Trends aus Mailand

Die Mailänder Modewoche ist seit Montag zu Ende. In Paris hat die nächste schon begonnen. Dort eröffnete am Montagabend das Lieblingslabel vieler Modejournalisten: Jacquemus. Gestern folgten die Schwergewichte: Christian Dior und Saint Laurent. Aber lasst uns noch schnell über die Trends aus Mailand sprechen – zumal wir sie teilweise auch schon in Paris entdeckten.

Achtzigerjahre-Strickpullover

Weich, mit betonten Schultern, gern auch mal mit Muster und Effektgarnen: Der LehrerInnen-Pullover wurde in Mailand gefeiert. Warum „Lehrerpullover”? Alle, die zwischen Ende der Sechzigerjahre und Anfang der Achtzigerjahre geboren wurden, hatten diesen typischen Strickpullover aus den Achtzigerjahren ständig vor sich: meist im Mathematikunterricht, in Geographie und Geschichte. An den Models auf dem Laufsteg sieht er plötzlich so aus als müsste man ihn sofort haben.

Gelbe Lederhandschuhe

Tiefes, sattes Gelb – ich kann es nicht oft genug betonen (Habe ich eigentlich schon eine gelbe Zunge?) – zieht sich durch die Herbst/Winterkollektionen wie flüssiges Gold. Bereits während der Londoner Modewoche zeichnete sich ab, dass sich die Farbe eventuell auch als Accessoire durchsetzen könnte. Die geschmackvollen Italiener rufen: Handschuhe! Recht haben sie.
Gut zu wissen: Anfang des letzten Jahrhunderts galt der gelbe, waschlederne Handschuh als das Accessoire der Wahl für den Mann im Sommer (zum Vergleich: Grau und Braun im Winter, Schwarz nur bei Trauer). Er sei ein „prachtvoller Farbkontrast zu blauen, braunen und grünen Sakkostoffen”. Man könne ihn auch einfach nur in der Hand halten, zur Zier und zwei Nummern zu klein, heißt es weiter in einem Ratgeber aus Berlin von 1913 („Koerner, F.W.: Der Gentleman”).

Verzogene Kleider

Zum Glück sieht man ihnen an, dass kreuz und quer liegenden Falten künstlerische Absicht sind. Sonst würde sich unser Gegenüber, wenn wir so ein Kleid trügen, gar nicht auf ein Gespräch mit uns konzentrieren können. Zu den Drapageprofis gehören Francesco Risso für Marni, Lucie und Luke Meier für Jil Sander, Paul Surridge für Roberto Cavalli und Miuccia Prada für Prada. Da sitzt alles genau so wie es sitzen soll!
Photos by: Catwalkpictures

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