweise Fotos kaputt und ich glaube ebenso, dass auf den Laufstegen trotzdem Teenies weiterlaufen werden. Ich bin wahrscheinlich die Letzte hier bei den Modepilotleserinnen, die einem Ideal entspricht- aber für mich gehören der Wirklichkeit entrückte Models zur Mode dazu. Und ich glaube, damit müssen wir uns leider abfinden- es gibt sie nunmal, diese Mädchen und Frauen, die diese Jobs machen können, auch wenn wir nie dazu gehören werden.
  • StephKat sagt:

    Ich habe die Brigitte seit Jahren nicht mehr angerĂĽhrt, weil ich die Mode darin fĂĽrchterlich bieder finde. Das passt auch zum "No Models" Konzept. Deshalb kann ich dazu nichts sagen. Niemand, der sich wirklich fĂĽr Mode interessiert, liest deshalb die Brigitte, oder?
    Diese ganze Diskussion um Magermodels wird ohnehin nichts ändern, wenn ich das richtig verstehe. Und ich finde das nicht wirklich problematisch. Ich war selbst einmal magersüchtig und kann aus Erfahrung sagen: Niemand wird allein deshalb magersüchtig, weil in der Vogue oder sonstwo magere Models abgebildet sind. Magersucht ist eine zwanghafte Störung und hat mit zu hohem Druck und mit Erwartungen zu tun, die man nicht erfüllen kann. Unter Anderem.
    Ich schaue mir gerne schöne Bilder an und Klamotten sehen nun mal schöner an dünnen (nicht: mageren!) Frauen aus. Wenn es mir zu extrem wird, blättere ich um und empfinde Mitleid für das Mädchen, das sich so etwas antut. Ändern wird sich dadurch allerdings nichts.
  • borderlinepatrol sagt:

    Ich finde die Initiative trotz allem nicht schlecht. Aber bitte keine Brigitte-Manieren...