Das Gucci-Drama und die Modepilot-Rettung
Isabelle Braun

Das Gucci-Drama und die Modepilot-Rettung

"Den Mensche geht's wie de Leut!“, sagt man in Mundart in meiner hessischen Heimat zuweil. Gemeint ist: Alle Leute haben mehr oder weniger die gleichen Probleme im Leben, wie zum Beispiel Ärger mit dem Telefonanbieter. Da hilft es auch nicht, wenn man IT-Profi ist, wenn das Wlan nicht richtig geschaltet ist. Genauso geht es uns Fashion-Tanten beim Shopping: Nur, weil man sich täglich mit Mode beschäftigt, ist man nicht automatisch vor Fehlkäufen bewahrt und braucht gelegentlich Beratung.

So wie eine befreundete Journalistin, die bei einem Mailand-Trip den Gucci-Schlappen nicht widerstehen konnte und sich in die Princetown-Slipper in Gold verliebte. Ihre Modedesigner-Expertise half ihr wenig, als sie sich für die richtige Schuhgröße entscheiden musste: Der Schuh war ein wenig eng, sie schwankte zwischen zwei Größen. Also zog sie die Verkäuferin zur Rat. Diese war überzeugt, dass die anprobierten Schuhe perfekt passen, und versicherte der Journalistin glaubhaft, dass sie sich noch weiten würden und man nicht herausschlüpft. 500 Euro ärmer, aber beglückt über den neuen Prinzessinnen-Schuh verließ sie Mailand.

Zurück im heimischen Berlin ließ sie ihre neuen Schätze extra besohlen ­– ist ja ein gutes Stück und 500 Euro eben eine Menge Geld. Doch beim ersten Spaziergang hätte sie die "blöden Schlappen", pardon, tollen Schuhe „am liebsten nach 10 Minuten in die Mülltonne gepfeffert“, so erzählte sie. Natürlich haben sie nicht richtig gepasst, sie rutschte dauernd heraus und ein paar hübsche Blasen machten sich breit. Jeder, der sich mal ein besonderes Stück geleistet hat, das dann enttäuscht, weiß wie ärgerlich das ist (siehe Kathrins Balenciaga-Schlappe).

Also stapfte sie wutentbrannt zum Gucci-Store auf dem Ku’damm. Dort sagte man ihr, dass die Schuhe sich auf keinen Fall weiten werden und das hätte die Verkäuferin in Mailand auch wissen müssen. Diese Erkenntnis hilft dann aber auch nicht weiter, meine Freundin bestand darauf, dass die Schuhe umgetauscht werden. Das müsse man erst einmal mit dem Gucci-Headquarter absprechen, hieß es dann. Sie wurde vertröstet. Glücklicherweise gab sie nicht auf, warf nach unserem Gespräch ein, dass eine kleine Anekdote über Kunden-Service bei Luxusmarken immer gut auf dem Modeblog ihrer Freundin ankommen (That’s me!). Ende vom Lied: Mailand fühlte sich nicht verantwortlich, aber der Berliner Store tauschte die Schuhe aus Kulanz um. Halleluja.

Die Moral von der Geschichte? Leg dich nicht mit Modepilot an. Und erst recht nicht mit unseren Freunden. Und unseren Lesern!

Photo Credit: Catwalkpictures

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

Kommentare