Basics – Wenn ich bei null anfangen müsste

Als Dokumentarfotograf bereist York Hovest die Welt. Von seinen Abenteuern bringt der Wahl-Münchner inspirierende Geschichten mit, die wir u.a. in den National Geographic-Büchern 'Hundert Tage Amazonien' oder 'Hundert Tage Tibet' finden. Sein Schwabinger Fotostudio, das er einst für aufwendige Mode- und Werbeshootings nutzte, steht die meiste Zeit leer. Denn Hovest zieht es raus in die Natur zu Ureinwohnern und Erlebnissen, die noch keiner so geschildert hat. Dabei faszinieren ihn Menschen, Kulturen und die Schönheit der Natur. Mit seiner Arbeit möchte er auf die Schutzbedürftigket all dieser Wunder aufmerksam machen.
Anfang Dezember 2019 wird der 41-Jährige mit zwei Freunden über den Atlantischen Ozean rudern – von Gran Canaria bis nach Barbados. Das entspricht in etwa 5.000 Kilometern und einigen Wochen auf offener See. Die Aktion ist Teil seiner „Heroes of the Sea - Helden der Meere“-Initiative, wozu auch ein Buch bei teNeues erschienen ist. Es soll auf all die Menschen/Helden aufmerksam machen, die Lösungsansätze gegen die Verschmutzung der Meere durch Plastik parat halten. Denn diese Menschen und Lösungen gibt es. Sie wurden von Hovest dokumentiert – sie müssen nur mehr Bekannheit erlangen und Nachahmer finden. Wir wünschen uns und dem im Zeichen der Fische und Helden geborenen Photographen viel Erfolg und fragen: Was sind Deine Essentials?

Lieblingsbasics von York Hovest

York Hovest mit dem Dalai Lama Modepilot
Worüber lacht der Dalai Lama? Seine Heiligekeit fragte Hovest zuvor, warum er so viele Haare habe. Hovest fragte zurück, warum er so wenig habe. Das gefiel ihm und er setzte noch einen oben drauf: Das sei sein Stil und andere Mönche würden ihm die Frisur nachmachen.

1) Der Ring

Das Besondere an diesem Ring sind die Diamanten, die dort eingearbeitet sind. Als ich für mein Projekt „100 Tage Amazonien“ in Südamerika unterwegs war, um die Gefahren für die indigene Bevölkerung in Venezuela zu dokumentieren, habe ich mich u.a. auch in eine Gold- und Diamanten-Mine eingeschlichen.
Normalerweise gleicht eine solche Aktion purem Selbstmord, ganz besonders, wenn man eine Kamera um den Hals trägt. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt schon einige Wochen in Venezuela aufhielt, hatte ich aber die Gelegenheit genutzt, ein paar Kontakte zu knüpfen, über die ich dorthin gelangen konnte. So heruntergekommen, wie ich aussah, hätte man mich sowieso mit einem der Arbeiter verwechseln können :-)
Selbst gefundene Diamanten von York Hovest, gefasst von Goldschmiede Recke
Es ist eine unglaubliche Umweltzerstörung die dort, mitten im Regenwald, vor sich geht. Das Quecksilber, das zum Herauswaschen des Goldes benötigt wird, gelangt überall ungefiltert ins Erdreich und in die Flüsse. Von den giftigen Dämpfen gar nicht zu sprechen! Die Arbeiter in diesen Minen werden also nicht alt…
Einige von ihnen haben mir ihre Arbeit erklärt und mir ein Sieb in die Hand gedrückt. Es ist der Wahnsinn, wie schnell man diesem Gefühl verfällt, gleich etwas finden zu können. Jetzt kann ich den Goldrausch gut nachempfinden. Ein Glücksfund, und Du hast ausgesorgt.
Neben dem Gold wurde in dieser Mine auch nach Diamanten gesucht, was natürlich ein noch gewinnbringenderes Geschäft ist. Auch hier habe ich mein Glück zwischen den Arbeitern gesucht. Das Ergebnis sind die Steine in diesem Ring – eine Erinnerung an den Ort, von dem sie stammen und an all die Erinnerungen, die ich von dort mitgenommen habe.

2) Das Auto

Man glaubt es kaum, aber dieses kleine Auto hat mich vielleicht zu dem gemacht, der ich heute bin. Es gehört eigentlich unserem Sohn, der es 2011 bei meinem ersten Treffen mit dem Dalai Lama dabei hatte. Es kam zu einem dieser seltenen Momente, in denen die Zeit irgendwie still zu stehen scheint.
Wie immer im Leben werden Kinder in den unpassendsten Augenblicken quengelig und man versucht, sie verzweifelt wieder zufrieden zu stellen, damit sie leise sind… so auch meine Frau, die damals mit dabei war.
Hovests Sohn mit dem Dalai Lama und dem besagten Spielauto
Seine Heiligkeit hat den Rabatz bemerkt und kam zu ihr und unserem Sohn herüber, um sich zu dem Kleinen herunter zu beugen. Wir waren so aufgeregt, dass nur verwackelte Bilder von diesem Ereignis zu finden sind, aber Jasper war schlagartig wieder am Lächeln. Der Dalai Lama knuddelte noch mit ihm und als Dank hat unser Sohn ihm dieses Auto geschenkt. Normalerweise hätte er es niemals, wirklich niemals aus der Hand gegeben. Aber in diesem Augenblick muss irgendwas passiert sein. Meine Frau wäre beinahe in Ohnmacht gefallen.
Natürlich hat Jasper sein Auto wieder zurückbekommen, und seitdem hat es für uns alle eine ganz besondere Bedeutung.

3) Die Uhr

Meine alte Vintage Citizen Aqualand Promaster… ein Erbstück, das mich an meine Jugend erinnert und die ich gerade erst von einer aufwendigen Reparatur zurückbekommen habe. Ich liebe diese Uhr. Sie ist wie ich irgendwie. Ohne Schnörkel, robust und absolut verlässlich. Sie passt einfach perfekt zu mir und ich versuche sie so lange wie möglich am Leben zu erhalten. Das gute Stück ist schon recht alt und es gibt auch leider keine Ersatzteile mehr von Citizen. Aber ich liebe sie einfach und würde sie gegen keine andere Uhr eintauschen wollen.
Die Citizen-Armbanduhr von York Hovest

4) Die North Sails-Tasche

Eigentlich gehört die Tasche meiner Frau… irgendwie ist sie in meinen Besitz übergegangen und jetzt geb ich sie auch nicht mehr her. Sie ist cool, leicht und praktisch. Die schleppe ich überall mit hin, zumal North Sails mittlerweile auch zu einem der Hauptsponsoren meiner Atlantiküberquerung geworden ist. Am 1. Dezember 2019 starte ich mit zwei Freunden von Gran Canaria aus eine 5.000 Kilometer Tour im Ruderboot (ohne Begleitboot) nach Barbados. Gewidmet ist diese Mammutaktion den Helden der Meere aus meinem gleichnamigen Film- und Buchprojekt „Heroes of the Sea“.
Die Tasche, die York Hoffest seiner Frau entwendet hat

5) Der Selbstbräuner

In den letzten Jahren bin ich immer vorsichtiger geworden, was den Umgang mit der Sonne angeht. Auch aufgrund familiärer Vorbelastung möchte ich da kein Risiko eingehen. Hautkrebs ist jedes Jahr wieder zu Beginn des Sommers in aller Munde, doch so richtig ernst nehmen viele diese Gefahr nicht. Trotzdem will ich aber frisch aussehen und so eine leichte Bräune steht ja uns allen irgendwie gut. Gerade in den dunklen kalten Wintermonaten. Also hab ich immer diese Selbstbräunungstücher von Sundance mit dabei. Das funktioniert super und kostet gerade mal 0,35 Cent pro Stück.

6) Die Ohrstöpsel

Herrje, ich glaube ich habe die empfindlichsten Ohren der Welt. Ohne Ohrstöpsel geht daher gar nichts auf meinen Reisen. Man weiß nie so recht, wer neben einem schläft, oder sitzt oder wie dünn die Wände im Hotel sind. Von Moskitos ganz zu schweigen.
Ich wäre verloren ohne diese Dinger. Bei uns zu Hause heißen sie übrigens „Öff-Öckel“, so hat mein Sohn sie immer genannt, als er noch nicht richtig sprechen konnte. Das ist irgendwie hängen geblieben :-)
Hovest mit Lieblingspullover, Lieblingsjacke und Lieblingsjeans

7) Der Rasierer

Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie nass rasiert. Und damit werde ich jetzt auch nicht mehr anfangen. Dieser handliche Gillette Bartstyler begleitet mich überall hin, wie die Ohrstöpsel :-)
Klein, robust und sehr, sehr praktisch. Das ist jetzt bestimmt schon mein achter, für jedes Gepäckstück einen und ich hoffe, die werden nie aus dem Programm genommen!

8) Die Jeans

Ich liebe Jeans! Eine gute Jeans ist das ultimative Kleidungsstück. Sie passt zu allem und kann heutzutage beinahe zu allen Gelegenheiten getragen werden. Wenn mir mal eine perfekt passt, dann kaufe ich gleich mehrere in allen Farben davon. Aufgrund meiner langen Beine und meiner schmalen Hüfte fand ich den passenden Schnitt letztendlich bei Otto Kern.

9) Die Lederjacke und Strickpulli

Klamotten müssen nicht immer teuer sein. Vor allem nicht wenn man so viele Komplimente dafür erntet. Die Kunstlederjacke stammt aus Istanbul und ist schon zirka 12 Jahre alt. Sie hat nur 49,- Euro gekostet und passt mir perfekt (https://redbridgejeans.de/). Der alte Strickpulli von H&M wurde schon hundert mal geflickt aber ich liebe ihn für seinen Gemütlichkeitsfaktor. Oft habe ich im Internet vergeblich einen zweiten gesucht, was ihn bis heute umso wertvoller macht. Ein wahrer Glücksgriff.

10) Die Zahnpasta

Einen preislichen Kompromiss mache ich bei der Zahnpflege. Ich höre zwar immer, dass diese speziell für weiße Zähne entwickelten Pasten mehr versprechen als sie halten, doch der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge. In diesem Fall macht Expert Complete Max White von Colgate meine Zähne weiß und schmeckt mir persönlich besonders gut.

11) Das Duschöl

Dieses nachhaltige Fair Trade Produkt von Dr. Bronner’s erfrischt mich jeden Morgen mit einem angenehmen Pfefferminzduft. Kennengelernt habe ich die Produkte von Dr. Bronner, während meiner Expedition auf dem Sea Shepherd Schiff „Bob Barker“. Dort war ich mehrere Wochen als Crewmitglied vor der Küste Westafrikas für die „Operation Albacore II“ unterwegs. Wir haben dort illegale Fischtrawler gejagt und ich habe die Arbeit der Meeresschutzorganisation für mein Film- und Buchprojekt „Heroes of the Sea“ dokumentiert.

12) Der Duft

Was ich am meisten an Puredistance M zu schätzen weiß ist, dass wirklich nur ein Hauch eines Spritzers genügt, um mindestens 24 Stunden lang diesen Duft an sich zu behalten. Ich bekomme regelmäßig Komplimente dafür. Hinzu kommt ein simples, praktisches Fläschchen, das im Reisegepäck so unauffällig ist, dass man ruhig auch mal vergessen kann, es in den von Fluggesellschaften vorgeschriebenen Flüssigkeiten-Beutel zu packen.
Photos by: York Hovest

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