Kathrin Bierling

Lese-Tipp: Das Welthemd

Rechenexempel. Autor Wolfgang Uchatius verfolgt für Die Zeit ein Billig-T-Shirt von H&M (4,95 Euro): Vom Baumwollfeld zu den Spinn- und Nähfabriken in Bangladesh und mit dem Container-Schiff nach Europa. Uchatius rechnet mit. Das ist hoch interessant für alle, die nach Argumenten gegen H&M suchen. Und für alle, die wissen möchten, wie H&M sein Geld verdient...

T-Shirt bei H&M, 4,95 Euro

Dass das 5-Euro-Hemd nicht zu europäischen Arbeitsbedingungen produziert wurde, dürfte jedem klar sein. Dass sich H&M an die örtlichen Mindestlöhne hält, ist weiter nicht rühmlich: Näherin Nazma hat einen Monatslohn von 53 Euro und teilt sich das Bett mit fünf anderen Näherinnen. Ob man mit dem Tragen eines D&G-T-Shirts ein besseres Gewissen haben darf, ist nicht geklärt, aber es gibt Hinweise:

- FWF, Fair Wear Foundation. Hier lassen sich Unternehmen freiwillig prüfen. Dabei sind z.B. Acne, Filippa K und Hessnatur (20 Euro/T-Shirt).

Journalist Uchatius: "Wofür braucht man überhaupt ein T-Shirt, das kaum mehr kostet als der Kaffee um die Ecke? Würde es so sehr schmerzen, den Preis von zwei oder drei Kaffees zu bezahlen – wenn dafür allen genug Geld zum Leben bliebe?"

Foto: screenshot von shop.hm.com/de

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

Kommentare