Nahtlos braun trotz Badeanzug oder Bikini

Immer wieder höre ich Leute sagen, sie würden gern den Badeanzugstoff neu erfinden: einen, mit dem man nahtlos braun werden kann. Aber den gibt es doch schon längst! Ich war 15 oder 16 Jahre alt, als ich mir den ersten Bikini bei Karstadt kaufte, mit dem man am ganzen Körper braun gebrannt wird. Noch heute gibt es Bikinis und Badeanzüge der gleichen Marke zu kaufen (siehe Produkte zum Shoppen). Die Frage ist doch, warum sich diese Erfindung nicht durchgesetzt hat; warum sich Frauen jetzt daran erinnern, dass sie das schon einmal hatten, aber dann nicht weiterverfolgt haben und heute wieder Bikinistreifen zulassen.

Geschichte der Marke Solar mit dem Patent Tan Thru®

Auf der Homepage der Bademodenmarke mit dem Tan Thru®-Patent wird von der Kollektion 2011 gesprochen. Ich lese nach und erfahre, dass es sich um ein deutsches Familienunternehmen handelt, das bereits 1927 als Textilbetrieb Kurt Böhme gegründet wurde. Hach, der deutsche Erfindergeist! Unter den eingetragenen Patenten für bräunungsdurchlässige Materialien entdecke ich die Solar-Fashion GmbH, die 1992 erstmals ein Patent eintragen ließ. Aus Oberbayern zog das Unternehmen 2009 nach Wedemark, Niedersachsen. Ich rufe an und erfahre, dass Solar, so heißt die Marke, 2006 Insolvenz anmelden musste. Eine Marke, die das Patent auf bräunungsdurchlässige Bademode besitzt! Heute gehört Solar asiatischen Investoren, die den zum Patent angemeldeten Stoff nun in Asien produzieren lassen – abgeschirmt von anderen Produktionen, damit das Patent nicht abgeschaut werden kann.

Warum man nicht mit anderen Marken kooperiert, frage ich nach. Eine Bademodenkollektion von Alexander Wang und Solar, wäre doch ein Hit. Die gut informierte Dame am Telefon weiß zu berichten, dass es schon Lizenzverträge mit Roeckl gab und mit Fahrradbekleidungsausstattern. So gab es wohl schon Fahrradhandschuhe, die für nicht ganz so weiße Hände sorgten. Aber Bademode sollte immer im Haus bleiben, so die Firmenphilosophie.

Das Prinzip des Tan Thru®-Patents

Der bräunungsdurchlässige Stoff, „Tan-Thru“ genannt, funktioniert durch eine feine Perforierung – so viel kann verraten werden. Der Stoff entspricht einem Lichtschutzfaktor von 4 bis 8 – je nachdem, wie stark der sehr elastische Stoff über der Haut gespannt ist. Es empfiehlt sich, den ganzen Körper mit Sonnencreme einzuschmieren. Den perforierten Stoff erinnere ich noch von meinem türkisfarben-gemusterten Triangel-Bikini aus den Neunzigerjahren. Wenn man diesen Stoff (73 Prozent Polyamid und 27 Prozent Elasthan) gegen das Licht hält, ist er semi-transparnet durch die vielen kleinen Löcher. Das bedeutet, dass der Stoff wild bedruckt sein muss, um z.B. von Brustwarzen abzulenken. Und das schränkt das Bademodendesign etwas ein.

 

Auf Amazon und Ebay gibt es viele Modelle: Badeanzüge und Bikinis. Achtet darauf lieber eine Größe kleiner als größer zu wählen, da sich der Stoff mit seinen Poren spannen können muss, um die Bräune gleichmäßig entstehen zu lassen. Wenn ihr euch unsicher seid, welches Bikini-Höschen ihr wählen sollt, dann rate ich zu dem Bikinihöschen ohne Bändchen, also lieber zur normalen Slip-Form, da die doppelt gelegten Bändchen – erfahrungsgemäß – für einen weißen Streifen sorgen können.

 

Solar Bikini Modepilot

Bräunungsdurchlässiger Trinagel-Bikini mit Tan-Thru-Patent von Solar, über amazon.de circa 70 Euro

 

Weitere Tan Thru®-Modelle gibt es über den firmeneigenen Onlineshop von Solar >>>

Photo By: Kiniki, Solar
4 Kommentare zu
“Nahtlos braun trotz Badeanzug oder Bikini”
  • Die Umsetzung dieser Idee ist mir auch schon lange bekannt. Leider finde ich die Optik dieser Bikinis eher altmodisch. Klar, Farben und Muster kommen wieder, doch das erinnert mich eher an Omas Auswahl.
    Letztens sah ich eine Seniorengruppe beim Schwimmen… same thing!
    Vielleicht haben einige Angst, der Stoff würde bei Berührung mit Wasser transparent, weil er so dünn ist?
    Für mich käme es bei besserem Design auf jeden Fall infrage.

    Liebste Grüße
    Kali von Miss Bellis Perennis

  • Nahtlose Bräune ist doch nur was für Solarium-Gänger! Ich als Sonnenanbeterin und Strand-Süchtige liebe Bikini-Abdrücke – sie sind der Beweis, dass sich ein Sonnentag gelohnt hat, und vor allem: dass Sommer ist! Oder mal war: sie bleiben bis mindestens November und erinnern mich so an bessere Zeiten. Mein Lieblingsabdruck ist übrigens der am Hals, vom Triangel-Bikini. Sieht gut aus zu Sommerkleidern! Bei Badeanzügen ist das allerdings etwas anderes: wäre ja gut, wenn man einen mit lauter Schnürungen und Cutouts tragen könnte, ohne hinterher auszusehen wie ein abstraktes Kunstwerk.

    • Haha, liebe Julia! Das ist ein wichtiger Punkt! Bikinistreifen sind auch auch Streifen der Freude. Ich bin nach einem Tag in der Sonne auch glücklich über Bikinistreifen – man möchte sie eigentlich nicht missen. Und sexy sind sie ja auch. Lediglich auf die Streifen am Nacken könnte ich verzichten und ein weißes Brustbein sieht bei tief dekolletierten Kleidern auch nicht so schön aus.

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