Kathrin Bierling Zum Thema "Balmain"
Der Balmain-Hype ist tot, sagen Einzelhändler. Warum sollte eine Frau noch Unsummen für zerrissene Hosen und Statement-Blazer der Marke ausgeben, wenn die Tochter ihrer Putzfrau eben solche Teile von Zara trägt? Balmain-Sachen lassen sich halt viel zu leicht kopieren/günstig produzieren.
Balmain
Und der Sommer 2011?
Mainlandoffice brachte es schon auf den Punkt:
"Gottchen, erst dachte ich, ich wäre aus Versehen bei Isabel Marant Sommer 2010 gelandet – dann war es aber doch Balmain Sommer 2011. Wir befinden uns bei Christophe Decarnin in der Endlos-Rock-Chick-Schleife – das ihm das nicht selber langsam fad wird?"
Cathy Horyn, Modekritikerin der New York Times, hält die Sommerkollektion von Balmain mit ihren Sicherheitsnadel-Jacken für einen schlechten Scherz.
Und gestern schreibt Silke Wichert in der Welt am Sonntag:
"Es werden jede Saison weniger, aber ein paar Optimisten glauben immer noch, Christophe Decarnin werde bei Balmain irgendwann etwas anderes bringen als den ewigen "Sex, Punk and Proll-Look". Vielversprechender ist wahrscheinlich, auf Thilo Sarrazin als zukünftiges Ehrenmitglied der Grünen zu setzen. Für den Durchschnittpreis von ein paar Tausend Euro gibt es bei Balmain diesmal Jeans- und Lederjacken mit einer Ladung Sicherheitsnadeln übersät. Wahnsinnsidee."
Foto: catwalkpictures


Mich nerven die schon lange und deren PR-Agentur (KCD) ist hochnäsig und macht ihren Job nicht. Die sollen ruhig so weitermachen, denn Hochmut kommt vor dem Fall. Vielleicht sollte der Decarnin mal die Muse, bzw. Beraterin wechseln. Emmanuelle Alt zieht sich ja auch immer gleich an.
Ich dachte schon, ich würde mich alleine wundern... jetzt bin ich beruhigt!
ich weiss nicht...balmain soll sich ja in den Läden nie wirklich so gut verkauft haben, wie es der hype vermuten liess...aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Marke nach diesem Zwischentief noch grösser raus kommt. UND DANN wird überall zu lesen sein, wie unglaublich konsequent, sich selbst treu, gradlinig etc. etc. Christophe immer designt hat und dass man sich nicht bei den Massen anbiederte, keine Konzessionen bei Exklusivität und Preisen machte, die Kopien der Billigketten überlebte, sich nicht von Kritikern dreinreden liess und so weiter und so fort. Die Hochs und Tiefs einer guten Geschichte halt. (Balmain verspricht seiner Kundin doch mehr als andere Marken zurzeit eine Art sexy Jugendlichkeit mit kalkulierter Unverfrohrenheit und das passt doch nachwievor wunderbar zum Zeigeist, where 40 is then new 30)
ich habe balmain nie so wirklich verstanden. ich finde das design einfach billig, mag es durchdacht sein so gut es will und auch die edelsten stoffe können die erste assoziation nicht wieder gut machen.
[...] machen aus den pantoffeligen Ugg-Stiefeln auch kein Fashion-piece. Silke Wichert, die mit ihrer Balmain-Kritik in der Welt am Sonntag in Fahrt kam, macht auf ihrer styleproofed-Seite zum Thema “Ugg Choos” treffend weiter: [...]