Modepilot testet: Damenkollektion von Boden

Die Fashionweek ist vorbei und das Outfit, mit dem ich bei den Streetstyle-Fotografen am meisten Erfolg hatte, war ein bunt karierter Wolle-Mohair-Mantel aus der Boden Icon-Kollektion.  Die meisten Fotografen fragten mich nach dem Shoot: „Ist das Dries van Noten?“ „Nein“, antwortete ich, „Boden, ein Online-Shop aus UK.“ Das Ergebnis: Achselzucken und die Bitte, es zu buchstabieren. Vor ein paar Monaten erging es mir nicht anders. Auch ich kannte Boden nicht, bevor ich auf Modepilot die Kinderkollektion des britischen Versandhändlers getestet hatte.  Und ziemlich begeistert war.

 

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Wie damals im Post versprochen, habe ich es bei den Kindern nicht belassen, sondern meinen Test auch auf die Damenkollektion ausgeweitet. Hier ist das Ergebnis:

 

Design:

Boden ist nicht Asos. Johnnie Boden’s Versandhandel und Online-Shop setzt nicht auf schnelle Trends, sondern auf klassische britische Mode. Es ist ein Brit-Style, aber auch ein modischer College-Stil, der sowohl für ganz junge Frauen, wie auch für Frauen ab 35 Jahre und älter vieles bereit hält. Bei den Röcken sind alle Längen vertreten. Die Hosen sind bürotauglich, aber es gibt auch modischere Culottes und sogar schicke Jogging-Pants. Die romantische Seite der Brit-Mode schlägt sich in den Kleidern und Blusen wieder. Bei den Mänteln darf es ruhig auch mal bunter werden. Überhaupt sind die Briten bekannt, ihrem eher traurigen Wetter mit Farbe und Blumenmustern entgegen zu treten. Das macht Spaß – auch für unsere Breiten.

 

Typischer britischer College-Stil

Wollrock um 100 Euro

Kleid aus reiner Spitze um 230 Euro

Wollhosen um 100 Euro

Blusen aus Viksose um 80 Euro

Englischer Landlord-Stil

Brit-Style-Bluse derzeit reduziert

Boyfriend Bluse aus dem Modepilot-Test

 

Qualität / Preis-Leistung

Bei der Kinderkollektion war ich wirklich überrascht von der Qualität und auch bei der Damenkollektion stimmt sie. An zwei Produkten, die Boden zur Verfügung gestellt hatte, habe ich den Test durchgeführt:

 

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Ich teste ein überlanges Boyfriend Hemd. Wie schon bei den Kindersachen hat die Endkontrolle hier ganze Arbeit geleistet: Es stehen keine Fäden ab, die Nähte und Stoffqualität sind korrekt. Die Gewebe ist kein Mischgewebe, sondern 100% Cotton und die Maschinenwaschbarkeit habe ich schon zweimal getestet. Tatsächlich sieht die Bluse nach zweimal Waschen und Bügeln gleich noch besser aus. Das Modell ist hinten länger geschnitten und hat eine Kellerfalte im Rücken, die sehr bequem zu tragen ist.

Wie auch bei den Kindern will ich daran erinnern, dass Boden sehr groß schneidet. Meine Bluse habe ich in M bestellt, ein S hätte dicke gereicht, obwohl ich einen weiten, lässigen Schnitt vor Augen hatte.

Zum Vergleich der Größen will ich kurz dieses Beispiel bringen: Ich bin eine klassische deutsche 36er Größe, trage meine Blusen gerne sehr weit. Bei Zara kaufe ich daher in der Regel immer die größte erhältliche Größe und die ist mir dann meistens in der Körperlänge zu kurz (Ich hasse es, wenn Blusen bei normaler Bewegung ständig aus Rock- und Hosenbund rutschen). Bei Boden bekam ich das genaue Gegenteil: Das zugegebenermaßen überlange Hemd reicht mir bis zu den Knien.

Preis der Bluse: 79 Euro. Damit ist Boden rund doppelt so teuer wie Zara, aber ich bin mit der Qualität zufrieden.

 

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Mein zweiter Testartikel ist eine Tasche. Ich habe extra ein Leder-Accessoires gewählt, denn bei vielen Online-Shops klafft gerade bei diesen Artikeln zwischen Bild und Realität ein großer Graben. Die Chancery Clutch für 89 Euro kam – wie immer bei Boden – perfekt verpackt an. Alle Scharniere und Verschlüsse waren zusätzlich mit Papier umwickelt, um beim Transportversand keine Kratzer zu bekommen. Beim Auspacken verbreitete sich Ledergeruch. So soll es sein. Die Tasche ist vielseitig nutzbar als Clutch oder dank des Schulterriemen als Cross-Body-Bag. Die Farben stimmten exakt mit dem Bild überein. Das Leder ist relativ hart, hat aber eine ebenmäßige Struktur. Schön ist die Verarbeitung innen mit einem gemusterten Baumwollfutter und vielen kleinen Innentaschen. Einzig bei den etwas zu kleinen Ösen für die Riemen-Halterung und bei der Metallfarbe des Riemens habe ich meine Bedenken. Zu schwer darf man die Clutch nicht beladen und die metallene Farbe, dank Spiegelfolienbeschichtung, könnte sich bei dauerhaftem Gebrauch leicht abnutzen und stumpf werden.

 

Die ICON-Kollektion

Fehlt noch was? Natürlich der Spitalfields Mantel.  Doch dieser ist nicht Teil der regulären Damenkollektion, sondern stammt aus der ganz neuen Exklusivlinie ICON. Diese Ende September lancierte Sonderkollektion mit limitiertem Angebot zeichnet sich durch sehr hochwertige und luxuriöse Materialien aus. Sie spielt mit dem typischen Brit-Style und mischt Heritage-Elemente mit der modernen Mode. Wer könnte diese Kollektion besser repräsentieren als Supermodel Karen Elson, die gebürtig aus Manchester kommt.

 

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Sie schaut in „meinem“ Mantel einfach umwerfend aus.

Der Spitalfield-Mantel ist – abgesehen davon, dass er ein Streetstyle-Magnet ist – mit 519 Euro nicht gerade ein Schnäppchen. Aber das Material ist halb Mohair, halb Wolle. Der Polyamidanteil liegt bei nur 5 Prozent. Der Farbverlauf ist gelungen und das hochwertige Material wird durch einen leicht langhaarige Kämmung gut herausgestellt. Das Gewebe kommt aus einer traditionsreichen britischen Manufaktur und so eine Information lässt mich schon fast den Preis vergessen. Der Schnitt ist weit und geräumig, ideal zum Reinkuscheln. Wem das mit dem Karos zu viel ist: Es gibt ihn auch in einem Uni-Rot. Der Mantel, der nach einer Romanfigur von Charles Dickens benannt ist, ist perfekt für die aktuelle Kältewelle, denn dank Wolle und Mohair hält er wunderbar warm.

Gut zu wissen: Bei der Transportverpackung der Icon Produkte kommt das Gefühl von Weihnachten auf. Der Mantel war in einer riesigen tiffany-blauen Klappschachtel in Unmengen von Seidenpapier gehüllt. Das Auspacken allein machte schon richtig Spaß. So luxuriös verpacken sie bei der Pariser Marke Maje (ungefähr gleicher Preis) die Einkäufe nicht.

 

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Die Icon-Kollektion war bereits wenige Tage nach dem Start ziemlich ausverkauft.  Aber diese Teile hier gibt es noch und sollte man sich noch sichern.

Kleid Belgravia aus reiner Seide um 329 Euro

Jeans im Culotte-Schnitt ab 89 Euro

Hyde Parka um 519 Euro

Rock St. Martin um 109 Euro, gibt es auch in einer Lederversion

 

Fazit:

Wer Boden ist und wie sie produzieren, habe ich in epischer Breite bereits im ersten Post ausführlich beschrieben. Auch zu Lieferkosten und Rückgabe habe ich mich bereits ausgelassen.

 

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Nach dem Urteil zu den Kindern, kann ich auch die Damenkollektion wärmstens empfehlen. Die Qualität stimmt, die Mode ist wunderbar britisch. Das ist ein anderer, eigener Stil, den man auch nicht überall bekommt.  Besonders überzeugend ist die Icon-Kollektion. Sie lohnt sich trotz der höheren Preise, weil es sich um wirklich schöne und außergewöhnliche Modelle handelt. Die nächste Icon kommt übrigens im Frühjahr in den Handel. Schon mal vormerken oder eben jetzt die Karen Elson Stücke shoppen.

Photo By: PR-Bilder Boden
1 Kommentar zu “Modepilot testet: Damenkollektion von Boden”

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