Smart Shopping: Wie ich meine Traumtasche dank KI mit 40 % Rabatt fand
Kathrin Bierling

Smart Shopping: Wie ich meine Traumtasche dank KI mit 40 % Rabatt fand

Braucht man künstliche Intelligenz, um seine Traumtasche zu finden? Nein. Es sei denn, man möchte sie deutlich günstiger ergattern. Dann ist KI als Personal Shopper unschlagbar. Auf der Suche nach meinem persönlichen Mode-Grail habe ich viel gelernt, wurde endlich verstanden und habe vor allem eines: richtig viel Geld gespart.

Wenn ein Sammlerstück dir keine Ruhe lässt

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Mit meiner neuen Tasche im südfranzösischen Gordes

Jede von uns hat vermutlich so ihre Lieblingstaschen und Lieblingsmarken. Für die einen muss es Chanel sein, für die anderen Hermès oder Zadig & Voltaire. Bei mir ist Dries Van Noten die Marke, für die ich mein Kreditkartenlimit erreiche. Aber auch nicht mal eben so.

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Meine Traumtasche, ein besticktes Sammlerstück von Dries Van Noten

Was also tun, wenn dir eben dieses eine Teil wochenlang nicht mehr aus dem Kopf geht? Wenn du gedanklich bereits sämtliche Outfit-Kombinationen vor deinem inneren Auge vorbeiziehen siehst? Das Geld aber eigentlich anders besser angelegt wäre, zum Beispiel in ein neues, viel nützlicheres Handy. Ich hoffte auf einen Preisnachlass, mit dem ich die Anschaffung irgendwie vor mir rechtfertigen könnte.

Online war die Tasche, ein großzügiges Shopper-Modell mit aufwendiger Perlenstickerei, nur noch bei einer einzigen Boutique in Dänemark zu finden. Überall sonst: ausverkauft. So weit kam ich noch mit der klassischen Recherche. Doch dann wollte ich nicht mehr ständig händisch alle Möglichkeiten von Bloomingdale's bis Net-a-Porter durchforsten. Ich holte mir Verstärkung.

KI, mein Personal Shopper

Ich schaltete die KI ein. Das Ergebnis: In Sekundenschnelle graste das Tool den weltweiten Online-Markt für mich ab. Es bestätigte mir nicht nur, dass die Tasche tatsächlich nur noch bei der dänischen Boutique gelistet war, sondern gab mir auch den Hinweis, dass das Modell dort in der Sale-Kategorie gelistet sei, was für den Endverbraucher noch nicht ersichtlich war.

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Die 'Blossom Embroidery' Bag mit dabei in unserem Südfrankreich-Urlaub

Parallel hakte ich direkt im Modepaleis in Antwerpen nach, dem Flagship-Store von Dries Van Noten. Sie hatten die Tasche noch, obwohl sie auf driesvannoten.com bereits in beiden Farben und Größen ausverkauft war. Doch sie teilten mir mit, dass bestickte Accessoires niemals in den Sale gehen würden.

Meine KI bestätigte diese strikte Markenrichtlinie, verriet mir jedoch einen entscheidenden Insider-Tipp: Reseller und Multibrand-Boutiquen müssen sich nicht an diese Vorgabe halten.

Antwort meines KI-Personal Shoppers

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Auszug aus meiner Konversation mit KI, als ich auf der Suche nach meiner Traumtasche war

Meine KI war emotional auf meiner Seite. Sie teilte meine Bedenken und berechnete mir die Chancen auf einen Rabatt messerscharf: Die Wahrscheinlichkeit war gering, da es sich um ein heiß begehrtes Modell handelte. Falls sie überhaupt im Summer Sale landen sollte, dann mit maximal 20 bis 40 Prozent Rabatt und in den weiteren Sale-Runden wäre sie garantiert vergriffen. Sie riet mir zuzuschlagen, bevor ich es bereue, aber auch...

Die KI gab mir eine ganz konkrete Strategie an die Hand: Ich sollte der kleinen dänischen Boutique einfach auf Instagram folgen.

Der Insta-Deal um Mitternacht

Und genau so kam es: An einem späten Abend scrollte ich durch meine Instagram-Stories und sah ein Video der dänischen Boutique Leah Maria: „40 % auf alles im Sale!“

Ich zögerte nicht eine Sekunde und fragte per Direktnachricht nach, ob der Rabatt auch für die bestickten Dries-Van-Noten-Modelle gelte. Die erlösende Antwort kam am nächsten Morgen: Ja! Und sie würden mir die Tasche mit 40 % Rabatt zuschicken.

Wie alles begann: Ein High Tea in London

Dass ich mich überhaupt in diese Tasche verliebt hatte, war Schicksal: Beim High Tea in London sah ich eine schöne Frau in einem beigefarbenen Trenchcoat und eben dieser Tasche in Beige mit cognacfarbenen Lederhenkeln und schwarzer Perlenstickerei. Alles zusammen: sehr geschmackvoll.

Schon am nächsten Tag sah ich die Tasche wieder, dieses Mal in der Auslage bei Dries Van Noten. Klar, sobald ich mal etwas außerordentlich Geschmackvolles entdecke, stammt es meist von dem belgischen Designer, bzw. von der von ihm aufgebauten Marke. Zu diesem Zeitpunkt fühlte sich mein Girokonto noch sicher, denn Beige stellt keine Gefahr für mich dar. Ich konnte die Schönheit der Tasche genießen, ohne einen Kaufimpuls zu verspüren. Bis die Verkäuferin erwähnte, dass es die Tasche auch in Blau gab.

Von da an gab es kein Zurück mehr, nur noch mich, mein Wunschmodell und den klugen KI-Hack, der mir letztlich 40 % Rabatt beschert hat.

Photo Credit: Collage: Modepilot, Modepilot

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

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