Valentino: Vale Alessandra

Vor ein paar Monaten hieß es an der Stelle noch “Vale Valentino”, als der Altmeister seinen Ruhestand einläutete. Nachfolgerin war Alessandra Facchinetti, die eine hochumjubelte Debüt-Kollektion hinlegte – Verjüngung für das Haus, aber gemäßigt. Scheint trotzdem nicht gut anzukommen, zumindest intern, wie gemunkelt wird. Sie habe sich in punkto Designausrichtung und Produktionskosten nicht mit dem Management einigen können, angeblich. Heißt: Frau Facchinetti zeigte gestern ihre zweite und letzte Kollektion für das Haus Valentino. Ab Winter sollen die inhouse Accessoires-Designer Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli übernehmen (zwischendurch war auch mal Giambattista Valli im Gespräch). So schnell geht es dieser Tage, Designer werden gewechselt wie Unterhosen. Schwer für ein Haus, seine Linie zu finden, wenn den Kreativen nicht einmal mehr als zwei Saisons Zeit gelassen wird (siehe auch Chloé, Ungaro oder Cerruti).
Nichtsdestotrotz erscheint mir auch Facchinettis zweite Kollektion eine gelungene, leichter und zarter, mehr Haute Couture als Ready-to-Wear, dennoch tragbar, zeitlos elegant und dennoch ausreichend modern. Mir gefallen die farblichen Gegenpole zwischen Valentino-Rot, Edelstein-Tönen, Schwarz und Puder – und als kleines Detail: dass auch Ballerinas zum Abendkleid gut aussehen.
Fotos: stardustfashion.com
Photo Credit: false

Kommentare

  • parisoffice sagt:

    Also ich finds schade, dass sie schon wieder gehen muss. Winter gefiel mir super. Der Sommer naja, aber da wusste sie es vielleicht auch schon.
  • Die Erben | Modepilot sagt:

    [...] nach nur einer Saison geschasste Alessandra Faccinetti hatte sorgsam und - in meinen Augen - sehr gekonnt versucht, das Haus in die Moderne zu tragen (wir [...]
  • Modepilot > -Mode- > Valentino: Der Bruch mit dem Meister sagt:

    [...] wenn ich bedenke, dass Alessandra Facchinetti nach nur einer Saison abgesägt wurde, und dieses Duo nun sich hält, verstehe ich die Modewelt nicht. [...]