Es ist nicht alles Tiffany, was glänzt

So, da wär' ich auch mal wieder. Nach einem kapitalen Shoppingmarathon in den letzten Wochen habe ich einiges zu verarzten. Zum Beispiel dieses Kleinod. War ja angekündigt, dass ein Funkelstein mit Silberarmband von Tiffany & Co. hermusste. Sind dann drei Steine an der Platinschnur geworden. Aber das nur am Rande.

Grundsätzlich eine lohnenswerte Anschaffung, nur dass das damit verbundene Einkaufserlebnis eher mittelmäßig war (Diamant mit Einschüssen sozusagen). Das fing schon damit an, dass es drei Anläufe brauchte, überhaupt in den Laden zu gelangen. Bei Tiffany in Mailand versuche ich es schon gar nicht mehr, da steht man samstags immer in der Schlange (Hä? Krise?). Dann also samstags in Frankfurt, meinem Exil. Beim ersten Versuch war ich um halb fünf in der Goethestraße - aber Tiffany schließt um 16 Uhr.

Ja, geht's noch??? Ich bin eine hart arbeitende Karrierefrau - ich geh doch nicht am Samstag, bei mir der einzige Tag zum Ausschlafen, um zehn Uhr morgens zum Juwelier Klunker kaufen, so wie andere auf den Markt für Gemüse.

Gut. 2. Samstag in Folge - ich wurde um 15.50 Uhr vorstellig. Da wurde ich nicht mehr rein gelassen, weil es drinnen zu voll sei (sagte der Türsteher) und ich bis 16 Uhr ja nicht wieder fertig wäre (der kennt mich aber schlecht, hehe). Und das hätte ich jetzt gerne mal grundsätzlich geklärt: Wenn die ÖFFNUNGSZEIT bis 16 Uhr läuft, heißt das für mich, dass sich die dämliche Panzerglastür bis 16 Uhr zu ÖFFNEN hat. Wie die dann alle da drin abfertigen, ist ja deren Problem. Und meins dann wohl auch, weil ich ja nun nicht reingelassen wurde.

3. Samstag. Strömender Regen. Milanoffice mit Schirm unterwegs, Ankunft vorm Laden 15.45 Uhr. Ich sehe, dass es drinnen leer ist, der Tür-Rambo öffnet sogar - und anstatt mir mal den triefenden Schirm abzunehmen, meint der Security-MENSCH auf meine Frage nach dem Schirmständer ganz dreist: "Ham wir nicht." Ich: Und jetzt wohin mit dem Ding? Hier auf die Erde, oder was?" Er: "Ja, ok, aber achten Sie drauf, dass die Tapete nicht nass wird."

WAS HAST DU GERADE GESAGT, DU NICHTSNUTZIGE KREATUR? AUS MEINEN AUGEN, DU MOLCH ...Das habe ich natürlich nicht gesagt, dafür den Schirm mit aller Wucht gegen die Wand gepfeffert. Kann man mir wohl kaum verübeln. Falls sich einer fragt, warum die Tapete bei Tiffany unten schimmmelt - kommt von meinem Schirm.

Der Rest der Veranstaltung war eines Top-Juweliers auch nicht würdig. Ich war in puncto Armband-Modelle besser informiert als die Verkäuferin, deren Bereitschaft, um kurz nach vier noch diverse Preise raus zu suchen, merklich schwand. Mein klarer Fehler, dass ich das Teil trotzdem gekauft habe. Aber da siegt die Konsumgier.

Nur Spaß macht das nicht so richtig. Und ich möchte an dieser Stelle das Personal von Cartier empfehlen, wo ich schon diverse Male 1a und extrem freundlich bedient wurde - egal zu welcher Tageszeit.

Foto: Milanoffice/Modepilot

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

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