Irgendwie daneben: Bryan Boy

Zu Bryan Boy muss man hier nicht viele Worte verlieren. Er gehört zu den international bekanntesten Bloggern der Modeindustrie und war einer der Ersten, den man neben etablierten Größen der Branche in die Front Row setzte und der von Kopf bis Fuß von Marken austgestattet wurde. Mir entzieht sich die Begeisterung für ihn völlig: Ich habe selten jemanden erlebt, der so Ich-bezogen und affektiert ist. Man erlebt  ja oft positive Überraschungen, wenn man glaubt Leute in eine Schublade packen zu können, man sie dann persönlich kennen lernt und sich für die Vorurteile zu Tode schämt, weil die Person wirklich entzückend ist. Das war bei ihm nicht der Fall und dieser Instagram-Post bestätigt meine Erfahrung.
Bryan Boy beschwert sich über eine kurzfristige Absage von Moschino. Zuvor hatte er eine Bestätigung per E-Mail erhalten und bat um eine postalische Einladung. Allerdings beteuert er, dass er Moschino total bescheuert findet und eigentlich gar nicht hinwollte, denn er sei ja ein "Pradagirl" und die "PR-People" bei Moschino einfach unprofessionell.
Unprofessionell ist vor allem, sich wie ein kleines Kind bei den Followern Bestätigung zu suchen. Aber sie enttäuschen ihn nicht:
"I don't understand why of all bloggers they decide to uninvite you?? You're the most important out of all the most important bloggers out there !!! I can't imagine anyone more important"
"Seriously fuck them you're royalty"
"It's OK babe! You are still my idol! Always and forever! @moschino just can't afford u."
Bei Gegenwind bezeichnete er Kommentatoren als "ignorant idiot" und "dumb" - besonders (unfreiwillig) komisch wird es, wenn ihn Kommentatoren eigentlich bestärken wollen, er das aber vor lauter Hochmut falsch versteht und zurückfeuert. "Kein Gewand kleidet schöner als Demut", sagt ein altes Sprichwort.
Photo Credit: Catwalkpictures

Kommentare

  • Isabelle Braun sagt:

    Liebe Esra,
    für mich gehört zum guten Ton auch mal ehrlich zu sagen was man denkt, auch wenn das sicher nicht immer gut ankommt.
    • FrauFritz sagt:

      Ich war zuerst erstaunt und dann erfreut über Isabelles Offenheit.
  • Esra sagt:

    Ich dachte bis jetzt irgendwie, dass man sich unter Kollegen (und du bist ja auch eine Bloggerin?) nicht namentlich auseinandernimmt... Sondern höchstens , ohne Namen zu nennen?

    Nicht dass ich ihn mögen würde - aber ist das nicht ein schlechter Ton? 🙂

    lg

    Esra


    http://nachgesternistvormorgen.de/
  • Kathrin Bierling sagt:

    Hach, und ich dachte immer, er sei mehr der Moschino-Typ als der Prada-Typ – so von der Lautstärke her. #againwhatlearned