Kathrin Bierling

Modepilot testet: Philips Lumea

Nicht, dass ich das nötig hätte! Über das neue Haarentfernungsgerät von Philips habe ich mich gefreut – ein verborgener Wunsch, der in Erfüllung ging. Denn die "dauerhafte" und kostspielige Haarentfernung in Beauty-Centern ist, laut Freundinnen, nur dauerhaft, was die Termine angeht. Jetzt kann ich mit meiner Lichtpistole Haarwurzeln einschläfern, wann ich will.

Philips Lumea – Waffe gegen Haare

Am Freitag kam das Testprodukt an. Am Freitag traf ich die nötigen Voraussetzungen, um gleich loslegen zu können: entsprechende Stellen (Beine, Achseln, Bikini-Zone) rasieren, den Wetterdienst auf schlechtes Wetter prüfen (man darf die behandelten Stellen anschließend zwei Wochen lang nicht direkt der Sonne aussetzen). Außerdem gab es viele Ausschlusskriterien: weiße, hellblonde oder rote Haare, zu dunkle Haut – auch das musste ich anhand einer Tabelle erst überprüfen (Urlaubsbräune!). Fazit: mit "beigefarbener" bis "hellbrauner" Haut (Achsel) und "mittelbrauner" Haut an den Beinen und dunkelblonden bis braunen Haaren bekomme ich grünes Licht.

Dann muss die Wunderwaffe noch 1,5 Stunden laden und los geht es. Es blitzt hell und ich bekomme einen Schock, schmerzfrei ist es schon, aber der Blitz mit Stärke 4 (von 5) ist spürbar und macht mir Angst. Egal, ich fahre fort. Zu schön, die Vorstellung, dass Haar-Pigmente unter der Haut von einem Hitzeschlag getroffen werden, der die Wurzel in einen Dämmerschlaf versetzt und damit das Wachsen blockiert. Man sollte diese Prozedur übrigens alle zwei Wochen wiederholen, damit auch Haare erwischt werden, die gerade nicht im Begriff waren zu wachsen und später, um die bereits erwischten Wurzeln weiter schlafen zu lassen.

Das halte ich für eine machbare Sache. Insgesamt dauerten Achseln, Bikini-Zone und beide Unterschenkel maximal 30 Minuten, kürzer als angegeben. Über eingewachsene Haare werde ich mich in ein paar Monaten hoffentlich auch nicht mehr ärgern müssen. Bin gespannt, ob ich das Gerät dann noch als Wunderwaffe bezeichnen möchte, aber noch bin ich guter Dinge.

Das Einzige, was mich nach dem Durchlesen der Gebrauchsanweisung irritiert, ist der Vermerk: "Das Gerät ist nicht für Männer geeignet". Ich fragte eine befreundete Hautärztin, die ein professionelles Gerät in ihrer Praxis stehen hat. Sie hält das für "Quatsch".

Und noch eines ist mir aufgefallen: Die Auflagefläche von ca. ein mal drei Zentimetern ist zu klein für ungeduldige Anwender mit langen Unterschenkeln wie mich. Und sie ist zu groß, um das Knie richtig bearbeiten zu können, denn die Bereitschaft des Geräts, um den Blitz auslösen zu können, erfolgt nur, wenn die Auflagefläche rundum Hautkontakt hat – an diesem Kunststück müssen entweder ich oder Philips noch arbeiten.

Bislang gibt es Philips Lumea nur in Großbritannien, Portugal, Frankreich und Spanien. Ab September ist es auch in der Schweiz und in Deutschland erhältlich. Kostenpunkt: ca. 700 Schweizer Franken und ca. 500 Euro.

UPDATE: ZWISCHENSTAND ZUM PHILIPS LUMEA TEST

Das ist das Ziel:

Beine so dauerhaft glatt wie die von Barbie

Drei Mal habe ich das Haarentfernungssystem "Philips Lumea" verwendet, ganz brav nur alle zwei Wochen wiederholt. Vom Produkt und dem ersten Mal berichtete ich: Modepilot testet: Philips Lumea. Natürlich kann man jetzt noch nicht von einer dauerhaft glatten Haut sprechen. Würde ich die Beine nicht alle paar Tage rasieren, würde es dort ungefähr so aussehen:

 

Aber ich habe das jetzt mit den kniffligen Stellen (Knie, Achillesferse) raus. Philips muss da doch nicht noch mal ran. Ich strecke das Knie einfach durch – hätte ich auch gleich drauf kommen können. Und an der Achillesferse setze ich das 3 mal 1 Zentimeter große Lichtfenster längs auf und nicht quer. Überhaupt bin ich ein echter Profi geworden: es geht viel schneller, die Achsel habe ich nach ein paar Sekunden fertig. Schade nur, dass jetzt, da ich es mit den Abständen so genau nehme, der Akku nicht mehr für den ganzen zweiten Unterschenkel reicht (da mehr Impulse pro Bein).

Freue mich dennoch auf die nächste Sitzung: Haarwurzeln einschläfern macht Spaß!

Foto: Barbie, Illustration: modejournalistin/modepilot

Photo Credit: modepilot/modejournalistin, Philips (2)

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

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