Highlights: Milano Moda Uomo Day 1

CORNELIANI
Corneliani eröffnete die Mailänder Fashion Week und gehört zu jenen Labels, die einerseits eine sehr klassische, italienische Handwerkskunst zu Tage bringen, aber andererseits auch etwas mit dem angestaubten Image der eigenen Marke zu kämpfen haben. Es handelt sich bei den Kreationen nicht um modische Experimente, sondern vielmehr um Kleidung für den Berufsalltag. Für den nächsten Sommer besteht für uns Männer die Möglichkeit, sich in leicht taillierten Anzügen aus Seiden-, Baumwoll- und Leinenstoffen zu kleiden. Auffallend war im Gegensatz zu anderen Traditionshäusern die breit aufgestellte Farbpalette: von Nachtblau, cremigen Pflaumen- und Himbeernuancen sowie Nougatfarben über zarte Sandtöne und softes Grau-Gelb bis hin zu klassischem Weiß und Schwarz war alles vorhanden. Viele Jackets sind hochgeschlossen und entsprechen einem westlich interpretierten Mandarin-Kragen. Zu den knöchenlangen Hosen lässt uns Corneliani auf sehr südländische Weise schmale, elegante Leder- & Velvet-Slipper ohne Socken tragen. Chic! Insgesamt eine zeitlose Kollektion voller Hochwertigkeit und Zurückhaltung, die ich mir wunderbar in meinem Job vorstellen könnte.
ERMENEGILDO ZEGNA
Anzüge, Mäntel und Hemden gerfertigt aus den bekanntermaßen feinsten Tuchen, die selbst auf dem Catwalk fallen, als wären sie das Königssiegel der Stoffwelten, sind jener Aspekt, der einem von Saison zu Saison immer wieder als Erstes ins Auge stößt. Seinen "modischen" Fokus setzte Chefdesigner Stefano Pilati auf die Ärmel der Jackets: So wurden extralange Longsleeves bis zur Mitte des Oberarms stulpenartig gekrempelt. Mäntel sind weit geschnitten und gehören zu meinen persönlichen Favoriten der 43teiligen Kollektion.
DOLCE & GABBANA
Die beiden Designer, die sich aktuell wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 200 Mio. Euro verantworten müssen, haben sich erneut auf die Wurzeln ihrer Heimat konzentriert. Was in der letzten Saison wie ein Urlaub in einem sizilianischen Fischerdorf wirkte, ist dieses Mal eine Reise ins römische Reich Caesars mit Kollektionsteilen, die mit antiken, römischen Städten all over bedruckt waren sowie ab und an von Kirschblütenprints abgewechselt wurden. Die Kollektion war für meinen Geschmack dennoch etwas zu fad. Leider.
JIL SANDER
Für Sommer 2014 legte Jil Sander ihr Augenmerk auf Schwarz/Weiß-Looks sowie leuchtende Fuchsia- und Granatapfelnuancen. Teils plan und teils in Musteroptik bespielten sie die klar gefassten Looks der Kolllektion, die aus schmal geschnittenen Hosen, aber auch weit geschnittenen, gehrockartigen Shorts zu Drei- und Zweitteilern gezeigt wurden. Leichte, sommerliche Mäntel gehörten ebenfalls zum Repertoire wie Mäntel und Jackets aus hochwertig glänzendem Leder mit scharfen Schnittkanten. Eklektizismus pur.
jil sander spring summer 2014 menswear
VERSACE
Im Gegensatz zu ihren vorherigen Kollektionen präsentierte Designerin Donatella Versace für nächsten Spring Summer doch recht tragbare Looks. Neben schimmernd-glänzenden Anzügen aus Seide und den typischen Versace-Ledergeschichten durften selbstverständlich die Badehosen- und Unterwäsche-Teile an definiert, bemalten Körpern auf keinen Fall fehlen. "Sex sells" scheint noch immer das Verkaufscredo beim italienischen Haus mit der Medusa als Logo zu sein. Wenn auch dieses Mal sehr angenehm übersetzt. Highlights der Kollektion: die neonfarbenen Komplettlooks in "Paintball"-Optik!
Videos: YouTube.com; Images Jil Sander: PR; Preview-Image: Catwalkpictures.com
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