Neues vom Beauty Pro: Porentief nachgefragt

Anti-aging Lichttherapie. Als mein Mann neulich überraschend früh nach Hause kam, staunte er nicht schlecht. Da sah er mich völlig relaxt, aber optisch verändert, auf unserer Wohnzimmer-Couch. „Ist denn schon wieder Halloween oder willst du beim nächsten Star Wars Film mitmachen?“, fragte er mit einem skeptischen Blick auf mein Gesicht, zog sein Handy aus der Jackentasche und schwups hatte er mich fotografiert.
Lichttherapie Modepilot Margit Rüdiger
Anti-aging Lichttherapie: Ich mit der Maske auf unserer Couch
Ich sah space-ig aus mit meiner weißen Silikon-Maske, aus deren Höhlen für Augen, Mund und Nase rotes Licht leuchtete. Ganz schön gespenstisch sah das aus, als ich mir später die Fotos ansah. Das „Phantom of the Opera“ fiel mir ein. Aber nein, ich war nicht auf eine Filmrolle aus, sondern auf ein Upgrade meiner Haut.

Das Potential von Lichttherapien

Wie wirksam Lichttherapien in den verschiedensten Bereichen sind, ist vielfach bewiesen. Die NASA setzt sie zur Erforschung der Produktion von Salatkulturen im Weltraum ein, nicht nur um Ertrag und Wachstumszeit zu optimieren. Auf diese Weise sollen sich auch die Menge an Vitaminen und Nährstoffen in den Pflanzen erhöhen und der Geschmack beeinflussen lassen.
Blaues Licht wird beispielsweise schon lange zur Therapie von Akne und Schuppenflechte eingesetzt, da es Entzündungen sowie die Bildung von Hautschuppen hemmt. Während grünes Licht bekannt ist für seine migränelindernden Eigenschaften. Die Bestrahlung mit rotem Licht gilt in der Kosmetik als eine sehr effektive Anti-Aging-Methode. Nicht zu verwechseln mit Infrarotlicht. Das beginnt ab 780 Nanometern. Rotes Licht liegt darunter mit einer Wellenlänge von 580 und 660 Nanometern.
LED-Maske Antig aging Lichttherapie Modepilot
LED-Maske: 10 Minuten genügen
Sein größter Benefit liegt darin, dass es die Durchblutung fördert und die Zellen zu Höchstleistungen anspornt. Es wird vermehrt Kollagen und Elastin produziert, wirkt gegen Rötungen und die kleinen inflammatorischen Entzündungen, die − wie man heute weiß −, einen großen Anteil am Alterungsprozess der Haut haben. Wie es dazu kommt? Stress, falsche Ernährung, Umweltbelastungen und UV-Schäden bringen den Körper aus dem Gleichgewicht.
Er bleibt in einer chronischen Entzündung (engl.: Inflammation) stecken, die unter anderem die Hautalterung beschleunigt. Besonders treffend fand ich den Ausspruch von Barbara Close, New Yorker Expertin für Holistic Health:
„Wenn die Zellen ständig Brände löschen müssen, haben sie weder Zeit noch Energie, Kollagen und Elastin aufzubauen, die für einen jugendlichen Teint sorgen.“

LED-Facial für Zuhause

Neu in der Beauty sind LED-Facials. Wie könnte es anders sein, stammen sie aus Korea. Sie sind eine Art heiliger Gral der Ästhetik, gerade was apparative Methoden angeht. Das Konzept der „home care“ ist dort längst Mainstream. Inzwischen sind auch bei uns die „Light Emitting Diodes“, also Leuchtdioden oder kurz LED, für den Heimgebrauch angekommen. Im Gegensatz zu ultraviolettem Licht sind die Lichtwellen hier unschädlich für die Haut, wirken aber genauso effektiv.
Je nach Wellenlänge erreichen sie unterschiedlich tiefe Hautschichten. Inzwischen sind verschiedene High-Tech-Masken mit solchen Leuchtdioden auf dem Markt. Sie unterscheiden sich in Design und Ausführung − und natürlich auch im Preis. Mit Voll-Visier wie ein geschlossener Motorradhelm und 1026 „Lämpchen“ muss man mehr als 2.000 Euro investieren. Andere Hersteller statten ihre Gesichtsmasken mit einer Kombination aus rotem hautverbesserndem Licht und bakterienreduzierendem blauen Licht aus.

Suki Waterhouse und ich

Ich habe mich für ein mittleres Preissegment entschieden. Suki Waterhouse scheint auch ein Fan der „CurrentBody Skin LED Maske“ zu sein. Ich habe sie auf einem Tweet damit entdeckt. Chrissy Teigen zeigt sich ebenfalls „maskiert“ auf Instagram. Und jetzt ich auf Modepilot.
Die weiße Maske aus patentiertem, flexiblem Silikon ist auf der Innenseite mit 56 kleinen LED-Leuchten − Ich habe sie gezählt − ausgestattet. Sie sind unter einer transparenten Silikonschicht angebracht, wodurch sie keinen direkten Kontakt zur Haut haben, aber jeden Bereich im Gesicht erreichen. Das Gerät kombiniert zwei Wellenlängen, Rot (633nm) und Infrarot (830nm), um die Zellen optimal zu stimulieren.
Am Hinterkopf wird die Maske mit einem Klettverschluss angepasst, sodaß sie perfekt an allen Zonen aufliegt. Praktisch finde ich, dass man nicht an einem Stromkabel hängt und sich frei bewegen kann. Vor dem Start wird die Leuchtmaske einfach per USB aufgeladen. Das dauert rund sechs Stunden und reicht für 20 Anwendungen. Damit kann man das Tool gut auf Reisen mitnehmen, ohne lästiges Nachladen.

Doppelte Maskerade

Beim ersten Mal lege ich die LED-Maske auf das gereinigte und trockene Gesicht auf. Ich drücke auf den Timer und warte gespannt. Nichts. Nur das rote Licht empfinde ich als ziemlich grell und schließe lieber die Augen. Obwohl rote Lichtwellen im Gegensatz zu blauen nicht schädigend sein sollen. Ich finde das Nichtstun während der Bestrahlung auch entspannender, als durch die Sehschlitze zu lesen oder, womit sich Menschen auf den Beispiel-Bildern sonst so beschäftigen.
Nach einigen Minuten entwickelt sich ein dezentes, durchaus angenehmes Wärmegefühl. Weiter passiert nichts. Mit Programmende schaltet sich der Timer nach 10 Minuten automatisch aus. Ich nehme die Maske ab. fühle mich fast ein wenig geblendet trotz der geschlossenen Augen, was aber nur kurz anhält. Neugierig schaue ich in den Spiegel. Die Haut sieht entspannt und frisch aus, schon nach der ersten Sitzung. Der oberflächliche Polstereffekt verschwindet bald wieder, aber das ist klar. Ich mache weiter. Dreimal pro Woche.

Rötungen verschwinden

Beim nächsten Mal benutze ich zusätzlich unter der LED-Maske eine speziell formulierte zweiteilige Hydrogel-Maske, die zu dem Programm gehört, aber auch alleine benutzt werden kann. Schon grundsätzlich mag ich kein solches Glibberzeug auf der Haut, aber ich bin tapfer und nehme sie aus der Verpackung. Schön glatt anlegen auf dem Gesicht. Funktioniert gut, weil die Gel-Schicht relativ dünn ist. Trotzdem wird es ein Desaster, weil der obere Teil des Hydrogel-Films beim Aufsetzen der LED-Maske über meine Augen rutscht. Ich halte die 10 Minuten zwar durch und mein Teint ist hinterher auch gut durchfeuchtet, aber es wird keine Wiederholung geben.
Was mir allerdings gefällt: Durch das LED-Licht tut sich wirklich etwas in der Haut. Nach einem sonnigen Wochenende mit viel Gartenarbeit, hatte ich trotz Lichtschutzfaktor 50 am Abend unschön hitzegerötete Wangen gemischt mit einem Hauch von Rosazea. Nach der LED-Bestrahlung waren die Rötungen verschwunden. Auch die kleinen Fältchen um die Augen sind nach vier Wochen bereits weniger geworden. Obwohl ich bislang kein großer Fan von Beauty-Tools war, werde ich dranbleiben.
Die Maske (gibt es hier >>>) wurde mir von We love PR zur Verfügung gestellt.
Mehr von unserer Autorin Margit Rüdiger lesen Sie jeden Freitag hier auf MODEPILOT.de – Ihre bisherigen Kolumnen gibt es hier >>> und mehr auf ihrem Blog Culture & Cream (>>>) Fragen, Wünsche, Feedback? Sie erreichen unsere Kolumnistin unter beautypro[@]modepilot.de
Photo Credit: Margit Rüdiger für Modepilot

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