It's fashion week, baby!

Gestern startete die Copenhagen Fashion Week. Damit beginnt die Modewochensaison für den Sommer 2022. Kopenhagen gehört längst in die Reihe der großen Modewochen. So ließt sich die Abfolge: Kopenhagen - New York - London - Mailand - Paris. Da passt Berlin leider immer noch nicht so richtig rein. Dieses Jahr findet die Fashion Week in der deutschen Hauptstadt während jener in New York statt. Aber in Big Apple zeigen allein schon am zweiten Tag bessere Designer als in Berlin die ganze „Woche”: Ulla Johnson, Rosetta Getty, Peter Do, Dundas, Provenza Schouler, Prabal Gurung, um nur manche zu nennen. Dafür findet in Berlin überlappend die Kunstmesse Positions statt. Das zieht bekanntlich besser gekleidete Gäste an als jede Modewochen. Und ist daher eine Überlegung wert, doch lieber nach Berlin zu reisen.
Doch schauen wir erst einmal nach Kopenhagen. Denn da war am ersten Tag schon einiges los. Und vielleicht lassen sich von den gestrigen Schauen auch schon die ersten Frühjahr-/Sommertendenzen 2022 ableiten.

Copenhagen Fashion Week 2022

Kleid über Hose. Ist es jetzt eine Mode oder noch das Heranwanzen an indische und arabische Kundinnen? Die Hosen-/Kleid-Kombination sieht man auf den Laufstegen in Kopenhagen erstaunlich oft und auch immer angepasster an unser europäisches Stilempfinden. Oder was meint Ihr?
 

Silbrig und metallisch schimmernde Stoffe

Da kommen viele Sehnsüchte zusammen: Disco, Schutz und Flucht ins Weltall. Bei diesem auffälligen Material finde ich den knittrigen Seidenstoff, wie bei Raben Salonen und Remain, überzeugend. Auch die sommerlichen Schnitte dazu gefallen mir. Sobald es zu den festeren Materialien kommt, bleibe ich skeptisch, was den größeren Erfolg angeht. Aber einen für die Masse ist so ein Teil ja eh nicht gemacht, im Gegenteil. Damit möchte man aus der Masse hervorstechen.
 
Kurze, gelbe Kleider. Honigmelonengelb und Knielänge (und kürzer) vertragen sich gut. Wobei ich dann doch eher zum Hemdblusenkleid von Rodebjer oder zur Sackkleidvariante von Lovechild 1979 greifen würde als zum aufwendigen Studentenwerk aus der Royal Academy, auch wenn die vielen rund geschnittenen Stoffbahnen sicherlich herrlich flattern beim Gehen. Das Lederkleid von Remain (gegründet von Birger Christensen in 2018) ist eher etwas für die Übergangszeit, aber auch sehr schön.
 
Diversität. Und dann – Ich weiß gar nicht, ob das noch erwähnenswert ist – bemüht sich jeder Designer um maximal Diversität. Das bedeutet nicht nur, dass alle Hautfarben vertreten sind, sondern auch mindestens zwei Plus Size-Models pro Show. Nicht selten mischen sich auch Männer unter die Models, die die Kleider vorführen. Aber wie gesagt, ich weiß gar nicht, ob das noch erwähnenswert ist. Es ist vielleicht normal?
 

Was mir sonst noch auf- und gefiel

Die Radlerhose bleibt. Das ungleiche Paar von (Di)Vision ist lässig, die Kombination zum Poncho bei Raben Salonen elegant, obwohl der Denimstoff ausfranst. Auch Poncho-Form bei Remain sah schön aus. 2022 könnte das Jahr werden, in dem die eine oder andere das erste Mal einen Poncho trägt. Und dann gab es da noch diesen leicht fallenden, weiß-golden schimmernden Stoff bei Lovechild 1979, aus dem ein Overall, ein Anzug und auch eine Weste und ein Kleid gemacht sind. Apropos: So genannte „Co-ordinates”, also Ensembles, also zwei- oder dreiteilige Outfits aus dem gleichen Stoff, spielen wohl auch im nächsten Jahr wieder eine wichtige Rolle.
 
Photo Credit: Copenhagen Fashion Week, Nynne

Kommentare

  • Gabi sagt:

    Kleid über Hose ist mein Favorit. Den Look gibt es seit ein paar Jahren und er trägt sich total entspannt. Einige der Modelle sind Mantelkleider, und Mantel über Hose ist in Europa nun wirklich normal.
    Diversität hin oder her: der Herr im Kostüm ist doch nur Effekthascherei. Wer's braucht ...
  • Uschi sagt:

    Kleid über Hose ist absolut tragbar. Und ich finde es absolut gut, wenn auch Models mit mehr als Größe 38 auf dem Laufsteg zu sehen sind!