Designer Outlets sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.
Kathrin Bierling

Designer Outlets sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Designer Outlets waren doch diese Miniatur-Städte für Heldinnen des Ramsches. Ihr wisst schon: viel Türkis und Schuhe, auf denen keiner laufen kann. Eine wirkliche Fashionista bekam Albträume bei dem Gedanken. "Es gibt einen Grund, warum diese Teile selbst im Sale nicht weggegangen sind!"

Schwarze Nappa-Lederjacke von Calvin Klein Collection

Ich war maximal genervt. Als ich während eines Ski-Urlaubs monacooffice ins Salzburger Designer Outlet begleiten musste, nölte ich im Auto rum: Das können wir uns wirklich sparen, die vermeintlichen Schnäppchen wirst Du nieee anziehen!

Ich sah mich schon mit meiner WWD-Zeitung in einem Café auf ihn warten. Doch beim Betreten des Hauses (erinnert an eine Miami Shoppingmall, nur viel kleiner), sehe ich links eine Jil Sander Boutique mit schickem Schaufenster und tollen Runway-Pieces aus der letzten Saison. Hm, na gut, da kann man ja mal gucken...

Schwarzes Seiden-Schluppenkleid von Red Valentino

Mittlerweile ist es zu einem großen Sport unter Moderedakteuren geworden, Designerteile im Sale oder im Outlet zu ergattern. Denn das, was uns gefällt und wir auch tragen können (in einer Bank oder einer Rechtsanwaltskanzlei wären wir Clowns), wandert meist in den Sale oder eben ins Outlet (wenn es dafür nicht sogar extra produziert wurde!). So, wie der neon-violettfarbene Midi-Bleistiftrock von Jil Sander, den ich damals fand. Mit zwei weiteren Tüten, eine von Strenesse und eine von La Perla kam ich überglücklich in die Ski-Hütte zurück.

Wedges von Calvin Klein Collection

Jetzt war ich wieder dort. Und, was mir auffällt und auch einemal auf einem High Fashion Blog gesagt werden muss: Hier findet man auch Teile, für die man regulär Geld ausgeben würde, wenn man eben als Rechtsanwältin oder Bankerin arbeitet: Bleistiftröcke, Blazer und schwarze Pumps bei Jil Sander, schwarze Spitzenwäsche von La Perla (die ich mir tatsächlich einmal regulär am Flughafen gekauft hatte), schwarze Strumpfhosen von Falke – oft minus 80 Prozent!

Bei Calvin Klein Collection fand ich dieses Mal so Wedges, für die sich Frauen begeistern können, Männer eher weniger. Bei Valentino gab es noch ein schwarzes Schluppenkleid aus Seide für mich – wieder so eine Frauensache. Ich lieb's: Tanten-Style at it's best!

Fotos: Modepilot/Modejournalistin

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

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