Louis Vuitton launcht nach 70 Jahren wieder ein Parfum

Alfons Kaiser berichtet in der heutigen Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von den geplanten Duftlancierungen des Luxushauses Louis Vuitton („Unser Duft wird kein Parfum du jour„, Seite 21). Wir hatten die News bereits 2012 gemeldet. Hier geht’s zum Artikel  —->.

Zuletzt hatte der Kofferfabrikant Parfums in den Jahren 1927 bis 1946 herausgebracht. Kaiser sprach mit dem LV-Chef Michael Burke darüber, inwiefern der Duft zu einem Lederspezialisten passe. Die Antwort ist viel schöner als alles, was man erwartet hätte: „Die Verbindung zu unserem Kerngeschäft besteht schon darin, dass Leder, wenn es aus der Gerberei kam, immer parfümiert wurde.“

Louis Vuitton Parfum Heure Reminiscences Je tu il Modepilot

Parfums „Je Tu Il“ (links) und „Heures d’Absence“ (rechts) von Louis Vuitton – beide aus den Jahren 1927

Louis Vuitton engagierte den Parfumeur Jacques Cavallier Belletrud (au Thé Blanc von Bvlgari, L’Eau d’Issey von Issey Miyake, u.v.m.) für die neuen Duftentwicklungen und richtete ihm ein ganzes Forschungszentrum (Bild ganz oben) dafür in Grasse ein – in der Parfum-Hauptstadt schlechthin. Im 15. und 16. Jahrhundert war es noch die Welthauptstadt der Handschuhmacher, da für die Gerbereien genug Wasser das ganze Jahr über floss – weiß  Burke zu berichten. So siedelten sich dort auch die Parfümeure an, um Handschuhe für den Adel zu beduften. Aus diesem Nebengeschäft wurde, wie wir heute alle wissen, die Wiege neuer Parfums.

Louis Vuitton Eau de Voyage Parfum Modepilot

„Eau de Voyage“ – ein Duft von Louis Vuitton aus dem Jahre 1930

Das erste Parfum im neuen Jahrhundert wird in diesem September gelauncht und es wird sich dabei um einen Damenduft handeln. Ein Herrenduft wird innerhalb von 18 Monaten folgen. Es wird diese beiden Neulancierungen „nur“ in den 180 eigenen LV-Stores zu kaufen geben. Sie sollen kein „Parfum du jour“ sein, nicht in Konkurrenz mit den vielen, jährlich erscheinenden Duft-Neuheiten stehen. „Jeder Duft wird bleiben“, sagt Burke. Und sie sollen natürlich den Umsatz von Louis Vuitton ankurbeln. Es gehe dem Konzern nicht darum, „trendy“ zu sein, weshalb Chefdesigner Nicolas Ghesquière auch nichts mit dem Duft zu tun habe. Oder wie es Burke formuliert: „Bei einer kleinen Modemarke kann der Designer alles selbst machen. Aber bei uns kann sich niemand um alles kümmern.“ Richtig so. Jedem das seine. Und Belletrud scheint mir genau die richtige Wahl für diese verantwortungsvolle Aufgabe zu sein.

Zum neuen Flakondesign wurde bislang noch nichts kommuniziert. Der Duft soll eine Reise voller Emotionen beschreiben und weichem Leder gleichen – angeschmeichelt von Mai-Rose und Jasmin.

Photo By: Louis Vuitton

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