Wïr trauern um Azzedine Alaïa

Der tunesische Modeschöpfer Azzedine Alaïa ist heute im Alter von 77 Jahren in Paris gestorben. Ob es eine andere Todesursache als Altersschwäche ist, ist nicht bekannt.

Der Erfinder der schönsten, ausgestellten Stretch-Feinstrickkleider war ein Meister seines Handwerks. Bekannt als „King of cling“, was so viel wie König des Endanliegenden bedeutet, ging er noch zu Lebzeiten in die Mode-Geschichtsbücher ein.

Von seinen Entwürfen fühlten wir uns stets geliebt. Seine Art, an die Mode heranzugehen, berührte und überzeugte uns. Kein Wunder, dass Modejournalisten den Buchstaben „ï“ schneller auf ihrer Tastatur finden als so manches Accent.

Hier stehe ich mit dem kleinen großen Mann in Düsseldorf und…
… trage eine seiner ikonischen Blusen, die im NRW-Forum auch ausgestellt wurde
Eine seiner Freundinnen demonstriert mir ein Kleid, das er extra für sie angefertigt hat
Azzedine Alaïa mit seiner besten Freundin Carla Sozzani (Gründerin des Concept Stores 10 Corso Como)
Carla Sozzani, Azzedïne Alaia und Isa

Hier stehe ich mit dem kleinen großen Mann in Düsseldorf und…

… trage eine seiner ikonischen Blusen, die im NRW-Forum auch ausgestellt wurde

Eine seiner Freundinnen demonstriert mir ein Kleid, das er extra für sie angefertigt hat

Azzedine Alaïa mit seiner besten Freundin Carla Sozzani (Gründerin des Concept Stores 10 Corso Como)

Carla Sozzani, Azzedïne Alaia und Isa

Alaïa studierte mit 15 Jahren Bildhauerei an der École des Beaux-Arts in Tunis. Der Sohn von Weizenbauern lernte das Nähen von seiner Schwester und schneiderte für ihre Kundinnen bald Couture-Roben nach. Frauen einkleiden, das lag ihm näher, stellte er fest. 1957 zog er nach Paris, wo er als Assistent für Christian Dior anfing. Allerdings nur für fünf Tage. Stattdessen schneiderte er sich als no-name in die Herzen reicher, französischer Damen – die eine erzählte ihrer Freundin von seiner Handwerkskunst und die wiederum einer anderen Freundin und alle blieben seine Kundinnen.

Der scheue Designer gründete erst 1980 sein eigenes Label. 1979 wurde einer seiner Entwürfe erstmals einem breiteren Publikum durch die französische Zeitschrift Elle bekannt. In den Neunzigern zog er sich zurück, im Jahr 2000 holte er sich die Prada Spa ins Boot, um wieder loszulegen. 2007 kaufte er seine Anteile zurück, um drei Monate später 100 Prozent der Firma an den Schweizer Luxuskonzern Richemont zu veräußern (unter diesem Dach befinden sich z.B. auch Chloé, Montblanc, Piaget und Van Cleef & Arpels). Als Modehaus-Chef führt er die Marke, die seinen Namen trägt, 2011 in die Haute Couture – seine erste öffentliche Modenschau nach achtjähriger Pause.

Am liebsten hielt er sich außerhalb des offiziellen Schauenkalenders auf, machte „sein Ding“. Vielleicht gelang es ihm genau deshalb, den Frauen das geben zu können, worin sie sich am wohlsten und schönsten fühlen – unabhängig vom Zeit- und Trenddruck. Wir werden seine Kleider, Röcke, Mäntel und Blusen mit Freude und in Ehren tragen.

Alaïas Couture Kollektion für Herbst/Winter 2011

Photo By: Beauty Prestige International, Isabelle Braun, Modepilot, Catwalkpictures
2 Kommentare zu
“Wïr trauern um Azzedine Alaïa”
  • Der Mann, den ich seit 30 Jahren am Leib habe und mit 80 noch tragen werde. Hab ich ihn nicht vor ein paar Tagen hier in einem Kommentar noch erwähnt? Danke für den schnellen Nachruf, liebe Kathrin!

    • Ja, das hast Du. Kann noch gar nicht glauben, dass er von uns gegangen ist. Aber wie schön, dass er uns so viel Schönes hinterlassen konnte.

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