Neues vom Beauty Pro: Porentief nachgefragt

Test: EMS-Training für zuhause

Während des Lockdowns habe ich zu Hause begonnen mit dem EasyMotionSkin-Anzug zu trainieren. In einer meiner früheren Kolumnen (>>>) hatte ich bereits davon berichtet und ein finales Update nach zehn Wochen versprochen. Hier ist es. Das Resultat hat mich selbst überrascht.
Blau machen hat für mich eine ganz neue Bedeutung bekommen, seitdem ich meinen Körper regelmäßig in einen blauen Bodysuit stecke. Zur Erinnerung: Es handelt sich bei EasyMotionSkin um ein EMS (Elektro-Muskelstimulation)-Training der nächsten Generation. Zum Muskelaufbau, zur Stoffwechselanregung und zur Steigerung der Ausdauer. Auch die Körperform wird optimiert, denn je besser die Muskel-Fett-Ratio, desto schlanker die Silhouette. Von den 30 möglichen Programmen habe ich die meisten ausprobiert. Meine Favoriten: Power, Advanced, Fatburning und Metabolism/Cellulite.
Margit Rüdiger Modepilot EMS Bodysuit
Test: EMS-Training für zuhause
Aber ich habe nicht nur die vorgegebenen Workout-Übungen durchexerziert, sondern den Bodysuit auch in alltäglichen Lifestyle-Situationen getestet: Beim Laufen draußen mit Walking-Sticks, beim Workout mit dem TRX-Band, auf der Fahrradtour, beim Spazierengehen, beim Einkaufen, Kochen und Staubsaugen. Es ist tatsächlich das kleinste Gym der Welt, das (fast) immer und überall einsetzbar ist. Nur beim Yoga war es eher kontraproduktiv, weil Muskelvibrationen und Meditation einfach nicht zusammenpassen.

Auch tiefer liegende Muskeln werden trainiert

Um das Ergebnis gleich vorweg zu nehmen: Meine Muskeln sind definierter, vor allem an Oberarmen und Oberschenkeln, das war auch mein vorrangiges Ziel. Wie geht so etwas? Das System trainiert die äußere, vor allem aber die tiefer liegende Muskulatur, die ja bei reinem Krafttraining nur sehr schwer erreicht wird. In der Tat habe ich solche Ergebnisse selbst nach jahrelangem Schuften im Fitnessstudio kaum an mir feststellen können. Auch meine Muskeln am Bauch deuten ein hübsches Sixpack an. Doch nicht nur Optik und Körperform sind optimiert. Ich besitze wesentlich mehr Kraft und Ausdauer.
Margit Rüdiger Modepilot EMS für Zuhause
Trainieren mit dem EasyMotionSkin-Anzug zuhause
300 Sit-ups am Stück: kein Problem. Lange Laufstrecken: aber gerne. Ich bin einfach rundum gut in Form. Und das bei einem vergleichsweise geringen Aufwand. Zweimal 20 Minuten pro Woche werden empfohlen. Zugegeben, ich bin jeden zweiten Tag in meinen „Blaumann“ geschlüpft und habe öfters die maximale Trainingseinheit von 40 Minuten genützt. Aber schließlich war mein Fitness-Studio ja auch geschlossen, und da bin ich normalerweise mindestens dreimal pro Woche für circa zwei Stunden aktiv.

Wie funktioniert die Elektro-Muskelstimulation eigentlich?

Werkzeug ist der blaue, elastische Spezialanzug aus einer antibakteriellen Hightech-Faser (100 Prozent Polyamid). Praktischer Weise kann man ihn bei 30 Grad in der Maschine waschen. Die Silikon-Trockenelektroden sind innen im Anzug an den wichtigen Muskelzonen perfekt platziert eingearbeitet.
SkinMotionEasy Modepilot EMS Test
Test: EMS-Training für zuhause mit dem Programm von EasyMotionSkin
Anders als bei EMS üblich, benötigt man keine extra Befeuchtung. Der knielange Anzug sitzt eng, aber angenehm am Körper. Was man braucht, ist ein iOS-Gerät, um die Trainings-App laden zu können. Die Anbindung ans iPhone oder Tablet funktioniert per Bluetooth. Dann turnt ein kleiner Avatar auf dem Monitor die Übungen vor. Lange Kabel gibt es keine, weshalb man seine maximale Bewegungsfreiheit behält. Die einzigen beiden kurzen Kabel trägt man am Körper. Sie verbinden die Simulationseinheit (genannt „Powerbox”) in einer kleinen Tasche rechts an der Hüfte mit dem Anzug.
Rund 12 Stunden kann ich trainieren bis der Akku neu geladen werden muss. Die auf die Haut applizierten Stromspannungen reizen Nerven und Muskeln, so dass eine Kontraktion der stimulierten Muskulatur stattfindet. Auswählen kann man Frequenz, Stärke, Pausenlänge und dazu verschiedenste Trainingswirkungen für Kraft, Ausdauer und Muskeltonus.
Mit den elektrischen Impulsen kann über 90 Prozent der Muskulatur gleichzeitig aktiviert werden. Und jede Muskelgruppe lässt sich gezielt stimulieren. Auf diese Weise kann man bei sportlichen Aktivitäten, wie z.B. beim Radfahren, den Trainingseffekt individuell erhöhen.

Wie fühlen sich die elektrischen Impulse an?

Es handelt sich ja um sehr niedrige elektrische Impulse, die die Muskeln arbeiten lassen. Also muss man keine harten Stromstöße befürchten. Aber trotzdem kann es ganz schön piksen, fast stechen, wenn man die Frequenz gleich am Anfang zu hoch aufdreht. Ich wollte es natürlich wissen, hab die Stärke aber schnell wieder reduziert. Gerade zu Beginn ist es sinnvoll, sich langsam hochzuarbeiten. Zwischen 0 (man spürt gar nichts) und 100 (Schüttelfrost) habe ich an manchen Körperzonen mit großen Muskeln wie Bauch, Beine, Po nach mehreren Wochen maximal 70 erreicht. Eine Frequenz, bei der die Muskeln sichtbar kontrahieren.
Margit Rüdiger EasyMotionSkin Frank Scholz Modepilot EMS
So oft es geht in meinem 'Blaumann'
An Armen und Brust habe ich 30 nie überschritten, weil ich dann vor lauter „Zittern“ nicht mal mehr die App an meinem Handy bedienen konnte. Weil man die Intensität so genau und individuell steuern kann, empfand ich das Training keine Sekunde als unangenehm. Was ich auch gelernt habe, dass der Körper gut aufgewärmt und gut durchfeuchtet sein muss. Deshalb über den Tag verteilt viel trinken! Ein großes Glas Wasser habe ich immer direkt vor dem Start geleert. Das trägt dazu bei, dass die Elektroden einen vollständigen Kontakt mit der Haut und damit mit dem Muskel herstellen können. Findet diese Übertragung nicht auf der ganzen Elektrodenfläche statt, sondern nur auf kleinen Teilen, konzentriert sich die Spannung genau darauf und verursacht ein unangenehmes Stechen auf der Haut. Das hört aber sofort auf, sobald alle Körperpartien warm genug sind.

Kosten

Nach dem Test: EMS-Training für zuhause – Was kostet das eigentlich?

Ich hatte für meinen Test ein „Leihgerät“ für zehn Wochen. Das verdanke ich Corona, sonst hätte ich den Anzug in einem EasyMotionSkin-Studio in München ausprobieren müssen. Die Einweisung ins System und ins EMS-Training bekam ich per Telefon von meinem Berater Frank Scholz, von Beruf Dipl. Sportlehrer. Doch auch wer sich den Anzug für Zuhause zulegen möchte, muss sich in einem der Studios für ein Ersttraining einfinden. Natürlich kann man auch noch vor dem Kauf ein Probetraining absolvieren oder nur den blauen Bodysuit erwerben (ohne Powerbox) und sich ausschließlich im Studio mit Trainer fit machen.
Als ich meinen Anzug letzte Woche bei Frank ablieferte, erzählte er mir, dass während des Lockdown die Nachfrage nach dem System größer war denn je. Von Normalos bis zu reichen Leuten. Letztere haben dann schon mal zwei Anzüge gekauft: jeweils einen für jedes Domizil. Eine viel reisende Dame, der erklärt wurde, dass man den Anzug auch im Flugzeug tragen kann, aber bei Start und Landung Bluetooth ausschalten muss, meinte darauf: „Ich nicht, ich reise im Privatjet.“
Der Preis von knapp 3.000 Euro scheint aber auch Leute ohne Zweitdomizil und Privatjet nicht abzuschrecken. Auch eine Finanzierung ist möglich, ab 49 Euro monatlich. Ich ringe noch mit mir, weil das Training so effizient und zeitsparend ist, dass ich eigentlich nicht mehr darauf verzichten möchte. Und der Abschied von meinem „Blaumann“ fiel mir so schwer wie von einem lieb gewonnenen Freund… Was meint Ihr?
Photo Credit: Margit Rüdiger für Modepilot

Kommentare

  • Andrea sagt:

    Das klingt wirklich sehr verlockend. Jetzt bin ich angefixt 😉 Vielen Dank für den ausführlichen Bericht.
  • Markus Kaul sagt:

    Liebe Margit Rüdiger,

    vielen Dank für den authentischen und zugleich informativen Beitrag.

    Ihre subjektiven Eindrücke decken sich sehr gut mit den objektiven Ergebnissen der spanischen Wissenschaftler von

    März 2020.

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32182674/

    In dieser Studie haben über 10 Wochen

    17 von 34 Frauen mittleren Alters zwei Mal pro Woche über 40 Min Belastungsdauer

    ein Ausdauer-, Kraft-, und Beweglichkeitstraining mit einem mobilem Ganzkörper-EMS System durchgeführt.

    Hier konnten im Bereich der dynamischen Beinkraft, der Ganggeschwindigkeit, der Agilität und der Ausdauer signifikante Verbesserung erzielt werden.


    • Margit Rüdiger sagt:

      Lieber Markus Kaul, danke für die interessante Info. Das deckt sich total mit meinen Erfahrungen.

      Beste Grüße, Margit Rüdiger