Mismatch: Rechts-Links-Stärke

"Mismatch", nennt man den Trend im angloamerikanischen Sprachraum, wenn sich der linke Schuh vom rechten unterscheidet – meist durch unterschiedliche Farbigkeit. Und das ist jetzt cool!
Die Rechtsanwältin Amal Alamuddin Clooney machte es im Mai 2014 vor, als sie ein und das gleiche Lackpumps-Modell farbversetzt trug, also am rechten Fuß in Violett mit Absatz und Zierschnalle in Pink und am linken Fuß in Pink mit Absatz und Zierschnalle in Violett. Diese ungleichen Schuhe stammen von Figini. Die Mailänder Schuhmarke bietet auch heute noch zahlreiche Schuhpaare dieser Art an:  jede Saison in neuen Farbgebungen – alle von Hand gefertigt und dabei recht erschwinglich (ab 179 Euro).  Für meinen Geschmack sind sie etwas bieder – siehe alle Modellformen in der Galerie:
 
Von Yuketen gibt es ein ziemlich cooles Herrenmodell namens "Mismatch Chukka". Dieses ist europaweit ausverkauft – zumindest in den Onlineshops. Lediglich in einem japanischen Onlineshop (www.fivestar.ne.jp) fand ich noch verfügbare Größen.
 
Eine etwas kostspieligere Variante ist der Kauf von zwei Paar Schuhen (gleiches Modell, zwei Farben) und diese zu mixen. Männern dürfte das leichter fallen: Haben diese sich einmal für ein Schuhmodell entschieden, wird dieses gern noch mal und noch einmal gekauft. Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre ("Panikherz") findet es cool, unterschiedliche Schuhe zu tragen. Das war zunächst gar nicht beabsichtigt, sondern einem Rausch zu verdanken.
Ich besitze Klassiker, wie die Buckle-Pumps von Roger Vivier, in unterschiedlichen Farben, aber diese nun zu mischen (z.B. Blau links, Schwarz rechts) erscheint mir gerade unpassend. Das wäre dann so ein "Did you get dressed in the dark, Joss Stone?"-Moment (2008). Da liebäugele ich lieber mit dem Kombinieren von Sandalen. Das ist zeitgemäßer.
Mismatch Schuhtrend Modepilot
Aktuelle Zehensandalen mit unterschiedlich-farbigem Perlenbesatz von Sam Edelman, je circa 85 Euro, z.B. über net-a-porter.com

Zehensandalen von Sam Edelman im Onlineshop für einen fröhlichen Mismatch

Das sind übrigens die liebsten Sommersandalen von Isa: "Ich habe seit zwei Jahren ein Modell mit Leo-Muster. Sie sind mein Liebling und auf jeder Reise dabei. Und sehen immer noch super aus."
Am schönsten ist das Kombinieren von sehr bunten Modellen. Die Schuhe aus der "Lotus"-Linie von Accessoire-Designerin Paula Cademartori eignen sich hervorragend dafür (siehe Aufmacherbild ganz oben). Es gibt sie als Schläppchen und als Riemchen-Sandalen mit elf Zentimeter-Absätzen oder in der flachen Version – jeweils in unterschiedlichen Farbzusammenstellungen (um 50 Prozent reduziert, über farfetch.com).
Eine andere Lösung, um ein modisch aktuelles Ungleichgewicht zu schaffen, ist das Anstecken von einer Brosche an einem der beiden Schuhe. Wir kennen solche Schuhentwürfe zum Beispiel von dem italienischen Designerlabel N° 21. Das lässt sich ganz leicht selbst konstruieren: Schuhspange kaufen, dran stecken, fertig. Oder eben eine richtige Brosche an einen mit Stoff-bezogenen Schuh pinnen. Vor allem für eine festliche Abendveranstaltung behalte ich mir diese Idee im Hinterkopf.
Numero 21 Modepilot Brosche Mules Modepilot
Satin-Mules von N° 21 mit einer Brosche in Affen- oder Katzenform, über harrods.com
Photo Credit: Farfetch.com, Figini, Fivestar.ne.jp
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

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