Retinol und Nagellack in der Schwangerschaft

Retinol (Vitamin A) in der Schwangerschaft

Retinol sei in der Schwangerschaft verboten. Das lese ich jedenfalls online. Und das wird mir auch von befreundeten Beauty-Experten dringend geraten. Dass man keine Leber essen, also nicht zu viel Vitamin A zu sich nehmen soll, wenn man schwanger ist, war mir bekannt. Das ist sogar eine der wenigen Schwangerschaftsregeln, die ich schon vorher wusste.
Doch dann entdecke ich unter den Inhaltsstoffen meiner verschriebenen Nahrungsergänzung ('Elevit'): Vitamin A und zwar nicht zu knapp.
Auf der Website des Herstellers Bayer lese ich: „Während der Schwangerschaft ist der Bedarf an Vitamin A höher als gewöhnlich. Es ist in dieser Zeit besonders wichtig, dass Mutter und Kind ausreichend mit Vitamin A versorgt werden. Da es einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes hat. Allerdings sollte man während der Schwangerschaft auch darauf achten, nicht zu viel Vitamin A zu sich zunehmen, da es bei einer zu hohen Dosis zu teratogenen Effekten (wie Fehlbildungen) beim Kind kommen kann.“
Und weiter heißt es: „Als sichere Tageshöchstgrenze wird von der EFSA** 3000 Mikrogramm Vitamin A (Retinol) festgelegt. In Elevit® 1 sind 770 Mikrogramm Vitamin A enthalten. In Elevit® 2 sind 770 Mikrogramm RE (Retinol-Äquivalente) und in Elevit® 3 1081 Mikrogramm RE (Retinol-Äquivalente) in Form von Beta-Carotin enthalten.“
Nagellack und Retinol während der Schwangerschaft
Nagellacke von Nailberry und Nachtserum mit 0,1% Retinol von Dr. Michael Prager

Kann ein bisschen Serum schädlich sein?

Da frage ich mich natürlich, warum mich alle Welt vor täglich zwei Tropfen Gesichtsserum mit geringfügiger Retinol-Konzentration warnt. Das entspricht bei meinem geliebten Nachtserum (0,1 Prozent Retinol) etwa 100 Mikrogramm, das ich mir, wohl gemerkt nicht geschluckt, sondern nur an manchem Abend gern auf die Gesichtshaut geschmiert hätte.
Vitamin A-Derivate sind verboten während einer Schwangerschaft und das bezieht sich auf Retinoide und hoch prozentiges Retinol wie in Retinol-Peelings etwa. Warum das so ist, erklärt uns Dr. Brandenburg so: „Das Risiko einer Überdosierung besteht nicht, wenn man bioverfügbares Vitamin A aus Lebensmitteln mit hohem Vitamin-A-Anteil zu sich nimmt. In Tablettenform muss es daher in der Schwangerschaft immer medizinisch überwacht werden. Retinoide allerdings als Derivate aus Vitamin A sind eine ganz andere Sache. Sie haben teratogene Wirkung. Das bedeutet, sie schädigen das ungeborene Kind. Retinol-Peelings oder Akne-Cremes mit Retinoiden sind während der Schwangerschaft verboten.“
Auf Nachfrage sagt die Ärztin, dass die Retinol-Konzentration in Cremes und Seren gewöhnlich nicht hoch genug sei, um sie zu verbieten.

Und was ist mit Nagellack während der Schwangerschaft?

Auf Nagellacke könne man während einer Schwangerschaft auch ganz verzichten, sagt Iben Bering. Sie ist Vertriebschefin von u.a. Nailberry und Kester Black und Green Beauty-Expertin. Denn selbst, wenn es sich um 'Free'-Nagellacke handele, also um jene ohne der üblich verwendeten Chemikalien, befinden sich immer noch Benzophenone darin. Das sind UV-Filter, die auch für Sonnencremes verwendet werden, doch sie haben diverse Nebenwirkungen (>>>). Ohne Benzophenone würde ein Nagellack aber nur ein paar Stunden halten, bzw. sich verfärben und verblassen. Wer ganz sicher gehen möchte, verzichtet also während der Schwangerschaft auf Nagellack und lässt den Naturnagel atmen, rät sie.

Wenn Nagellack, dann solche...

Und, wer – gerade jetzt im Sommer – wenigstens seine Fußnägel alle paar Wochen einmal lackieren möchte, dem empfehle ich die '12 free'-Nagellacke* von Nailberry. Denn die britische Marke verwendet keine Phathalate (Weichmacher), die beim Einatmen gesundheitsschädlich sind. Aber auch andere sonst übliche und schädliche Substanzen werden vermieden.
Welche Inhaltsstoffe bei Nagellacken sonst üblich, aber wenigstens während einer Schwangerschaft dringend zu vermeiden sind, erklärt Bering: „Dibutylphthalat wird zusätzlich als fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Auch Formaldehyd (gasförmige chemische Verbindung) gilt als krebserregend und kommt somit für Nailberry nicht in Frage. Auf Toluolene (Lösungsmittel) sollte ebenso verzichtet werden, da dieser Stoff eine schädigende Wirkung auf das Nervensystem haben kann und beim Auftragen des Nagellacks eingeatmet wird. Hinzu kommt natürlich, dass die gesundheitsschädlichen Substanzen in den meisten Nagellacken mit der Haut in Kontakt kommen und somit aufgenommen werden können.“
Meine Lieblingsfarben bei Nailberry: 'Elegance', 'Pop My Berry', 'Berry Fizz'. Dazu kann ich den rekordverdächtigen Schnelltrockner-Überlack 'Fast Dry Gloss' oder die 'Dry & Dash'-Schnelltrockner-Tropfen empfehlen (>>>).
*'12 free' ist kein geregelter Begriff. Bei Nailberry bedeutet dieser: frei von Phthalaten, Toluol, Formaldehyd, Formaldehyd Resin, Campher, Xylenen, Ethyl Tosylamiden, Triphenyl Phosphaten, Alcohol, Parabenen, tierische Inhaltsstoffen, Gluten.
Photo Credit: Nailberry, Collage: Modepilot

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