Kathrin Bierling Zitatenschatz der Woche
Autor Juan Moreno bringt im aktuellen Spiegel (23/2009) das Testimonial-Potential von GNTM für McDonald's auf den Punkt: "Ein Hackkloß ist die Ausschussware einer toten Kuh, Germany's Next Topmodel ist die Ausschussware der Schönheitsindustrie."
Großartig: Auf Seite 57 im aktuellen Spiegel bringt mich Juan Moreno mit seiner Schilderung einer Klum'schen Werbeveranstaltung zum Lachen und Weinen. Schon beim Einstieg:
Da reicht die Nennung von Fakten: "Vier Frauen mit vier Burgern in der Hand stehen auf dem Münchner Karlsplatz, nicht weit vom Marienplatz im Stadtzentrum. Die Frauen sind gekommen, um McDonald's zu helfen und sich selbst. Sie heißen Sara, Mandy, Marie und Heidi. Die Burger haben auch Namen: Ciabatta Senf Deluxe und Chicken Napoli."
Moreno beschreibt dann das einstudierte und zustimmende Nicken der GNTM-Finalistinnen, wenn Heidi Klum einstudierte Fragen beantwortet. Zum Beispiel, "wenn Heidi dem Moderator sagt, dass sie den Big Mac total gern isst,..." Den Erfolg der McDonald's-Imagekampagne (5,1 Prozent Nettoumsatzsteigerung 2008) skizziert er mit billig & gut (vor Heidi) über vital, gesund (Dank Heidi) bis zum heutigen Luxus-Anspruch (Heidi: "Für mich ist Luxus, in diesen Deluxe-Snack zu beißen"). Warum die beiden (Heidi und McDonald's) so erfolgreich sind? Die Augenwischerei, wenn Pressfleisch als Delikatesse und GNTM als Modelschmiede deklariert werden, nennt Moreno elegant "Verheißung": "Die Verheißung von Heidi Klums Show ist, dass jeder Heidi Klum werden kann. Aber die Mädchen, die in die Show kommen, werden niemals Heidi Klum. Gucci, Fendi, L'Oréal werden sich nicht melden. C&A vielleicht. Und McDonald's."
Und: "...ein Fleischklops bleibt ein Fleischklops, er wird kein Rumpsteak mehr und kein Filetsteak."
Foto: screenshot Der Spiegel 23/2009

Mir hat auch der Teil mit dem Wackeldackel sehr gut gefallenn. Ich liebe Ironie und Sarkasmus!
Darf ich hier kurz was zum Besten geben? Ich war mal auf einem Interviewtermin mit Diane Krüger. Erst im Einzelinterview, dann in der Gruppe. Mit Juan Moreno. Ich kannte ihn nicht. Aber da war ich auch schon ewig hier in Paris stationiert. Als ich ihn fragte: "Na, und für wen arbeitest Du?" antwortete er: "Ich bin Juan Moreno!" Und ich: "Ja, hallo, ich heiße ... und für wen arbeitest Du?" (Ein guter Journalist vergisst niemals seine Frage.) Die Antwort lautete: "Ich bin Juan Moreno und eigentlich weiß man, für wen ich arbeite." Da hatte ich wieder was gelernt. 😉
Corinna, ja, die Wackeldackel-Nummer gefiel mir auch. Am liebsten hätte ich den ganzen Artikel zitiert, aber das darf man, glaube ich, nicht.
@parisoffice Deshalb ist er ein Schreiber geworden. Ich hatte auch nur nach einem Weg gesucht, Small-talks (bei denen ich immer arrogant wirkte, weil unsicher) zu umgehen.
Ich hatte diesen Text heute in meiner deutsch Abschlussprüfung, lol.