Das neue Bond-Girl – wir müssen reden
Kathrin Bierling

Das neue Bond-Girl – wir müssen reden

Bond-Girl Bérénice Marlohe bei der Filmpremiere von "Skyfall" am vergangenen Dienstag in Berlin

Daniel Craig als neuer, moderner Bond (auch schon seit sechs Jahren) ist etabliert. Den Agenten unserer Zeit charakterisiert er mit seiner Einstellung zum Wodka-Martini-Kultgetränk, als er in "Casino Royal" 2006 die Frage nach dem Rühren oder Schütteln mit "Do I look like I give a damn?" vom Tisch fegte. Als 007 hat man wirklich andere Sorgen.

Daniel Craig hat als Bond keine Zeit für Schischi und Allüren. Das gefällt mittlerweile auch dem Bond-Fan, der sich einst noch für die immer gut sitzenden Anzüge nach der Rettung der Welt freute. Jetzt freuen wir uns über den neuen Q, der auf einen Sender setzt und auf explodierende Kugelschreiber verzichtet. Regisseur findet Autos, die unsichtbar werden können, albern. Wir auch.

Und jetzt zieht auch das Bond-Girl nach, nicht mit Sprüchen, mit anderen Effekten: der Rolle entsprechend mit Aussehen/Styling. Der Wow-sie-sieht-so-unfassbar-schön-aus-Moment ist nicht mehr modern. Jetzt, da man aus jedem Schlumpf eine Sexbombe basteln kann, sind andere Qualitäten gefragt. Jedes Detail an Schauspielerin Bérénice Marlohe, die im angelaufenen "Skyfall" das Bond-Girl Sévérine spielt, ist unperfekt: fleckige Lippenstift-Lippen, schwarz verschmierte Augen, schreckliches Abendkleid und ebensolcher Schmuck. Die Nägel muss man "Krallen" nennen und die abendliche Hochsteckfrisur ist so schräg (samt heraushängender Haarsträhne), dass man sich in der Casino-Szene paypal online casinoonlinepaypal.de auch Tim Burton-Schauspielerin Helena Bonham Carter als Bond-Girl vorstellen kann.

Später sieht man Sévérine in einem silbergrauen Morgenrock aus Seide umherspazieren. Meine meine männliche Pemieren-Begleitung bekommt das nackte Gruseln: Es zeichnen sich natürliche Brüste ab, die in Relation zum erstaunlich fröhlich schwingenden Hinterteil fast klein wirken. Als Frau findet man das toll. Man könnte Bond-Girl werden, großartig! Doch eines muss man Bérénice Marlohe lassen: Sie sieht mit all dem Mut zur Echtheit unfassbar sexy aus. Vielleicht gerade, weil so wenig perfekt an ihr ist. Oder anders: Die perfekte Inszenierung des Perfekten im Unperfekten.

Fotos: Modepilot/Modejournalistin, screenshot von mediamarketjournal.com

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

Kommentare