Kathrin Bierling Fashion-Frust am Samstag
Habe heute eine Shopping-Tour (aus Shopping wurde nichts) durch die jungen Viertel Münchens gewagt: Haidhausen, Lehel, Glockenbach. Und kann nach ca. 12 Boutiquen sagen, die letzten Monaten nichts oder alle guten Kleider verpasst zu haben. Vor vier Jahren habe ich für "How to spend it" geschrieben, dass Kinder keine niedlich gemeinte Sonderstellung möchten. Und jetzt: Frauen auch nicht!
Klassiker in "jungen" Boutiquen
Überall bot sich mir das gleiche Bild: einfache Hängerchen (120 bis 220 Euro) für 1,60m große Frauen, die darin allenfalls süß aussehen könnten und nicht wie ich nur noch albern; knittrige Tuniken mit fädrigen Stickereien (80 bis 160 Euro), die ich schon damals nicht einmal für den Strand gekauft habe. Es scheint, als rechtfertige die Sommersaison billige, dünne Stoffe, die man mit zwei Goldknöpfchen aus Plastik einfach nur aufmotzen müsse. Jeder Laden hält einen sandfarbenen Jumpsuit in schlechter Satin-Qualität und Häkelboleros (wer zieht so etwas an?!?) bereit. Bei manchen Hemdblusenkleidern verlaufen die Knopfleisten nicht einmal gerade oder ein Kragen ist so stark eingedrückt, dass man ihn kaum zurecht bügeln könnte - Ramschware nett in Wohnzimmer-Atmosphäre präsentiert.
Verkäuferinnen erklären mir, wenn ich aus der Umkleide trete und aussehe wie Alice im Wunderland, dass das halt der London-Stil sei. Dann binden sie mir Stretchgürtel unter die Brust und wollen Ballerinas holen. Aaaah! Ich entwickele Verständnis für das oft schlechte Straßenbild. Wo soll man denn noch einkaufen, ohne die 500-Euro-Schwelle für ein Kleid zu übertreten?
Foto: screenshot von aflondon.com

Danke MJ, ich weiß genau was du meinst. Was für ein deprimierender Samstag.
Wo warst du denn???
Slips ist doch bekann daür immer ANDERE Teile zu bieten, die eben nicht dem gängigen Straßenbild entsprechen... zur Not gäbe es ja dann auch noch Off&Co...liegt allerdings preislich schon etwas höher.
Ich glaube ich muss doch mal Shopping-Nothilfe leisten. 😉
AAAH deshalb ist der größte teil meiner Schule schlecht gekleidet! Bzw der Rest sieht gleich aus. Im sommer liefen sie alle mit Oversize Hemden, Strumpfhosen, Taliengürteln und schwarzen ballerinas rum!
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Also ich finde den mädchenhaften Stil toll - aber den gibt's ja auch für weniger Geld bei Zara und Co! Und da ich mit knappen 1,70m ebenfalls zu den kleinen Pimpfen zähle, freut es mich, dass an uns endlich mal ein Look ( süßes Hängerchen, Taillengürtel, Ballerinas) besser aussieht als an Modelgrößen 😉
Der Befund ist nicht verwunderlich und wohl verallgemeinerbar. Mein Eindruck ist: Das Angebot wird von der Nachfrage bestimmt.
@FashionMaster Bei Slips gibts die DvF-Schrankhueter. Da musst Du schon andere Tipps als die ueblichen bieten...
Oh, ich kann mitfühlen. Ich dachte mir das mit schlecht genäht und grottenschlechter Stoff (noch nicht mal für den Strand!!) gerade gestern. Woran liegt's. Haben die Konsumenten keinen Sinn für Qualität mehr? (Was dann Zebulons These unterstützen würde)? Oder sind die Margen im DOB-Handel derart schlecht, dass man an allen irgendwie nur verfügbaren Stellschrauben drehen muss?
Ich bin jedenfalls gestern mit dem festen Entschluss nach Hause gefahren, mich wieder mal bei meiner Stoffsammlung zu bedienen und meiner Nähmaschine was zu tun zu geben. Das ist zwar zeitaufwändig. Aber draußen regnet's eh. Und schließlich, da weiß man wenigstens was man hat.
@MJ: Ach ja und was ist mit Celine und Velvet(gibt's Kleider schon ab 129€) und NOire und Lala und Marni...ist das wohl nix???
Außerdem sind die Kunden von Slips wohl zu informiert, als dass sie(die Slips-Lady) es sich leisten könnte alte Teile im Laden zu haben!!!
Ich sag nur....Augen auf beim Klamottenkauf!