Jetzt: Vogue Festival in London

Heute und morgen findet in London das Vogue Festival 2013 statt, die DLD Conference der Mode: eine Plattform, auf der die erfolgreichsten Leute des Fashion-Business (Alber Elbaz, Natalie Massenet, Mario Testino und viele mehr) von ihrer Haltung und ihrer Arbeit erzählen.
Erst das Handwerk, dann die Idee. Das war eine Botschaft im Gespräch mit den Designern JW Anderson, Erdem, Mary Katrantzou und Jonathan Saunders vor einer Stunde. Saunders erinnert sich daran, dass es überhaupt keine gute noch erfolgreiche Idee war, eine Kollektionen zu entwerfen, von der man nicht weiß, wie man sie produzieren soll. Ich glaube, Karl Lagerfeld macht das heute noch so. Die Muster-Königin des neues Jahrtausends Mary Katrantzou trägt übrigens fast nur Schwarz, erzählt sie. Das erinnert wiederum an Schreiber, die keine e-Mail oder SMS geradeaus schreiben können.
Ebenfalls vor circa einer Stunde sprach die High Fashion E-Commerce-Regierende Natalie Massenet (net-a-porter.com). Was gibt sie uns Followern mit auf den Weg: "Je härter man arbeitet, desto glücklicher wird man," sagt sie und, wer ganz ehrlich ist, der kann das bestätigen. Vorausgesetzt man tut, woran man glaubt und "folgt seinen Instinkten". Außerdem erinnert sie an die goldene Regel, in allererster Linie den Kunden vor Augen zu haben. Das ließe sich auch auf den Leser übertragen – daran muss die Mode-Welt allerdings noch arbeiten. Sage ich.
Um 18 Uhr wird Michael Kors ein Gespräch mit dem britischen Model Yasmin Le Bon führen, wozu er Modepilot eingeladen hat. Ich bin gespannt und schmeiße mich gleich in einen schwarzen Overall zu Tom Ford Pumps für den Anlass. In der Zwischenzeit verpasse ich das Gespräch "Mad About the Girl" zwischen Anna dello Russo und Bloggerin Susie "Bubble" Lau, in dem es wieder einmal um das Phänomen Streetstyle-Karriere geht. Nichts für ungut, aber das Thema ist doch schnell erklärt.
Ob Modedesigner Michael Kors nachher etwas von Qualität und Nachhaltigkeit erzählen wird? Gestern trafen wir im Sanderson Hotel eine Frau namens Donna, die uns ihre fünf Jahre alte Tasche mit den berühmten MK-Initialen zeigen wollte (sie hat mitbekommen, dass wir der "Michael-Kors-Tisch" sind). Das Innenfutter habe sie schon entfernt, so zerschlissen sei es mittlerweile gewesen, aber sie liebe die Tasche nach wie vor und trage sie seit fünf Jahren täglich. Die solide Lederverarbeitung wüsste sie sehr zu schätzen.
Of Kors, dachte ich mir, gut eingefädelt von dem MK-Team, aber die New Yorker schwören, mit Taschenfan Donna vorher noch nie gesprochen zu haben.
Fotos: Vogue Festival 2013(2), Modepilot/Modejournalistin
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