Das Hubert de Givenchy-Modequiz

Am vergangenen Samstag starb Hubert de Givenchy im stolzen Alter von 91 Jahren. Im Schlaf. In zahlreichen Nachrufen (z.B. hier auf faz.net) erfuhren wir interessante Dinge über den Modeschöpfer, z.B. dass er mit seinen Nachfolgern nicht zufrieden war, darunter befanden sich zunächst John Galliano, dann Alexander McQueen. Unter deren Entwürfe habe er oft genug gelitten, weshalb er versuche, gar nicht mehr hinzusehen, sagte er 1999 in einem Interview mit dem Spiegel >>>. Er selbst trug im öffentlichen Raum stets Anzug und Krawatte, nur auf dem Laufsteg verbeugte er sich im weißen Arbeitskittel. Der französische Adelige, mit vollem Namen Hubert James Marcel Taffin de Givenchy, kultivierte die alte Schule, wenn es um Benehmen und Auftritt ging. Für die Mode aber sehnte er sich nach Neuerung, weshalb er seit den Fünfzigerjahren seinem Idol, dem Modeschöpfer Cristóbal Balenciaga, folgte.
Balenciaga wurde Freund und Mentor. Bald arbeiteten sie mit ihren Haute Couture-Ateliers nicht weit voneinander entfernt. 1957 lancierten sie zeitgleich Sackkleider und schlossen die Presse von ihren Präsentationen aus – noch lange vor Smartphone und Instagram und der Diskussion darüber, ob Presse/Blogger/Influencer die neuen Begehrlichkeiten zu früh teilen und kommentieren und damit den Abverkauf zu sehr beeinflussen. Zehn Jahre später öffnete zumindest Givenchy wieder seine Türen für die Presse, als er seine erste Prêt-à-porter-Kollektion zeigte. Bis 1995 arbeitete er als Chefdesigner in dem Unternehmen, das er bereits 1988 an die LVMH-Gruppe verkauft hatte.
Photo Credit: Catwalkpictures
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