Ich bin eine Dior-Kundin

Vorhin rief ich in der Münchner Dior Boutique an, um mich auf die Warteliste fürs dunkelblaue Lederbarett aus der Herbst/Winterkollektion >>> setzen zu lassen (ab Juli im Handel). Wann habe ich so etwas zuletzt gemacht?! Und: Macht mich das Kaufen eines Accessoires schon zu einer neuen Dior-Kundin? Ja. Denn ich habe nicht einmal den Preis erfragt. Willenlos. Und gäbe es die Cruise Collection 2018 schon zu kaufen (Bild oben und Galerie unten), dann würde ich weiter zuschlagen: den Stroh-Gaucho-Hut mit Sukhasana-Yogi drauf, ein Sanduhren-Kleid, einen gegürteten Blazer, einen Staubmantel und was der Dispo-Kredit halt so hergibt.

Seit Maria Grazia Chiuri (zuvor bei Valentino) die Kreativherrschaft bei dem alteingesessenen Modelabel übernommen hat, bin ich mit dem Haus versöhnt. Ja, ich war kein Freund von der Mode ihres Vorgängers Raf Simons: Er designte mehr für sich als für mich. Konzeptionelles gehört an die Wand, nicht auf meinen Körper. Chiuris Kollektionen hingegen kann ich fühlen, bevor ich sie verstehe, und nicht andersherum. So soll es sein. Zu ihrer ersten Cruise Collection für Dior ließ sie sich unter anderem vom Schamanismus und einem „wilden Geist“ inspirieren wie er von Clarissa Pinkola Estés in „Women Who Run With the Wolves“ (im Deutschen: „Die Wolfsfrau – Die Kraft der weiblichen Urinstinkte“) beschrieben wird. Dazu Höhlenmalerei, die uns zu den Ursprüngen der Menschheit und der Kunst zurückführt. 1951 ließ sich Christian Dior von der Steinmalerei aus der erst 1940 entdeckten Höhle von Lascaux inspirieren – für seine Oval-Linie. Diese Silhouette (ähnlich der Venus von Willendorf) übernahm Chiuri glücklicherweise nicht. Sie orientierte sich an seiner viel erfolgreicheren Sanduhr-Silhouette („New Look“) und schmückte sie mit Wölfen aus Seidenjacquard.

In die Looks möchte man gleich hineinschlüpfen, bei näherem Betrachten sieht man wie atemberaubend schön sie sind (fast zu schön, um hineinzuschlüpfen) und nach zweimal darüber schlafen, hat man die Mode verinnerlicht. Man macht sie sich zu Eigen, wie das mit guten Ideen nun mal so ist. Das neue modische Ich für die nächste Saison ist gefunden.

Davon träume ich nachts

Dior Cruise Collection 2018

Ich bin eine Dior-Kundin. Huch, dass ich das einmal sagen würde… es fühlt sich erstaunlich modern an (ok, auch ein bisschen größenwahnsinnig).

Good to know: Die Hüte stammen alle von dem genialen Hutmacher Stephen Jones, auch die dunkelblaue Leder-Baskenmütze aus der Winterkollektion.

Photo By: Catwalkpictures, Dior Beauty

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