Pre-à-porter: Mode vorbestellen

Früher skizzierten Modejournalisten bei den Schauen eifrig mit, um später noch eine Ahnung von dem Gesehenen zu bekommen. Heute sind Fotos und "Detail-Shots" schon online, wenn die Kritikerin ihren Computer anschmeißt. Und eigentlich braucht sie ihn gar nicht mehr anzuschmeißen, denn der Leser hat seine Entscheidung vermutlich schon getroffen und die neue Mode vorbestellt – online.

Couture-Society.com

Und dabei hat der Leser/der Endkunde die Produktion auch noch mitbestimmt. Man kennt es seit Kurzem von Luxusmarken wie Burberry: Interessierte können sich die Fashionshow live via Livestream ansehen und anschließend auf der Firmen-Homepage die Favoriten vorbestellen. Auch kleinere, unbekanntere Marken nutzen den Service-Gedanken und vor allem die bessere Berechenbarkeit der Produktion für sich: Sie tummeln sich auf www.couture-society.com, der Pre-Order-Plattform für Designermarken.

Zur Berlin Fashion Week gibt es eine Extra-Orderrunde: Die Sommermode 2012 von Michael Sontag, Perret, Schaad, Stephan Pelger, Irene Luft, Mariusz Przybylski und Teile von Escada Sport kann bereits 24 bis 48 Stunden nach der jeweiligen Show online vorbestellt werden. Derlei Zusammenspiel soll es auch zu den Fashion Weeks von Kopenhagen, Paris, Mailand, New York und London geben.

Wie es funktioniert: Sobald die Mindestbestell-Anzahl für eine Produktion erreicht ist, wird die hinterlegte Kreditkarte mit der Hälfte des Verkaufspreises belastet – das nennt sich dann "Deposit". Wenn das Kleidungsstück fertig ist, wird der Restbetrag eingeholt und die Ware versendet. Natürlich gilt auch hier das 14-tägige Rückgaberecht.

Bilder: screenshots von couture-society.com

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

Kommentare