Das Gucci-Drama und die Modepilot-Rettung

„Den Mensche geht’s wie de Leut!“, sagt man in Mundart in meiner hessischen Heimat zuweil. Gemeint ist: Alle Leute haben mehr oder weniger die gleichen Probleme im Leben, wie zum Beispiel Ärger mit dem Telefonanbieter. Da hilft es auch nicht, wenn man IT-Profi ist, wenn das Wlan nicht richtig geschaltet ist. Genauso geht es uns Fashion-Tanten beim Shopping: Nur, weil man sich täglich mit Mode beschäftigt, ist man nicht automatisch vor Fehlkäufen bewahrt und braucht gelegentlich Beratung.

So wie eine befreundete Journalistin, die bei einem Mailand-Trip den Gucci-Schlappen nicht widerstehen konnte und sich in die Princetown-Slipper in Gold verliebte. Ihre Modedesigner-Expertise half ihr wenig, als sie sich für die richtige Schuhgröße entscheiden musste: Der Schuh war ein wenig eng, sie schwankte zwischen zwei Größen. Also zog sie die Verkäuferin zur Rat. Diese war überzeugt, dass die anprobierten Schuhe perfekt passen, und versicherte der Journalistin glaubhaft, dass sie sich noch weiten würden und man nicht herausschlüpft. 500 Euro ärmer, aber beglückt über den neuen Prinzessinnen-Schuh verließ sie Mailand.

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Zurück im heimischen Berlin ließ sie ihre neuen Schätze extra besohlen ­– ist ja ein gutes Stück und 500 Euro eben eine Menge Geld. Doch beim ersten Spaziergang hätte sie die „blöden Schlappen“, pardon, tollen Schuhe „am liebsten nach 10 Minuten in die Mülltonne gepfeffert“, so erzählte sie. Natürlich haben sie nicht richtig gepasst, sie rutschte dauernd heraus und ein paar hübsche Blasen machten sich breit. Jeder, der sich mal ein besonderes Stück geleistet hat, das dann enttäuscht, weiß wie ärgerlich das ist (siehe Kathrins Balenciaga-Schlappe).

Also stapfte sie wutentbrannt zum Gucci-Store auf dem Ku’damm. Dort sagte man ihr, dass die Schuhe sich auf keinen Fall weiten werden und das hätte die Verkäuferin in Mailand auch wissen müssen. Diese Erkenntnis hilft dann aber auch nicht weiter, meine Freundin bestand darauf, dass die Schuhe umgetauscht werden. Das müsse man erst einmal mit dem Gucci-Headquarter absprechen, hieß es dann. Sie wurde vertröstet. Glücklicherweise gab sie nicht auf, warf nach unserem Gespräch ein, dass eine kleine Anekdote über Kunden-Service bei Luxusmarken immer gut auf dem Modeblog ihrer Freundin ankommen (That’s me!). Ende vom Lied: Mailand fühlte sich nicht verantwortlich, aber der Berliner Store tauschte die Schuhe aus Kulanz um. Halleluja.

Die Moral von der Geschichte? Leg dich nicht mit Modepilot an. Und erst recht nicht mit unseren Freunden. Und unseren Lesern!

Photo By: Catwalkpictures
5 Kommentare zu
“Das Gucci-Drama und die Modepilot-Rettung”
  • Yeah – könnte auch Hilfe mit Chloé gebrauchen. Muss die komplette Tasche zurück schicken, obwohl ich nur die verlorene Tassel neu erwerben wollte…ein Drama…

  • Finde ich nicht gut. Die Schuhe waren neu besohlt, also für einen Gucci-Händler völlig wertlos. Dann mit der Androhung von schlechter Presse eine Rücknahme erzwingen, ist schon etwas dreist. Dass die Kosten dieser völlig überzogenen Kundenansprüche auf alle Kunden umgelegt werden, sollte man sich immer mal wieder ins Gedächtnis rufen.

  • Für die Freundin ist das natürlich gut, aber man sollte vielleicht erst mal die Schuhe tragen bevor man sie zum Schuster bringt und dann eine Rücknahme erzwingt.
    Ich bin ehrlich: ich hätte die Schuhe nicht umgetauscht als Gucci Store. Und ja: ich habe auch schon so einige Fehlkäufe bereut. Das nennt man Lehrgeld……

    Viele Grüße
    Claudine

  • Ganz ehrlich, wir reden hier nicht über eine kleine Manufaktur, sondern über einen Konzern, dem ein paar Umtäusche sicherlich nicht wehtun. Angesichts oft steigender Preise, schlechter werdender Qualität (ich verweise z.Bsp. auf den Marant-Artikel) und nicht immer glänzendem Service ist es wichtig, dass Kunden/ Verbraucher sich wehren und Unzufriedenheit aufzeigen. Das gilt übrigens nicht nur für Designerware, finde ich.
    Ich habe schon oft erlebt, dass Kunden/Verbraucher nicht gehört werden, daher finde ich „mit Berichterstattung drohen“ sogar wichtig, denn auch dafür sind Journalisten ja da. Gucci hat eingelenkt, das ist gut, Und auch dann sollte man berichten, damit man sich nicht durch ein positives Ergebnis „kaufen lässt“, Transparenz schadet nicht. 😉

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