Handtaschen: Immer eine mehr wie du!

In New York läuft gerade die Fashion Week für die Saison Herbst/Winter 2019. Schon nach zwei Tagen fiel auf: Der Karl Lagerfeld-Kniff, zwei Handtaschen statt einer, kommt hier gut! Palm Angels und Ulla Johnson machen einen Look daraus (siehe unten).

Lagerfeld begann mit dem Taschen-Twinning in 2014, erst für Chanel, dann für Fendi. Das war die Zeit, in der Luxushäuser versonnen goldenen It-bag-Zeiten hinterher blickten. Der Hunger der Kundinnen nach It-bags war gestillt. Wir waren übersättigt! Künstlich generierte Hypes um vermeintliche „It-bags” ließen uns aufstoßen und trieben uns zurück in die Arme der Klassiker.

Da schuf Schlau-Lagerfeld die Begehrlichkeit nach Klassikern im Doppelpack. So nach dem Motto: „Möchten Sie eine neue Handtasche? Nein? Dann vielleicht zwei?” In Paris zeigte er kreuz und quer getragene Chanel-Umhängetaschen, was ein bisschen nach Packesel aussieht. In Mailand waren es zwei aneinander genähte Baguette-Bags.

Make it a double!

2014 bis heute: Double Standards bei Balenciaga, Bottega Veneta, Chanel, Dolce & Gabbana und Fendi.

Kommt für diesen Sommer in die Läden: der Strandverkäufer-Look von Karl Lagerfeld für Chanel.
Herbst/Winter 2016: Karl Lagerfeld machte aus zwei Baguette Bags ein neues Sammlerstück.
Bei Bottega Veneta nähte zur gleichen Zeit Tomas Maier zwei Handtaschen Rücken an Rücken.
Frühjahr/Sommer 2018: Martin Margiela
Bottega Veneta, Herbst/Winter 2016
Die gesteppte Chanel-Handtasche im Doppelpack (Frühjahr/Sommer 2019)
Auch die findigen Designer von Dolce & Gabbana sahen das Potential: Herbst/Winter 2015
Frühjahr/Sommer 2018: Martin Margiela
Chanel, Frühjahr/Sommer 2019
Dolce & Gabbana, Frühjahr/Sommer 2017
Chanel, Frühjahr/Sommer 2019
Zwei Fendi-Klassiker: Die Peakaboo in groß und die Baguette in klein (Frühjahr/Sommer 2015)
Fendi, Frühjahr/Sommer 2015
Chanel, Frühjahr/Sommer 2014
Herbst/Winter 2014: Bei Balenciaga schien die Idee gut angekommen zu sein. Hier schickt Alexander Wang die Models dem Cable-Shopper in zweierlei Ausführungen los.
Balenciaga, Herbst/Winter 2014
Frühjahr/Sommer 2014 bei Chanel: Karl Lagerfeld zieht den Models zwei Handtaschen an, bevor er sie über den Laufsteg schickt.

Kommt für diesen Sommer in die Läden: der Strandverkäufer-Look von Karl Lagerfeld für Chanel.

Herbst/Winter 2016: Karl Lagerfeld machte aus zwei Baguette Bags ein neues Sammlerstück.

Bei Bottega Veneta nähte zur gleichen Zeit Tomas Maier zwei Handtaschen Rücken an Rücken.

Frühjahr/Sommer 2018: Martin Margiela

Bottega Veneta, Herbst/Winter 2016

Die gesteppte Chanel-Handtasche im Doppelpack (Frühjahr/Sommer 2019)

Auch die findigen Designer von Dolce & Gabbana sahen das Potential: Herbst/Winter 2015

Frühjahr/Sommer 2018: Martin Margiela

Chanel, Frühjahr/Sommer 2019

Dolce & Gabbana, Frühjahr/Sommer 2017

Chanel, Frühjahr/Sommer 2019

Zwei Fendi-Klassiker: Die Peakaboo in groß und die Baguette in klein (Frühjahr/Sommer 2015)

Fendi, Frühjahr/Sommer 2015

Chanel, Frühjahr/Sommer 2014

Herbst/Winter 2014: Bei Balenciaga schien die Idee gut angekommen zu sein. Hier schickt Alexander Wang die Models dem Cable-Shopper in zweierlei Ausführungen los.

Balenciaga, Herbst/Winter 2014

Frühjahr/Sommer 2014 bei Chanel: Karl Lagerfeld zieht den Models zwei Handtaschen an, bevor er sie über den Laufsteg schickt.

Ich empfand die doppelten Handtaschen bislang als recht plump. Aber wie das in der Mode so ist: Was plump ist, fällt auf, und wird als Ironie gefeiert. Modefans schlagen dann gern doppelt zu, sozusagen als Kompliment an den Designer für den genialen Einfall. Immerhin: Es belebt die Mode, wenn diese ansonsten gerade im Koma liegt. Es ist doch so: Was wäre die Mode in letzter Zeit gewesen ohne die augenzwinkernden Designer von Vetements und Supreme? Die Tageszeitungen hätten nur traurige Nachrichten aus der Modeindustrie gehabt.

Jetzt aber wird ein Look draus. Bei Ulla Johnson sahen wir am Donnerstagabend in New York lauter gelungene Kleinkombinationen, zu denen sich zwei Handtaschen besser fügen als eine. Am Abend darauf überraschte die italienische Marke Palm Angels mit einer schönen Umsetzung der Doppeltaschen-Idee.

Ulla Johnson, Herbst/Winter 2019

Die New Yorkerin ergänzt die Garderobe ihrer belesenen Kundin mit Debattierclub-Membership um zweierlei Handtaschen. Das sieht so gelungen aus, dass man die Outfits in genau diesen Zusammenstellungen tragen möchte.

Palm Angels, Herbst/Winter 2019

Die Marke wurde von dem Italiener Francesco Ragazzi in Mailand gegründet, zeigt aber in New York. Weil sich Palm Angels der amerikanischen Kultur widmet, wie Ragazzi sagt. Am Freitagabend sahen wir dort zwei Henkeltaschen, befestigt auf einem breiten Band, das man sich wie ein Schal um den Hals legt – wie Satteltaschen über einen Pferderücken. So ist das Gewicht gleichmäßig verteilt. Lässiger (und weniger ironisch) sieht es natürlich aus, wenn man die beiden Henkel in einer Hand hält.

 

Photo By: Catwalkpictures
2 Kommentare zu
“Handtaschen: Immer eine mehr wie du!”
  • Also, die Ulla Johnson Looks finde ich toll, die hatte ich noch überhaupt nicht auf dem Radar. Am besten finde ich den mit dem gestreiften Mantel und der Leo Hose.

    Zwei Handtaschen umhängen würde ich mir aber nicht, unabhängig davon. Ich glaube, das wirkt außerhalb der Fashion Week relativ albern. Versteht ja auch keiner, der sich nicht damit beschäftigt hat.

    PS. Habe gerade eine gebrauchte Prada bei Vestiaire erstanden sowie eine neue J.W.Anderson bei net-a-porter (70%!!). Beide Orange. Vielleicht passen die ja zusammen 🙂

  • Vielleicht kommt ja als nächstes die Kombi Einkaufsbeutel und Handtasche. Dann wäre ich mit meinem Alltagslook ganz vorne mit dabei, schon seit Jahren. 🙂

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