Fashion-Frust am Samstag

Habe heute eine Shopping-Tour (aus Shopping wurde nichts) durch die jungen Viertel Münchens gewagt: Haidhausen, Lehel, Glockenbach. Und kann nach ca. 12 Boutiquen sagen, die letzten Monaten nichts oder alle guten Kleider verpasst zu haben. Vor vier Jahren habe ich für "How to spend it" geschrieben, dass Kinder keine niedlich gemeinte Sonderstellung möchten. Und jetzt: Frauen auch nicht!

Klassiker in "jungen" Boutiquen

Überall bot sich mir das gleiche Bild: einfache Hängerchen (120 bis 220 Euro) für 1,60m große Frauen, die darin allenfalls süß aussehen könnten und nicht wie ich nur noch albern; knittrige Tuniken mit fädrigen Stickereien (80 bis 160 Euro), die ich schon damals nicht einmal für den Strand gekauft habe. Es scheint, als rechtfertige die Sommersaison billige, dünne Stoffe, die man mit zwei Goldknöpfchen aus Plastik einfach nur aufmotzen müsse. Jeder Laden hält einen sandfarbenen Jumpsuit in schlechter Satin-Qualität und Häkelboleros (wer zieht so etwas an?!?) bereit. Bei manchen Hemdblusenkleidern verlaufen die Knopfleisten nicht einmal gerade oder ein Kragen ist so stark eingedrückt, dass man ihn kaum zurecht bügeln könnte - Ramschware nett in Wohnzimmer-Atmosphäre präsentiert.

Verkäuferinnen erklären mir, wenn ich aus der Umkleide trete und aussehe wie Alice im Wunderland, dass das halt der London-Stil sei. Dann binden sie mir Stretchgürtel unter die Brust und wollen Ballerinas holen. Aaaah! Ich entwickele Verständnis für das oft schlechte Straßenbild. Wo soll man denn noch einkaufen, ohne die 500-Euro-Schwelle für ein Kleid zu übertreten?

Foto: screenshot von aflondon.com

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