Modepilot-Umfrage: Fünky Zeit mit Brüno?

Morgen ist es dann also soweit: Die personifizierte Gay-Fashion-Show Brüno (alias Borat alias Ali G alias Sacha Baron Cohen) startet in den deutschen Kinos. Als oberschwuler österreichischer Modereporter nimmt Brüno front- und backstage die Modewelt auseinander. Und da wir hier alle als Modeinteressierte, -schaffende und -berichtende irgendwie mit zum Zirkus gehören und quasi Betroffene sind, stellt sich doch die Frage:

Hat sie eine Dior Karte?

Foto: screenshot Universal Pictures
Photo Credit: false

Kommentare

  • Jérôme sagt:

    Falls hier Redakteure von 'Die Weltwoche' diesen Kommentar lesen, dann hätte ich zu Eurer Titelgeschichte "Homosexualität als Religion - Handschellen in Rosarot" mit Brüno im Rapsfeld gerne gewusst: Wie kommt man auf solch einen Sch.... und wo wurdet Ihr in Journalismus ausgebildet?
    Hier der Link für die Leute die nicht wissen, worum es geht: http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2009-27/artikel-2009-27-handschellen-in-rosarot.html
    Dazu möchte ich einen Freund zitieren, der zu genannten Textpassagen seine Meinung äußert, welche ich voll und ganz unterstreichen kann:

    " Heute wieder viel gelernt in der Weltwoche: Schwulsein wäre besser "einfach eine sexuelle Veranlagung, die nach den Regeln des guten Geschmacks in der Öffentlichkeit endlich wieder diskret behandelt würde."

    Homosexuelle sollten weder Kinder bekommen noch adoptieren dürfen, klärt die Titelgeschichte auf. Denn: "Experten raten ab." Wissenschaftliche Studien werden nicht zitiert, aber bei der Auswahl der "Experten" hat sich die Weltwoche viel Mühe gegeben, damit die Geschichte zur "Tunte vor Rapsfeld" auf dem Titel passt. Passend sind auch die weiteren Hefttitel: "Zu faul zum Arbeiten" und "Männer lieben den Krieg, Frauen lieben Krieger".

    So geht objektiver Nachrichtenjournalismus. Danke, Weltwoche! "


    Auch online gleich nochmal dieses 'Schmankerl' hinterher:

    "Schwule Tiere, schwule Polizisten, Gay-Paraden: Berechtigter Protest, nerviger Kult oder gefährliche Agitation? Was ist Ihre Meinung?"


    ??????
    @Modepilot-Umfrage: Nein, ich werde ihn nicht anschauen. Mir gefällt die Darstellung der Hauptrolle nicht.
    Liebe Grüße
  • Jen sagt:

    Ich werde ihn mir schon anschauen, allerdings nicht unbedingt im Kino, da ich das Fremdschämen schlecht aushalte und die Gelegenheit des Pause drückens brauche.
    Was mir an Cohen's Humor gefällt, ist dass er bei seinen Satiren wirklich alle einbezieht. Die Meisten schütteln (zurecht) den Kopf über die homophoben, rassistischen, dummen Reaktionen, die er provoziert – gleichzeitig nimmt er aber auch die Klischees auf den Arm, die er darstellt. Seine Filme wollen nie nur mit dem Finger auf engstirnige Leute zeigen, sondern auch, dass sich die vermeindliche Minderheit oft erbost, obwohl sie zu den Klischees viel beigetragen hat. Das war bei Ali G so, bei Borat, und bei Brüno ist es sicher auch so – man sollte auch über sich selbst lachen können, und gleichzeitig anerkennen, dass Cohen mit so einem Film vermutlich am Ende mehr für die positive Wahrnehmnung von Homosexualität getan haben wird, als so mancher CSD.
  • Tina sagt:

    Jérôme, Du darfst doch die Weltwoche nicht als Maßstab nehmen. Das Blatt ist bevölkert von reaktionären, egomanischen Machos. Deren populistische Artikel nimmt kein Mensch ernst, der Verstand hat und Respekt vor anderen.
  • Jérôme sagt:

    CSD finde ich ebenfalls schrecklich, weil dort die meisten Anhänger in eine Schubladenfraktion rutschen, derer sie sich sonst im Privatleben nicht bedienen. Die Anfänge, der Ursprung des CSD, so wie im Film 'Milk' dokumentiert, war ein ganz anderer und deshalb ein Erfolg. So wie der ganze Film. Deshalb war ich bis heute auf keinem CSD.

    Erbost bin ich übrigens nur über die Weltwoche-Titelgeschichte. Sie ist diskriminierend und vor allem bei den Haaren herbeigezogen. Leider handelt es sich hierbei nicht um irgendein Blättchen. Sprich: Es wird ein großes Spektrum Leser erreichen.

    Den Brüno-Film finde ich einfach nur schlecht. Wäre er z.B. von Almodovar gedreht worden, wäre es sicherlich ein Meisterwerk. Das Thema 'Modezirkus' finde ich nämlich schon interessant.


  • Nama sagt:

    Jérôme, danke für den Link. Wirklich ein interessantes, wenn auch erschreckendes Stück. Der Autor nimmt Brüno ja nur als Aufhänger, um mal ordentlich über die Homosexuellen - und meint damit vor allem Schwule - vom Leder zu ziehen.

    Grundsätzlich gebe ich Tina Recht, dass man die Weltwoche nicht als Maßstab nehmen sollte. Aber ich glaube nicht (leider), dass der Autor nur eine Minderheit vertritt.


  • Corinna sagt:

    Jérôme, Tina hat absolut recht. Man muss auch nur die ersten zwei Sätze lesen und weiß, dass der Autor zu den 42% in der Schweiz gehören würde, die dagegen gestimmt haben. Wir bedauern die, die diesen Quatsch wirklich glauben und nicht ausreichend Verstand haben dieses zu erkennen. Und zur Umfrage: Ich kann diesem Cohen leider überhaupt nichts abgewinnen und fand keine seiner Rollen lustig!!
  • Jérôme sagt:

    @Tina: Danke. Ich weiß, was du meinst. Jedoch ärgert es mich schon, da ich im Alltag unumgänglicher Weise auf genügend Menschen stoße, die solche Schalgzeilen "super" finden.
    Wie auch immer: Will jetzt hier auch nicht von der eigentlichen Umfrage ablenken, die einen ganz anderen Kern hat.
  • Nama sagt:

    Die Süddeutsche hat Brüno interviewt:

    "Hitler vas a bit of a bitch"

    Morgen kommt "Brüno" in die deutschen Kinos. Vorab offenbart er im Interview, wer er wirklich ist: "I’m like ze Austrian Princess Diana - we’re both caring, sensitive und bulimic."


    http://www.sueddeutsche.de/kultur/276/479764/text/

    Das SZ-Magazin hat ein Interview ohne Worte im Angebot:

    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/29747


  • Jen sagt:

    QUOTE JEROME Den Brüno-Film finde ich einfach nur schlecht. Wäre er z.B. von Almodovar gedreht worden, wäre es sicherlich ein Meisterwerk. Das Thema ‘Modezirkus’ finde ich nämlich schon interessant. QUOTE JEROME

    Das kannst du doch aber nicht ernsthaft vergleichen?!

    Ganz abgesehen davon, dass auch Almodovar furchtbare Filme machen kann (siehe sein aktueller Film) – ist er ein europäischer Filmkunstregisseur. Sasha Baron Cohen hat nie und will nichts anderes machen als Hollywood Popcorn Kino! Aber genau damit erreicht er eine breite Masse.


    Ich will den Film nicht unnötig verteidigen, zumal ich ihn nicht kenne – aber schon Borat hatte überraschend zynische und subtile Zwischentöne, die viel über den Menschen aussagen.
    Davon abgesehen wünsche ich mir auch mehr Filme wie MILK.
  • Jérôme sagt:

    Ich habe bewusst Almodovar als Beispiel genommen, da seine Filme anspruchsvoll sind. Nicht nur Kunstverständnis, auch Intellekt sind gefragt. Ich finde diesen Vergleich einfach zu treffend, da es sich einmal um schlechte und einmal um gute Unterhaltung handelt. Zwei Extreme.
    Mit der QUOTE gebe ich dir völlig Recht.
  • Jen sagt:

    "Quote" heisst Zitat… schuldige, wenn das unverständlich war, hier fehlte mir die Möglichkeit, dich zu zitieren, weswegen ich es so eingerahmt habe.
    Ich verstehe was du meinst, ich denke nur, dass es 2 Extreme sind und – für mich – nicht unbedingt vergleichbar. Grundsätzlich finde ich diese Art der Unterhaltung auch uninteressanter, allerdings glaube ich schon, dass man auch bei BRÜNO den Kopf benutzen muss, um ihn *richtig* zu verstehen.
  • Mart sagt:

    Jerome, wenn du noch auf keinem CSD gewesen bist, wie kannst Du ihn dann schrecklich finden?

    Viele Grüße & klar guck ich mir Brüno an.


  • blica. sagt:

    @jerome: ich bin ja immer noch der meinung: es gibt sie, die bösen und die guten blätter. dass die weltwoche eher rechtskonservativ anzusiedeln ist und dementsprechend homophobe äusserungen ihren platz finden, ist nicht verwunderlich, wenn auch sowas eigentlich nirgendwo seinen platz haben dürfte. ich empfehle als alternative mal die taz, da kannste auch was über "brüno" lesen: http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/schamlos-charmanter-held/
  • parisoffice sagt:

    Und ich steuere nun noch den Lesetipp aus SPON bei. Auf Deutsch-Englisch. Hach, wie lustig ;-(
    http://www.spiegel.de/international/zeitgeist/0,1518,634871,00.html
    Also nach dem Interview habe ich immer weniger Lust, den Film zu sehen.
  • Jérôme sagt:

    @Jen: Bei Brüno den Kopf zu benutzen...hmmm... mir ist er einfach zu plakativ.
    @Mart: Hallo, auf deine Frage hin: Hier in Frankfurt kommt man nicht drum herum, Szenen mitzubekommen. Natürlich bin ich schon mal gestehen geblieben und habe es kurz angeschaut und von Freunden, die dort mitmachten angesehen. Mein Freundeskreis findet es größtenteils super. Ich mag es nicht. Deshalb war ein direkter Besuch beim CSD mit längerem Verweil bisher noch nicht angestrebt.
    @Blica: Vielen Dank für Deine Empfehlung. Die Taz ist super. Ebenso wie meine Lieblinge "Süddeutsche", "Spiegel" und nicht als Nachrichtenjournal, aber mit spannenden Themen, der "Cicero".