Neues vom Beauty Pro: Bauchmuskel-Gerät im Test

Mehr Bauchmuskeln, weniger Umfang

Ich bin ein bekennender Fitness-Enthusiast – und das seit vielen Jahren. Im Studio trainiere ich regelmäßig, mit viel Spaß, aber nicht übertrieben. Um noch besser definierte Muskeln zu bekommen, was ich zugegeben gerne hätte, müsste ich allerdings noch mehr trainieren, Nur, das will ich nicht. Schließlich habe ich auch noch andere Interessen. Aber wenn mir jemand von einer neuen, nicht-invasiven Technologie erzählt, die ohne viel Zeitaufwand Muskeln aufbaut und stärkt, z.B. von einem Bauchmuskel-Gerät Test, dann kann ich einfach nicht widerstehen. Das muss ich ausprobieren. Und deshalb habe ich das Angebot angenommen, das Gerät von Cynosure an meinem Bauch zu testen.
Was meine Bauchmuskeln angeht, machen die ganz schön was mit. Wenn sie sprechen könnten, würden sie sich wahrscheinlich beschweren. Seit Jahren traktiere ich sie täglich mit Sit-ups, das ist schon Routine. Aber ein Yogi im indischen Rishikesh, der Wiege des Yoga am Ganges, hat mich mal über eine Stunde Bauchatmung üben lassen, bis jede einzelne Faser schmerzte und mein Nabel gefühlt an der Wirbelsäule klebte. Ich habe meine Muskeln außerdem in straffe Bauchwickel gesteckt und während des gesamten Covid-Lockdowns mit Elektromuskelstimulation hüpfen lassen, wie ich es auch in einer früheren Kolumne bereits beschrieben habe (EMS-Training für zuhause >>>).

Bauchmuskel-Gerät Test

Und jetzt was ganz Neues. StimSure ist eine Muskelstimulationstechnologie, bei der im Gegensatz zu EMS keine bioelektrischen Impulse fließen. Hier ist ein elektromagnetisches Feld am Werk, das die Muskeln angespannt hält. Aufgrund dieser „maximal tetanischen Kontraktion”, wie man das nennt, kann der Muskel nicht mehr relaxen, sondern bleibt in einer Daueranspannung. Die 20 bis 30-minütige Behandlung soll so effektiv sein wie 800 Sit-ups. Und wer schafft die schon in dieser Zeit. Ich nicht.
Margit Rüdiger Bauchmuskel-Gerät Test Modepilot
Ich teste ein neues Bauchmuskel-Gerät

Zwei Paddle auf meinem Bauch

Mein erster Termin war eine Überraschung. Erwartet hatte ich ein Stechen und Durchschütteln der Muskeln, wie man es spürt, wenn man in einem EMS-Anzug steckt und die Power voll aufdreht. Aber nichts davon. Es war eher angenehm, eine Wellness-Behandlung sozusagen. Durch die Dauerkontraktion der Muskulatur verschmelzen die Frequenzen der einzelnen Muskelkontraktionen. Das bedeutet, dass man nicht mehr diese Einzelzuckungen registriert wie bei EMS. Doch von vorne: Meine Therapeutin im Haut- und Laserzentrum in München hat mir erst mal eine breite, weiße Elastik-Bandage etwas unterhalb der Taille fest angelegt. So muss sich früher das Einschnüren in ein Fischbein-Korsett angefühlt haben. Glücklicherweise kann ich noch atmen. Dann heißt es hinlegen, flach in Rückenlage auf eine Massageliege. Auf meinem Bauch wird rechts und links je ein Paddle unter die Bandage geschoben, das später dann das elektromagnetische Feld zu den Muskeln schickt. Die runden Dinger sind über handtellergroß und haben zu zweit gerade noch auf meiner Körpermitte Platz. Man kann wahlweise nur eines oder beide anlegen. Je nachdem, ob man mehr Sixpack möchte oder eine definiertere Mittellinie. Am besten wechselt man in jeder Sitzung ab, lasse ich mir sagen.

Stoßwelle trifft auf Nähmaschine

Dann ist es so weit. Das Gerät wird angeschaltet und langsam von 15 Prozent bis auf volle Leistung, also 100 Prozent, hochgefahren. Es macht einen ungewohnten Lärm. Zehn Sekunden ein Tackern wie bei Stoßwellen, 10 Sekunden der sirrende Ton einer Nähmaschine, unangenehm ist es nicht. Auch nicht das Aktionspotential, das in den Motoneutronen der Körpermuskulatur ausgelöst wird, wie ich mir habe erklären lassen.
Ich spüre und kann es auch sehen, wenn ich an meinem Körper hinab schaue, wie sich die Muskeln zusammenziehen, ohne dass die Anspannung nachlässt. Bis zu 24.000 Mal werden sie bei einer Behandlung kontrahiert, sagt der Hersteller. Diese konsistente Muskelarbeit soll zu einem effizienteren Wachstum der Muskelfasern führen. Nach 30 Minuten stehe ich völlig entspannt auf und stelle fest – oder bilde ich mir das bloß ein? –, dass mein Oberbauch bereits jetzt etwas definierter aussieht. Dass meine Muskeln tatsächlich kräftig in der Tiefe gearbeitet haben, spüre ich abends bei meinen täglichen Sit-ups. Ich habe einen leichten Muskelkater, was schon sehr lange nicht mehr der Fall war.
Margit Rüdiger Haut- und Laserzentrum München
30 Minuten Bauchmuskel-Training können auch so aussehen

Sechs mal 30 Minuten

Mein Behandlungsplan sieht sechs 30-minütige Sitzungen vor. Bei der zweiten wird nur ein Paddle angelegt, weil meine Therapeutin sagt, damit könne man besonders gut die Mittellinie formen, wie man sie bei extrem Trainierten ohne ein Gramm Fett oft sieht. Ob das bei mir klappt? Da bin ich eher skeptisch. Während der Unterhaltung mit ihr, es geht übrigens nur vor dem „Training“, weil das Sprechen während der Muskelanspannung eher schwierig ist, erfahre ich, was das Gerät noch so alles kann. Am Po soll es ebenso gut wirken wie am Bauch. Die meisten Frauen aber lassen damit ihre Oberarme behandeln, um den Trizeps stärker auszubilden. Mit Hanteln und an Maschinen ist das ja eher mühsam. Männer sind auch unter den Kunden, um ihrem Sixpack auf die Sprünge zu helfen.

Drei Zentimeter weniger Bauchumfang

Nach zig Jahren täglichen Sit-ups mit den immer gleichen Übungen scheinen sich meine Bauchmuskeln zu langweilen. Ja, sie scheinen sich über die neue Herausforderung regelrecht zu freuen. Ich merke direkt wie sie jubilieren „endlich mal was Neues“ und sich richtig ins Zeug legen. An der Bauchpresse im Fitness-Studio und bei Crunches mit Beine heben schaffe ich locker die doppelte Anzahl. Und die Optik meiner Mitte hat sich auch verändert. Tatsächlich sind nach der sechsten Anwendung die geraden Bauchmuskeln deutlicher geformt. Das sind die, die das Sixpack bilden. Und wären da nicht die kleinen Bauchpölsterchen, würden sie sich noch besser abzeichnen.
Stimsure Modepilot
Bauchmuskel-Gerät Test – eher nichts für den Heimgebrauch
Aber darunter spüre ich die gefestigte Muskulatur deutlich. Und was tut sich an der Mittellinie? Da deutet sich die senkrechte Linie zumindest schon mal zart an. Und das Beste: Bei der Messung meiner Taille vorher und nachher zeigt das Maßband drei Zentimeter weniger. Schon mal ein guter Erfolg! Das schaffte noch nicht mal das EMS Training. Eines muss ich allerdings zugeben. Während man sich so einer apparativen Methode unterzieht, ist das immer ein Ansporn, auch sonst mehr für sich zu tun. Dann ernährt man sich zugleich bewußter und achtsamer – so ergeht es mir zumindest.
Photo Credit: Margit Rüdiger für Modepilot

Kommentare

  • vivien_noir sagt:

    Das klingt ja mal spannend! Toll wäre es, würde man z.B. noch Kopfhörer mit noise-cancelling-Funktion oder entspannender Musik aufgesetzt bekommen.
    • Margit Rüdiger sagt:

      Das ist ein guter Tipp. Werde ich mal anregen!