Ding Dong, der Männerrock

Sämtliche Versuche, den Männerrock zurück in die westliche Welt zu holen, scheiterten (Schottland einmal ausgenommen). Da fragt man sich: Warum eigentlich?! Der Grund dafür, dass der Mann  dieses Kleidungsstück verschmäht, reicht ins 18. Jahrhundert zurück, als sich das Bürgertum gegen den Adel durchsetzte. Damit wurde die Kleidung des Adels, darunter auch der Rock, als unmännlich/als „abwertend feminisiert“ >>> eingestuft. Fortan herrschte die bürgerliche Männlichkeit, die sich über Arbeit und Leistung definierte. Der Frau wurde die Hose sogar verboten. Dass eine Hose außerdem in kälteren Gefilden, beim Jagen und Reiten praktischer ist, verstehe ich ja noch, aber…

Warum verbieten sich Männer heute noch den Rock, jetzt, da sie am Computer sitzen? Sie sehen den Rock immer noch als etwas rein Weibliches an und bringen sich damit um den Luxus der Beinfreiheit (auf die sie sonst so großen Wert legen!). Und das in Zeiten des Gender-Bendings! Ich meine: Sie kochen wie die Weltmeister, tragen die Haare länger, verwenden Conditioner und beantragen Elternzeit. Nur den Rock möchten sie nicht.

Dabei zeigten die Designer Jean Paul Gaultier und Marc Jacobs schon eindringlich, wie man den Rock als Mann kombinieren kann. Die Welt schrieb 2012: Männerröcke sind auch etwas für harte Kerle“ >>>. Für den kommenden Sommer versuchen es die Designer wieder – zaghaft, mit Hosen darunter (z.B. Damir Doma). Riccardo Tisci zeigt für Givenchy eine Art Schürze aus Rippenstrick über der Hose – an manchen Models sieht das sogar so aus, als könnte Jay-Z bald damit herumlaufen. Kanye West machte es seinem Rapper-Kollegen 2011 bei einem gemeinsamen Gig vor. Der Rapper trägt gern einen Lederrock über passender Lederhose – beides von Riccardo Tisci für Givenchy. Designed for dudes!

Dann gibt es noch die gegürteten Westen, wie z.B. bei Issey Miyake. Das zaubert auch schon eine schöne Rock-Silhouette. Bei Versace sieht man Seidenröcke an den männlichen Models. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die fast knielangen, glänzenden Hemden unter den Sakkos. Könnte man verwechseln. Oder sollte man? Seht selbst…

Männerröcke für den Sommer 2016

N°21
N°21
Damir Doma
Givenchy
Givenchy
Gucci
Hood by Air
Hood by Air
Issey Miyake
Issey Miyake
Maison Margiela
Maison Margiela
Thom Browne
Versace
Versace
Versace
Yohji Yamamoto
Yohji Yamamoto

N°21

N°21

Damir Doma

Givenchy

Givenchy

Gucci

Hood by Air

Hood by Air

Issey Miyake

Issey Miyake

Maison Margiela

Maison Margiela

Thom Browne

Versace

Versace

Versace

Yohji Yamamoto

Yohji Yamamoto

Aller (Neu-)Anfang ist schwer, aber dass sich der Mann so stur selbst einengt, begreife ich nicht. Zumindest nicht für die Sommersaison. Er macht es sich doch sonst gern bequem. Männer, aufgepasst! Frage an euch:

Warum tragt ihr keinen Rock?

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Photo By: Catwalkpictures
26 Kommentare zu
“Ding Dong, der Männerrock”
  • Hätte beinahe mal einen Job in Schottland bekommen und hatte mir im entsprechenden Laden schon einen Kilt angeschaut. Hätte ich sofort getragen. Versace und Maison Margiela würde ich tragen von Eurer Auswahl. Ist der MM aus Leder, sieht fast so aus.

  • Hi,
    es fehlt die Auswahl, Warum tragt ihr Rock?
    Ein Rock ist nunmal kein Geschlechtsatttribut wie die Hose kein Geschlechtsattribut ist.
    Ein Rock ist allemal bequemer und variantenreicher als eine Hose.
    Ich frage mich, warum wir nicht schon als kleine Jungs schon dazu ermutigt worden sind.
    Ich trage schon lange Rock.

  • Hallo
    Also ich bin ein Mann und trage in der Freizeit gerne einen Rock. Seit 3 Jahren im Sommer bei warmen Wetter. Entweder als Sarong, Kilt oder Jeansrock. Seit letztem Jahr auch im Herbst, Winter und Frühling.
    Ein sehr bequemes und luftiges Kleidungsstück. Und auf jeden Fall mal was anderes im alltäglichem Jeansallerlei.
    Einfach mal über Euren Schatten springen und ausprobieren. Der nächste Sommer kommt bestimmt.
    Gruß
    Jürgen

  • Mich wundert es auch, dass sich der Männerrock nicht durchschlagen hat. Die Frauen tragen seit 50 Jahren meistens Hosen, bis dann das uneingeschränkte Monopol des Mannes. Und sie sind so weiblich und Männern attraktiv geblieben wie zuvor. Warum sollten Männer weniger maskulin werden, trügen sie Röcke, die für sie konzipiert wären? Hosen haben viele Vorteile, aber die haben Männer immer weniger nötig, und für die männliche Anatomie sind Hosen ja eigentlich eine Katastrophe. Da wären wir mit passenden Röcken in sehr vielen Situationen besser dran. Um ein männliches Erscheinungsbild im Rock und auf Sehgewohnheiten kommt es einfach an.
    Ich selbst trage seit bald 20 Jahren regelmäßig Kilts, weil sie sich als superbequem, anders und vielfältig verwendbar erwiesen haben, und noch dazu eine tolle Erweiterung meiner Garderobe sind.

  • Hallo ich bin auch ein Mann, der vor zwei Jahren dahinter gekommen ist, wie Bequem & Befreiend es ist, auch Öffentlich einen Rock zu Tragen.
    Da ich Leder sehr mag, kommen für mich meist aber nur Lederröcke in Frage.Ich hätte eigentlich schonn viel früher damit anfangen sollen.Aber es ist noch nicht zu spät um es in vollen zügen Genießen zu können im Lederrock zb. Shoppen zu gehen.
    Ich kann andere Männer nur dazu Ermutigen sich Röcke an zu ziehen. ( Ihr wisst sonst nicht was ihr Verpasst)

  • Röcke sind einfach herrlich . Das Gefühl sie zu tragen hat was von Freiheit und auch ein bisschen Rebellion – gegen Angepasstheit im Allgemeinen und auch gegen die Diskriminierung der Frau. Ein Kleidungsstück / -art zu schmähen hat ja irgendwie auch mit wenig Achtung vor dem Träger zu tun…liebe Frauen und Mädels denkt mal darüber nach!
    Es wird höchste Zeit das der Rock die Regel wird und die Hose die Ausnahme – am Besten wieder bei beiden Geschlechtern.

  • Ich trage seit mehr als 15 jahren gelegentlich Röcke weil sie bequem und angenehm zu tragen sind.Auf meinen mehrstündigen Wanderungen trage ich ausschliesslich Knielange Röcke. Meine Frau ist darüber nicht begeistert sie trägt nur Hosen, aberwir haben einen Deal: wenn wir zusammen weggehen tragen beide Hosen, ich alleine oder mit Kollegen, bin ich im Rock unterwegs.
    Nur mut Männer fängt so früh wie möglich mit dem Rock tragen an! So gewöhnnen sich die Kollegen und eure Freund daran.

  • I think it’s nice to wear a skirt. Since 1 year I wear skirts in the public and it is no problem, even my wife accepts me wearing skirts.

  • Ich frage mich auch schon lange, warum sich die Männerwelt nicht den Mut hat zum Rock zugreifen?
    ich trage schon lange Röcke .
    Es wird auch schönlangsam an der Zeit das die Modewelt einen Tragbaren Rock für uns Männer entwirft.
    Und dieser aber auch in den Handel kommt und nicht nach der Modenschau wieder im Keller verschwindet.

  • Ich wahr jetzt wieder auf Seminar und habe abends immer einen Rock getragen. Es gab keine Negativen Äußerungen . Im Gegenteil es fanden alle Seminarteilnehmer gut und auch in der Hotelbar.

  • …aber dass sich der Mann so stur selbst einengt, begreife ich nicht…

    Der Mann, der sich dazu entschliesst, sich nicht mehr stur einzuengen, sich nach der Arbeit einen bequemen Rock kauft und anschließend damit am Leib nach Hause kommt…
    …wird nun von WEM stur eingeengt? Naaa, wer weiß es??

  • In der Umfrage fehlt die Kategorie: Ich trage schon Röcke! Leider gibt es für Männer sehr, SEHR wenig Auswahl, wenn man sich nicht in Frauenkleiderläden rumtreiben will. Nicht mal im Internet gibt es ein ernst zu nehmendes Angebot. Die Kleiderbranche soll aufwachen und uns vernünftige Vorschläge unterbreiten, und nicht diese grauenhaften Modefummel aus der Bilderreihe.

  • Immer wieder sind Männer in Röcken auf den Laufstegen zu sehen. Leider finden diese nie den Weg in die Männerabteilungen der Bekleidungsgeschäfte.
    Ist aber nicht so schlimm, einfach den Umfang messen und sich in den Damenabteilungen bedienen, dort gibt es genug passende Röcke.

  • Auch beim Bergwandern sind Röcke bestens geeignet. Im übrigen Alltag sowieso. Wozu tragen Männer Hosen?

  • Hallo,

    Röcke sind wunderbar bequem, gerade im Sommer möchte ich sie nicht mehr missen, vor allem nicht beim Sport (Langstreckenlauf aka Joggen). Mich irritiert in diesem Zusammenhang, dass die wenigen Frauen, die zum Laufrock greifen, Skorts bevorzugen (also Rock über Kurztight). Hey, ein Laufrock ist mehr als modisches Accessoir, nur mit Unterhose getragen ist er nicht nur bei hochsommerlichen Temperaturen wirklich „cool“. Im Winter, ja, da greife auch ich zur Rock/Hosen Kombi, weil die Doppellage schön wärmt.

    Blöde Kommentare habe ich in nun 6 gelaufenen Jahren im Rock nur selten zu hören bekommen – und ich laufe fast nur in Röcken, beim Training in Wald und Flur, bei Wettkämpfen. Und meine Frau läuft mit 🙂

    Im Alltag trage ich übrigens auch gerne Rock. Ist praktischer als Hose.

    Josef

    • Sehr angenehmer Kommentar. Wirkt frei und nicht so gekünstelt. So geht es. Ich selbst habe oft Angst so frei damit umzugehen.
      Wegen der blöden Blicke und der zunehmend aggressiven Kommentare.
      Danke sagt
      Michael

  • Hallo,
    Auch ich trage gerne mal einen Rock, allerdings nicht aus praktischen Gründen wegen Beinfreiheit oder Bewegungsfreiheit sondern eher aus optischen Gründen und auch noch einem anderen praktischen Grund .
    Ich sitze im Rollstuhl und oft einen bodenlangen Leder Rock , dir vor allem bei nassem Wetter die Feuchtigkeit sehr gut abhält und auch komplett meine Beine bedeckt. Der Vorteil in dem Fall ist, dass das Wasser nicht zwischen den Beinen auf die Sitzfläche läuft sondern wenn dann neben ab. Ist jetzt für einen Fußgänger wohl etwas ungewöhnlich aber echt praktisch. Auch beim anziehen ist es um einiges leichter einen Rock als eine Hose anzuziehen.

  • Eine der (noch immer recht) wenigen Internet-Seiten, über die ich mich freue und die ein Thema in den Mittelpunkt stellt, dem es gut täte, bräuchte es nicht so spektakulär zu sein. Dann wären ja Männer – oder besser jegliches Geschlecht – im Rock – wie auch in Hosen – Normalität. Und dazu wird es dringend Zeit. Selbst hatte ich auch wie die anderen Kommentatoren hier das Gefühl, es gäbe keine anatomisch dem Mann gewidmete Auswahl zu kaufen. So entstanden Entwürfe und die Nadel surrte kurz darauf durch Stoffbahnen, denen es eigentlich egal war, ob sie zu Hosen, Hemden oder Röcken verarbeitet würden. Das Ergebnis war so überwältigend schön (und auch bequem), dass einerseits ich das Tragen nicht mehr sein lassen konnte (in der Öffentlichkeit natürlich) und zudem meine Liebste mich liebevoll drängte , ihr eines der entstandenen Modelle ebenso exakt passend auf den Leib zu nähen. Das Ergebnis – finden wir – kann sich sehen lassen und dürfte all den Männern (und auch Frauen), denen das modern modische Favoritmaximodell im Angebot fehlt, ein Hoffnungsschimmer sein. Oder liegen wir da falsch? Wer mag, kann hier einmal nachsehen: http://www.bru.one
    Stefan, deine Rollstuhlvariante sieht auch wirklich schick aus. Zwar begeistern sich mein eigener Sohn im Rollstuhl nicht gleichfalls für Röcke wie ich, doch ist mir die Regen-Oberschenkel-Problematik bestens bekannt. Toll und schick gelöst!
    Holm

  • Ich trage auch sehr gerne Röcke. Allerdings sehe ich den Grund, warum wir Männer fast keine Röcke tragen ein wenig anders. Den meisten Männern ist es ziemlich egal, wenn ein anderer Mann einen Rock trägt. Aber die meisten Frauen finden es ziemlich irritierend bis „abartig“. Ja, so was durfte ich mir schon anhören. Die dazugehörige n Männer meinten dann meist so was wie „ja und?“ Am schlimmsten sind Frauen Gruppen. So viel zum Thema Gleichberechtigung.

  • Lieber Thomas, es tut mir leid, wenn es dir so ergeht. Ein Erklärungsversuch (ohne Näheres zu wissen):
    > Oft sind (traditionell + noch immer) Frauen Mode-aufmerksamer.
    > „Mode“ ist leider meist ein idustriell forciertes monotones Trendprodukt, das schlimmstenfalls zu wenig Abweichung toleriert.
    > Frauen in Hosen waren vor hundert Jahren eifrige Kämpferinnen zum Trotz abschätziger Blicke von Männern, die Konkurrenz in ihrer höher gestellten und bislang geschützten Geschlechtersphäre fürchteten.
    Fazit nun für uns:
    > es handelt sich offensichtlich um eine transiente Phase, die zu überwinden nicht nur keinerlei Mut erfordert, sondern auch etwas Spaß macht, die eine oder andere vielleicht doofe Bemerkung beiläufig zu hören.

    PS: selbst habe ich zumeist keine, hin und wieder positive und einmalig abfällige Töne gehört. Wir leben in einer fantastischen Zeit, wo jegliches anständige Ausbrechen möglich und förderlich ist. Nur „Mut“!
    Holm

  • Ich trage auch als Mann sehr sehr gerne Röck (Damenröcke) mit einer Bluse und High Heels in der Öffentlichkeit.

  • Auch ich besitze mehrere Röcke, alle in der Damenabteilung gekauft. Am häufigsten trage Jeansrock Knielang oder Wadenlang.

  • Hallo zusammen ich trage in meiner Freizeit immer Shirt. und Bodenlange Röcke einfarbig weiß dunkelblau schwarz Cotten auch mit Stufen unten weit geschnitten…Ich finde es bequemer.als Hosen die im Schritt kneifen.
    Es ist sehr leicht und fühlt sich gut an …Meine Freundin findet das es mir steht… Mit einem trainieren BODY sieht das nicht,weiblich aus. Nicht allen Männer steht so was. Es muss vom Typ passen. kurz und Wadenlang geht gar nicht.

  • Ich trage Bodenlange Röcke seit 30 Jahren in meiner Freizeit meist glatt stufig dunkelblau, weis, schwarz, grau. Röcke stehen nicht jedem Mann …Kurz und knielang geht gar nicht . Ausnahmen Schottenrock. Einem trainieren BODY kommt das gut …findet auch meine Freundin.

  • Wie schon von anderen Kommentatoren vermerkt, fehlt die Umfragemöglichkeit: Ich trage Röcke.
    Es gibt allerdings Gründe, die es Männern erschweren, Röcke zu tragen. 1) Es gibt fast keine Männerröcke. Mal abgesehen von schottischen Kilts und Röcken aus der Gothicszene findet man auf dem Markt kaum etwas. Oder haben Sie im C&A schon mal einen Männerrock gesehen? 2) Frauenröcke /-kleider sind auf Frauen zugeschnitten. Einem Mann passt das nicht unbedingt, weil Männerkörper sich von Frauenkörpern unterscheiden. Der Tragekomfort ist also deutlich geringer, resp. die Auswahl an passenden Kleiderstücken. 3) Frauenröcke /-kleider haben Farben, Muster und sonstiges dran (Rüschen etc.), die ich persönlich echt nicht tragen mag. Auch Kleidungsstücke aus synthetischen Materialien kommen mir nicht an den Körper. 4) Es braucht ja nicht nur einen Rock, sondern ev. auch noch etwas für drunter. Und ich ziehe keine Frauenstrümpfe an. Für Männer allerdings ist die Auswahl sehr eingeschränkt. Klar, es gibt die gute alte lange Unterhose mit Eingriff, meist in weiss… 5) Die paar revolutionäre Röcke, die man vielleicht mal auf einer Modeschau zu sehen kriegt, ist, wie das meiste, das auf Modeschauen gezeigt wird, ja nicht wirklich brauchbar für den Alltag. Fazit: Wenn die Modebranche mal ernsthaft alternative Kleidungsstücke für Männer anbietet, die die obengenannten Beanstandungen umgehen, dann wird man auch öffentlich wohl mehr Männer sehen, die sie tragen.

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