Basics – Wenn ich bei null anfangen müsste

Wer einmal in seine TV-Reihe „Dresscode“ rein klickt, wird danach süchtig. So erging es mir zumindest. Die Stil-Videos mit Deutsche Welle Anchor Man Gerhard Elfers sind gehaltvoll und machen sie mir gute Laune – genau die richtige Mischung. Das musste sich auch die Jury in Cannes gedacht haben. Sie kürte das Werk am 28. September dieses Jahres mit dem TV-Preis, dem silbernen Delphin, in der Kategorie Social-Media-Videos. Hier eine meiner Lieblingsfolgen:

Der Westfale lebt seit 15 Jahren in London und pendelt seit gut zwei Jahren immer häufiger nach Berlin, um hier die DW News live zu moderieren – das englischsprachige Nachrichtenprogramm der Deutschen Welle. Für uns prüfte er seine Garderobe aufs Essentielle und beantwortet uns die Frage: Was würden Sie sich sofort wieder kaufen, wenn plötzlich alles weg wäre?

Die 10 Lieblingsbasics von Gerhard Elfers

1. Der Anzug

Wenn ich plötzlich gar nichts mehr hätte, dann würde ich erst einmal im Bademantel (oder etwa nackt?!) zu Mr. Start nach Shoreditch gehen, um mir dort einen neuen Anzug anpassen zu lassen. Sie passen mir gut und müssen nur leicht geändert werden. Als ersten und wichtigsten Anzug würde ich mir das Modell „Rivington“ in Navy Blue neu machen lassen: einreihig, zwei Knöpfe.

2. Das Hemd

Bei Hawes & Curtis finde ich sehr gescheite Hemden für kleines Geld. Der Laden liegt auf der Jermyn Street in St. James, der Londoner Straße der Hemdenschneider. Ich habe die Baumwollhemden damals im Viererpack für 100 Pfund gekauft – die sind heute etwas teuerem aber sie halten gut. Man kann sie sich auch online bestellen (www.hawesandcurtis.de >>>) . Ich würde jetzt zwei Weiße und zwei Hellblaue bestellen, keine Karos und auch keine anderen Muster.

3. Der Schuh

Ich kaufe vor allem bei Cheaney, weil der Laden direkt bei mir um die Ecke ist. Die Schuhe werden in Northampton gebaut, dem klassischen Zentrum des britischen Schuhmacherhandwerks. Sie halten ein Leben lang. Sollte ich aber kein Paar mehr besitzen, würde ich mir als erstes wieder ein schwarzes Paar Brogues und ein braunes Paar Oxfords kaufen – jeweils mit einer glatten Ledersohle.

Lieblingsbasics Gerhard Elfers Modepilot Basics Moser Cheaney

Mottenspray (Lavendel) von Angela Flanders London, Brogues von Cheaney und ein Barttrimmer von Moser

4. Die Socken

Für die Socken müsste ich erst einmal nach Deutschland fliegen. Seit Kurzem schwöre ich allen anderen Socken ab und möchte nur noch welche von Falke tragen. Sie müssen lang genug sein, also bis knapp unters Knie reichen und dunkelblau sein. Denn Socken müssen zur Hose passen und nicht zum Schuh. Im Winter: aus Wolle. Im Sommer: aus Baumwolle.

5. Die Unterwäsche

In Deutschland gibt es auch die einzige Unterwäsche-Marke, die ich überhaupt ertrage: Schiesser. Ich mag die weißen Unternehmen mit Ärmeln, also T-Shirts für drunter, aber mit V-Auschnitt. Man sollte kein T-Shirt sehen, wenn man den Hemdkragen einmal aufknöpft. Dazu passende Unterhosen.

6. Krawatten

Sechs Krawatten bräuchte ich, um die erste Woche zu überstehen: Drei von Timothy Everest und drei von Gresham Blake. Die können ruhig alle bunt, laut, auffällig sein, wenn der Rest dezent gehalten ist. Krawatten müssen von einer guten Qualität sein, also aus 100 Prozent Seide (wenn nicht aus Wolle) und von besonderer Beständigkeit, damit sie sich von den Falten eines strammen Knotens leicht erholen können.

Die Lieblingskrawatten von Gerhard Elfers sind entweder von Gresham Blake oder von…
… Timothy Everest

Die Lieblingskrawatten von Gerhard Elfers sind entweder von Gresham Blake oder von…

… Timothy Everest

7. Die Uhr

Ich besitze zwei Armbanduhren und werde mein Leben lang keine weitere benötigen. Sollte ich jedoch keine mehr haben, würde ich mich bemühen, genau dieser wiederzubeschaffen. Das würde dauern, da sie recht rar sind: das wäre die Heuer Camaro aus den 1960er (das war noch bevor das „Tag“ dazu kam) und eine Omega Seamaster Professional, aber nicht das aktuelle Modell, sondern jenes mit der Nummer 2255.80.00.

8. Der Barttrimmer

Die professionelle Haarschneidemaschine von Moser erinnert mich etwas an die Geräte, die mein Vater in seinem Friseursalon verwendete. Das Modell ist noch ein Netzgerät und heißt „Primat“ und macht ein viel, viel schöneres Brumm-Geräusch als neuere: Die Klingen sind außerdem feiner, der Motor stärker (das erfreut den kleinen Jungen in mir) – na jedenfalls fühlt sich der Bart damit am Ende am besten an.

9. Das Mottenspray

Ich habe von Angela Flanders ein wohl riechendes Mottenspray. Damit schütze ich meine Textilien sehr erfolgreich (zuvor haben mir Motten zwei Anzüge ruiniert). Wenn ich einen Anzug damit einnebele, riecht die ganze Wohnung erst einmal nach Lavendel, aber kurz darauf riechen es nur noch die Motten und bleiben fern.

10. Der Designeranzug

Wenn ich alles verloren haben sollte und die Versicherung  dafür aufkommt, dann würde ich mir auch wieder Anzüge von Alexander McQueen kaufen, aber wirklich nur, wenn die Versicherung zahlt.

Photo By: Boris Geilert/Deutsche Welle, Angela Flanders London, Cheaney, Moser

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