„3.000 Euro zahle ich auch für den Basketball”
Kathrin Bierling

„3.000 Euro zahle ich auch für den Basketball”

Am kommenden Mittwoch, den 16. Mai, werden in Paris unter anderem Sneaker aus einer Kooperation von Nike und KAWS versteigert. Schätzwert: 2.000 bis 3.000 Euro. Für einen Basketball der Basketballmarke Spalding und der gehypten Kooperationsmarke Supreme sollen mindestens 3.000 Euro erzielt werden. „Das zahle ich auch dafür,” sagt mir Sammler Selim Varol auf Nachfrage am Telefon. Er hat eine der umfangreichsten KAWS-Sammlungen der Welt. Hinter KAWS steckt der Pop-Art-Künstler Brian Donnelly. Eine seiner schwarzen Vinylfiguren soll in Paris 40.000 bis 60.000 Euro bringen. „Das sind alles realistische Schätzungen,“ sagt Varol, der für manches Los noch weit höhere Verkaufswerte vermutet. „Die können sich leicht auch vervierfachen", sagt er. Aus der Luft gegriffen ist das nicht, wie diese Auktionsergebnisse bei Christie's oder auch bei Phillips zeigen >>>

KAWS, 4 Foot Companion (black), 2007, Vinyle peint ©Artcurial
1,20 m große Vinylfigur von Kaws aus dem Jahr 2007

Zur Auktion: Sie umfasst 150 Werke aus der US.-amerikanischen Street Culture der vergangenen dreißig Jahre. Der passende Titel „C.R.E.A.M.” geht auf den gleichnamigen Wu-Tang-Clan-Song von 1994 zurück und steht für „Cash Rules Everything Around Me“.

Bis Dienstag können die Objekte im Artcurial Paris begutachtet werden, darunter auch ein rot-weißer Kistenkoffer aus der Zusammenarbeit von Louis Vuitton mit Supreme aus dem vergangenen Jahr. 70.000 bis 100.000 Euro soll er wert sein.

Woher stammt die Faszination für alles, was von dem 1994 gegründeten Skateboard- und Streetwear-Label Supreme stammt? Varol erklärt: „Es ist die Verknappung, klar. Ursprünglich war Supreme aber auch die Marke, die mit Künstlern wie Damien Hirst, KAWS, Jeff Koons, Takashi Murakami und Richard Prince Kooperationen einging, als diese teilweise noch gar nicht so bekannt waren.“

Louis Vuitton x Supreme, Malle Courrier 90 Trunk, 2017 ©Artcurial 2
Koffer von Louis Vuitton/Supreme (50 mal 90 mal 51 cm) aus dem Jahr 2017

Weiter erzählt Varol, dass das Box-Logo der Marke, also die plakative rote Box mit weißem Schriftzug, auf der Propagandakunst von Künstlerin Barbara Kruger basiert. Ihr Werk, eine Fotolithographie auf einer Papiertüte „I shop therefore I am“ von 1990, ist ebenfalls in der Auktion vertreten. Das soll aber nur 800 bis 1.200 Euro erzielen?!?! Ich stehe in den Startlöchern. Varol erklärt mir, dass es sich nicht einmal um ein signiertes Stück handele und, dass circa 9.000 Tüten davon existierten, aber es sich trotzdem auch um seinen Favoriten handele.

I shop therefore I am Papiertüte Modepilot Barbara Kruger Lithographie Kunst
Papiertüte/Photolithographie „I shop therefore I am" von Barbara Kruger (1990)

Weitere Highlights der Auktion:

Die Auktion findet statt:

Artcurial Auktion „C.R.E.A.M. - 3 Decades of U.S. Urban Culture

16. Mai 2018, 18 Uhr: Auktion bei Artcurial Paris >>>

11. bis 15. Mai 2018: Ausstellung bei Artcurial Paris

Photo Credit: Artcurial

Modepilot
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