Oktober 2023: In the mood for...

Im Oktober ist der Spaß endgültig vorbei. Sogar das Oktoberfest endet schon am Dritten. Das Einzige, was uns jetzt noch fröhlich stimmen kann, sind schöne Dinge, die bleiben. Denn anders als der Sommer und Fast Fashion gibt es glücklicherweise noch Verlässliches. Dazu zählen ein Spray, das uns die von der Sonne geküsste Haut erhält; Schuhe, die seit 100 Jahren nicht aus der Mode kommen (gerade wieder einem Höhepunkt zusteuern!); und zwei (Refill-)Parfumkonzepte, die ihresgleichen suchen.

Oktober-Lieblinge 2023

Modepilot Dries Van Noten, Frühjahr/Sommer 2024 Penhaligons Mr Thompson
Oktoberlieblinge und ein Look von der Pariser Modewoche von Dries Van Noten für Frühjahr/Sommer 2024

Beim Leisten bleiben

Penny Loafer, also Collegeschuhe mit Stegbrücke überm Rist, in welcher man einen Penny verstauen könnte, sind seit vergangenem Herbst wieder auf dem Vormarsch − vom Laufsteg auf die Straße. Und in der modisch spannendsten Stadt der Welt, Antwerpen, trägt gerade jede und jeder Penny Loafer. Interessant dabei: Obwohl es von Chloé, Prada, Loewe & Co. die tollsten Loafer gibt (oben im Bild ist ein Tassel Loafer von Fratelli Rossetti), setzen in der belgischen Modemetropole Passanten und Designerboutiquen auf den erschwinglichen Klassiker.
Penny Loafer Original Modepilot Weejuns Penhaligons Mr Thompson
Weejuns − Der Original Penny Loafer von G.H. Bass
Tatsächlich habe ich auch gute Erfahrungen mit den Weejuns von G.H. Bass gemacht. Das 1936 in den USA erfundene Penny Loafer-Original wird mit jedem Tragen besser. Irgendwann passt sich der genähte Lederschuh dem Fuß dermaßen gut an, dass man nie wieder einen anderen Schuh tragen möchte.

Schenk nach!

Nachfüllflasche Dries Van Noten Parfum Trichter
200ml-Nachfüllflasche von Dries Van Noten mit Trichter und neuem Verschluss
Eineinhalb Jahre ist es schon wieder her, seitdem Dries Van Noten seine Parfum- und Make-up-Linie launchte. Bei dem einen oder anderen dürfte der schöne 100-Milliliter-Glasflakon daher dem Ende zugehen. Wie schön, dass man ihn einfach wieder auffüllen kann. Und zwar geschieht das mit einer 200-Milliliter-Glasflasche, die mit einem kleinen Trichter geliefert wird und eingewickelt ist in zweierlei farbigem Seidenpapier − passend zum Lieblingsduft. Wer sein Eau de Parfum noch nicht gefunden hat, dem empfehle ich die so genannten „Discovery Sets“, z.B. alle zehn Düfte à zwei Milliliter für 60 Euro: driesvannoten.com/en-eu/collections/discovery-set. Mein Favorit ist das Travel-Set. In einem Wickeltäschchen aus Dries Van Noten-Archivstoff − Man kann zwischen Senfgelb und diesem Blumenmeer wählen ­− befinden sich drei Zerstäuber à 10 Milliliter, deren Inhalt man selbst bestimmen kann. In meinem Fall: zweimal Fleur Du Mal und einmal Neon Garden. Wobei ein Fläschchen für eine vierwöchige Reise ausreicht.
Dries Van Noten Parfum Reisegroesse Modepilot
Travel Set von Dries Van Noten mit drei Zerstäubern à je 10ml − auf Wunsch befüllbar

Der Elefant im Raum

Apropos Parfumkonzepte zum Verlieben. Bei den Portraits-Düften von Penhaligon's („How terribly modern” >>>) gibt es einen neuen Charakter. Zum ersten Mal gehört eine Figur dieser Parfumreihe nicht der britischen Oberschicht, sondern dem Personal an. Penhaligons Mr Thompson, genauer: der allwissende Mr Thompson, ist Butler, diskret, ein Spionage-Ass und hat ein Gedächtnis wie ein Elefant. Mit seinem Spionagesinn sieht er Familiendramen aufkeimen, noch vor jedem anderen; ist ein Meister der Entschlüsselung von gesellschaftlichen Codes. Was in der feinen, britischen Gesellschaft ein besonders bemerkenswerte Fähigkeit ist. Seine Präsenz ist daher von immenser Bedeutung, auch wenn sie natürlich nur unterschwellig wahrnehmbar ist. Das Parfumhaus beschreibt es so: „Ein Duft aus wenigen, gut gewählten Wörtern.“
Penhaligons Mr Thompson
Penhaligons Mr Thompson ist das erste Parfum, dessen Figur nicht der britischen Oberschicht angehört. Hier geht es zu allen Charakteren >>>
In olfaktorischen Inhaltsstoffen heißt das: Iriswurzel (die teuerste und schwierigste Zutat, laut Parfumeurin Fanny Bal, die im Übrigen auch 'Neon Garden' für Dries Van Noten entwickelte), Vanille und Sesammilch. Es ist ein weicher, warmer, süchtig machender Duft, der sich sanft um Polstermöbel und Haar legt, nicht aufdringlich, aber allgegenwärtig. Und man ertappt sich dabei, kurz die Augen zu schließen, den Kopf zur Seite zu neigen, einzuatmen und zu lächeln.
Wer sich in einem der Düfte und Charaktere wiederfindet (Hier geht es zur Parfum-Familie >>>), kann sich den Duft risikofrei bestellen, denn er wird samt passender Duftprobe verschickt. So kann man den Duft erst einmal an sich testen, bevor man den großen, schön und aufwendig verpackten Parfumflakon öffnet. Übrigens lassen sich die Flakons ebenfalls nachfüllen und zwar in den Penhaligon's Stores. Dann kosten die 75 Milliliter 20 Prozent weniger.

Teintmeister

Von wegen Frühjahrs-, Sommer- oder Herbsttyp: Mit diesem Selbstbräunungsspray steht mir jede Farbe! Im Ernst, das 'Gradual Tan Mist' von James Read ist meine neue Geheimwaffe gegen einen fahl wirkenden Teint. Plötzlich steht mir jeder meiner Pullover. Zwar riecht auch dieser Selbstbräuner, wie jeder andere auch, nach ein paar Stunden etwas muffelig, aber dafür duftet er anfangs herrlich und ist der leichteste und erfrischendste unter ihnen. Kein Geschmiere, keine gelben Handinnenflächen. Das Wasser ist angereichert mit Hamamelis, Damaszener Rosenwasser und Glycerin. Also versorgt es die Haut auch noch mit Feuchtigkeit.
Bräunungsspray James Read Modepilot
Selbstbräunungsspray, das mich durch den Herbst und Winter rettet, und die Haut mit Feuchtigkeit versorgt, z.B. über Niche Beauty >>>
Nur Vorsicht! Das 'gradual', das für ein allmähliches Bräunen steht, ist gar nicht so graduell. Das Bräunen setzt sehr schnell ein. Daher würde ich schon beim ersten Aufsprühen etwas von dem Wasser zwischen Augenbrauen, unter den Augen und unter der Nase abzutupfen. Dann sieht das Bräunungsergebnis perfekt aus.
Photo Credit: Catwalkpictures, Collage: Modepilot, G.H. Bass, Dries Van Noten, Penhaligon's, James Read
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

Kommentare

  • efz sagt:

    Nach einer schlecht begründbaren Auszeit habe ich wieder einmal Modepilot angeklickt und gelesen. Wirklich in jeder Hinsicht inspirierend! Danke! Habe sogar wieder - nach jahrelanger Verweigerung - die Lust verspürt, mich zu "beduften".....Habe ja eine ziemlich große Auswahl - unbenutzt - zur Verfügung. Danke für die gute Laune erweckende Zeilen!
  • Roc sagt:

    Ich habe kürzlich das Parfüm Mr. Thompson von Penhaligons ausprobiert und war sehr beeindruckt. Es hat einen so frischen und maskulinen Duft, der perfekt für den Herbst ist. Ich liebe besonders die Noten von Bergamotte, Zedernholz und Vetiver. Sie bilden eine einzigartige und unvergessliche Kombination.