Modepilot testet: Mini-Kollektion von Boden

Beim Kauf von Kindermode gilt es abzuwägen:
1. Die Kleinen wachsen in Sekundenschnelle heraus.
2. Die Sachen werden in der kurzen Zeit einem Crash-Test unterzogen.
3. Spätestens ab Vorschulalter muss es auch noch cool und schick sein.
4. Kindersachen m√ľssen allerhand Schnickschnack haben, wie gr√∂√üenverstellbare Kapuzen, Rei√üverschl√ľsse mit Bendel zum Leichter-Hochziehen, Taschen an allen Ecken f√ľr Murmeln, Steine, wertvolle Zeichnungen...
In wenigen Worten ausgedr√ľckt:¬† Mamas suchen bei Kindermode die eierlegende Wollmichsau.¬† Oder im Wirtschafts-Blabla ausgedr√ľckt: Das Preis-Leistungsverh√§ltnis muss stimmen.
Meistens schaffen es nur die echten Kinderhersteller, alles unter einen Hut zu bekommen.¬† Inzwischen z√§hlen zu den √ľblichen Verd√§chtigen wie Sanetta, Petit Bateau, Reima, Cyrillus, Vertbaudet auch H&M, Zara und C&A, die meist das Angebot preislich nach unten abrunden.¬† Wir jedoch haben jetzt einen anderen Mitbewerber getestet. Aus England. Der seit einigen Jahren bereits auf dem deutschen Markt vertreten, aber noch vielen unbekannt ist: Boden.
Modepilot testet: Kindermode von Boden
Der Versand- und inzwischen auch Online-H√§ndler aus London bietet Kindermode von der Geburt bis zu 16 Jahren an. Es gibt eine Kollektion f√ľr Babys und Neugeborene, eine f√ľr Kleinkinder von 1,5 Jahren bis zum Schulalter von 12 Jahren sowie eine Kollektion f√ľr 9 bis 16-J√§hrige namens Johnnie B.
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Im Modepilot-Test haben wir uns auf Mini Boden, also die  Altersgruppen von 1,5 bis 12 Jahre, konzentriert.  Los geht's:

Design

Wir fangen gleich mal mit dem Design an, denn wenn's nicht schön ist, braucht man nicht mehr weiter zu testen. Hierzu lasse ich einfach Bilder sprechen:

Qualität / Details

Diese Jungssachen hat Barbara als Mamaoffice und Kindermode-Beauftragte getestet. Babyoffice, inzwischen 5 Jahre alt und diese Woche eingeschult, hat die Sachen bereits als "tragbar und cool" eingestuft.
Der geneigte Leser wei√ü: Mit der Qualit√§t sind wir etepetete. Als Barbara die Sachen aus dem Seidenpapier entpackt hatte, war sie positiv √ľberrascht:
Das T-Shirt ist dick und weich (100% Baumwolle). Das Motiv ist draufgenäht und aus Stoff, nicht aus dieser klebrigen Druckfolie, mit der meistens Spiderman-Motive auf Kindershirts geplotted werden und  Shirts steif machen. Der Pulli aus 100% Baumwolle ist ohne Fadenknötchen (Was man immer gerne mal bei den H&M Pullis hat, wo ein Faden an den anderen geknotet ist.), das Gestricke ist gleichmäßig und von Qualität. Die Jeans kommt eingerollt und mit einem Band umwickelt an. Das schaut schon mal schön aus. Sie hat den unerlässlichen Gummizug am Innen-Bund (Kinderhosen ohne das Gummiband kann man eh vergessen!) und sogar am Innenbein eine schöne Schmucknaht, die beim anfänglichen Hochkrempeln (Die Hose muss ja mitwachsen!) dekorativ aussieht.
Kommen wir zu Barbara Lieblingsteil: Der 3-in-1-Schlechtwetter-Parka ist wasserabweisend (100% Polyamid), das gelbe Fliesfutter ist herausnehmbar und kann separat als Fleecejacke genutzt werden. Der Mantel ohne Futter eignet sich als Regen- oder √úbergangsmantel (Das 100% Baumwolle Camouflage-Futter gibt einen zus√§tzlichen Kick, den kleine Jungen lieben.).¬† Der Rei√üverschluss ist verdeckt von einer Druckknopfleiste (wichtig!!), die Seitentaschen sind mit Klappen versehen (auch wichtig!), die √Ąrmelenden k√∂nnen durch einen Druckknopf verengt werden (ebenfalls wichtig!). Sehr schlau ist auch die Verankerung der Fleece-Jacke im Inneren gel√∂st, mit H√§cken und Kn√∂pfen hier und da, damit das w√§rmende Zusatzfutter nicht durch die Gegend rutscht.
Wichtig zu wissen: Boden schneidert sehr gro√ü und eher weit. Die T-Shirts und Pullis liegen rund eine Kindergr√∂√üe √ľber dem Standard. Beim Parka und den Hosen f√§llt der Unterschied geringer aus.

Preise / Lieferung

Die Preise bewegen sich im g√ľnstigeren Mittelfeld. Mini Boden ist rund 30 bis 40% teuerer als Zara, aber auch gut 30 bis 40% billiger als Cyrillus oder die Kinderkollektion von Marc O'Polo.¬† Hier mal ein paar Beispiele:¬† Ein Langarm-T-Shirt kostet bei Boden um 20 Euro, eine Jeans um 38 Euro, ein dicker Winterpulli um 45 Euro. Der 3-in-1-Parka um 96 Euro.
Alle Sachen sind in ein Seidenpapier eingeschlagen und wirken sehr edel verpackt.¬† Gegen Schmutz sind sie noch zus√§tzlich durch eine Plastikt√ľte gesch√ľtzt. Die Ware kommt in einer Plastik-Umverpackung an, die ‚Äď obwohl hier Plastik eingesetzt wird ‚Äď dennoch √∂kologisch nicht verkehrt ist: Durch Pappkarton-Verpackungen wird sehr viel Luft durch mangelnde Ausnutzung des Raums transportiert, das ungewollt die √Ėkobilanz aufbl√§ht und verschlechtert. Das ist hier nicht der Fall. Ein weiterer Vorteil: Die "Liefert√ľten" passen bei flexibel zusammenlegbarer Mode in den Briefkasten. Man muss nicht extra zur Post latschen und dort die Kartons abholen.
Die Lieferung kostet bei normaler Lieferzeit von 3 bis 5 Werktagen 4,95 Euro. Auch hier nicken wir, denn Gratislieferungen waren gestern. Das kann niemand heute mehr gutheißen, der ansonsten sozial und politisch korrekt denkt. Das Argument, dass Gratislieferungen auf den Preis drauf geschlagen werden, lässt Barbara nicht gelten. Lieferung ist eine Dienstleistung und muss bezahlt werden.
Die R√ľckgabebedingungen sind fair: 28 Tage. Zur√ľckschicken kann man via des Return-Aufklebers nach England und zur Not auch an eine deutsche DHL Adresse. Die R√ľcksendung ist NICHT umsonst, aber der Umtausch. Vorsicht:¬† Waren, die mit Paypal bezahlt wurden, k√∂nnen nicht umgetauscht werden.

Gibt es da auch was f√ľr Frauen?

Oh ja, gibt es. Auch f√ľr M√§nner. Einen kleinen Einblick ins Damensortiment gibt es hier.
Wir versprechen schon mal, dass wir diese Sachen auch noch testen werden.
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Wer steckt hinter Boden?

Johnnie Boden, ein Absolvent der Eliteschulen Eton und Oxford, war der Meinung, dass es auf "High Street" nicht das gibt, was M√§nner w√ľnschen.¬†In New York hatte er den Versandhandel entdeckt und war begeistert. Zur√ľck in London ging die schlechte Modelaune wieder los. Doch seine Frau Sophie sprach klare Worte. Er solle aufh√∂ren, weiter rumzumosern und es endlich selbst in die Hand nehmen. Ohne Ahnung von der Mode-Branche und noch weniger Budget, aber genug Selbstvertrauen, ging es los: 1991 mit einem handgezeichneten !!! Katalog f√ľr M√§nnermode. Damals gab es acht Produkte. Gezeichnet wurde in Johnnies K√ľche.
Boden setzt heute 230 Mio. englische Pfund um und hat 1,2 Millionen Kunden. Nicht schlecht. 1992 kam die Frauenkollektion dazu, Mini Boden wurde 1996 gegr√ľndet. Johnnie hat selbst drei M√§dchen. Heute werden 90% der Bestellungen online get√§tigt. In Deutschland gibt es Boden seit 2007. Also genau so lange wie es Modepilot gibt. Alle Betriebsst√§tten und auch der Vertrieb sind in England beheimatet. Das Headquarter ist in London.
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Der Grund f√ľr den Erfolg, sieht Johnnies Frau Sophie in der Detailverliebtheit ihres Mannes: "Er ist besessen! Wenn eine Sache nicht bis auf letzte Detail stimmt, wird sie nicht freigegeben." Jedes, aber wirklich jedes Produkt geht durch seine H√§nde. Er sei ein Listen-Freak, sagen seine Mitarbeiter. Trotz des Erfolges ist Johnnie angeblich sehr selbstkritisch geblieben und er hat sich scheinbar seinen britischen Humor erhalten. So steht in den Presseunterlagen zum Beispiel, dass seine Kunden ihm¬† ‚Äď aus welchem Grund auch immer ‚Äď so komische Sachen schicken w√ľrden: Geldb√∂rsen, Haust√ľrschl√ľssel oder TV-Fernbedienungen. Weil er nicht w√ľsste, was er damit anfangen soll, schickt er alles wieder an die Kunden zur√ľck. Das nennt man R√ľckgabe-Service.
Bezeichnend f√ľr seinen F√ľhrungsstil¬† ist auch diese Firmenvorstellung, die man auf der Homepage lesen kann:
Nach f√ľnf Einbr√ľchen, einem B√ľrohund, neun Weihnachtsfeiern, zw√∂lf N√§chten im Lager, vier B√ľroumz√ľgen, einem fallweise deutlichen (aber verst√§ndlichen) Mangel an Humor, ein paar personellen √Ąnderungen (zum Gl√ľck nicht allzu vielen), zwei Spekulanten, sechs Auszeichnungen, ungef√§hr zwanzig ziemlich nervigen Kunden (die meisten davon mit mir verwandt), ein paar Halunken, 520 Riesenpizzen (f√ľr mich bitte mit extra Sardellen), tollem Teamgeist, einer unglaublich toleranten Ehefrau, literweise Schwei√ü und Tr√§nen, aber immer mit viel Spa√ü dabei, wurden wir zu dem, was wir heute sind. Und sind ziemlich stolz darauf.
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Gut zu wissen außerdem:
F√ľr jeden Baum, den Johnnie f√ľr¬†seinen Katalog f√§llt, pflanzt er drei neue. Brav! So geh√∂rt sich das! F√ľr die Angestellten gibt es einen Dachgarten zum Energie-Tanken. Das Call Center besteht aus festangestellten Mitarbeitern, die eine halbe Stunde Smalltalk als Aufw√§rmphase ansehen. OK, wer keine Zeit hat, mailt besser!
Boden ist Mitglied der Ethical Trading Initiative. Alle Lieferanten m√ľssen diese Standards einhalten und werden von externen Kontrolleuren √ľberpr√ľft. Boden arbeitet mit Lieferanten auf der ganzen Welt zusammen: China, Indien, T√ľrkei, Sri Lanka, Vietnam, Rum√§nien, Ungarn, Indonesien, Italien, Thailand, Vietnam, Portugal, Taiwan, Tunesien, Bangladesch, Marokko, Spanien, Italien und dem Vereinigten K√∂nigreich. Zusammen mit TAOS (einer NGO, die menschliche Arbeitsbedingungen durch Seminare und Mentoring f√∂rdert) veranstaltet Boden Ethik-Workshops, mit der NGO Good World Solutions sitzt Boden an der Einf√ľhrung eines Labor-Link-Tools, das anonyme Informationen von Mitarbeitern √ľber deren Arbeitsbedingungen in Echtzeit sammelt. Weitere Informationen √ľber das soziale und umweltgerechte Engagement der Firma findet Ihr hier.
Fazit der Modepilot-Redaktion:
Hier wird sehr viel richtig gemacht! Die Kindersachen sind schön und qualitativ hochwertig. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Wir shoppen!
Photo Credit: Boden

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Kommentare

  • Hilla sagt:

    Toller Bericht, vielen Dank und Gr√ľ√üe.