Doppelt gut? Chanel versus Zara

Neulich bei Zara: "Das ist doch Chanel! - Nein. Saint Laurent, oder? Also das hier ist aus der Cruise Collection von Céline, garantiert". Dass High-Street-Ketten, wie Zara, H&M & Co., ziemlich ungeniert Designer-Entwürfe kopieren, ist bekannt. Im Gegensatz zu Kunstwerken sind Designer-Entwürfe eben nicht urheberrechtlich geschützt - eine Nachahmung ist kein Plagiat! Designer goutieren diese Tatsache also, sehen es teilweise als Kompliment und weniger als Gefahr, denn die Preise von Luxusmarken steigen trotz der Kopien.
So ist es geradezu ein Hobby geworden, in den Läden der Ketten die Kopien zu identifizieren und dem passenden Designer-Label zuzuordnen. Manchmal fragt man sich aber, ob der Humor der Kunden getestet werden soll oder die schrecklich schlechten Copycats wirklich ernst gemeint sind.
Chanel: Herbst/Winter 2014, Sneaker aus Tweed und Kalbsvelours, um 850 Euro.
Zara: aktuell erhältlich, Sneaker aus Polyester (60 %) und Kuhleder, um 70 Euro. Die Verlinkung spare ich mir an dieser Stelle. Kauft ja niemand von euch.
Photo Credit: www.chanel.com, www.zara.com
Liebe Isabelle,
ich habe gerade eine Schuhdesignerin interviewt, die ihr eigenes Label gegründet hat, um nicht mehr nur kopieren zu müssen. Wenn das dabei herauskommt, dann begrüße ich die Kopien. Liebe Ketten, treibt die Designer in die Selbständigkeit, wir freuen uns.
Übrigens musste ich sehr schmunzeln wegen des fehlenden Links zu Zara 😉
Die Sneaker von Chanel sind ein Traum!
In anderen Bereichen, wie z.B. der Wissenschaft, ist die Plagiatsthematik doch deutlich klarer zu erkennen und auch zu verfolgen. Aus unerfindlichen Gründen ist es gerade im Textilbereich gerade für die Großen so einfach, unverschämten Ideenklau respektive Plagiate zu handhaben, obwohl jedem klar ist, das genau dieses vorliegt.