Catwalk: Reformer-Pilates
Zum Sport gehen soll für dich einem Auftritt gleich kommen? Dann ist Reformer-Pilates genau das richtige für dich. Viele denken bei Reformer-Pilates an Sport, aber es ist mehr als das: Es ist der Laufsteg des aktuellen Lifestyles. Vielleicht sind deswegen, ähnlich wie bei einer Modenschau, die Plätze beim Reformer-Pilates so schnell belegt. Aber was ist Reformer-Pilates eigentlich?
Was ist Reformer-Pilates eigentlich?
Beim Reformer Pilates gibt es keine Matte. Man befindet sich auf einem Gerät, dem Reformer. Wie bei einem Rudergerät sitzt man auf einem Gleitschlitten, bzw. balanciert darauf. Die Übungen sind vielfältiger. Und das Drumherum glamouröser.
Reformer-Pilatesstudios hatten in den letzten Jahren einen Boom wie Sauerteig selber backen. Auch mich hat es gereizt. Und ich bin dran geblieben, obwohl... . Um ein kurzes Preisgefühl zu bekommen: Eine Stunde Reformer-Pilates liegt bei circa 28 Euro. Ohne den Reformer gibt's Pilates oft schon für 15 Euro. Ist der Reformer wirklich mehr wert? Viele behaupten, dass Reformer-Pilates ein wahres Wundermittel für den Körper sei. Eine Studie zeigt, dass durch Reformer-Pilates die Muskelkraft zunimmt (>>>). Zudem hat Reformer-Pilates auch einen positiven Einfluss auf die Psyche: Depressionen und Angstzustände werden wohl vor allem bei übergewichtigen Frauen reduziert (>>>).
Das richtige Outfit
Vielleicht ist es ja aber auch die ausgiebige Beschäftigung mit dem Outfit oder das People Watching, das für zusätzliche Glückshormone sorgt. Denn das Pilates-Outfit muss durchdacht sein. Es braucht eng anliegende Kleidung, aber nicht irgendeine, und rutschfeste Socken mit Gumminoppen. Aber bloß nicht jene vom letzten Hüpfburgenbesuch. Bestenfalls trägst du nicht nur ein Sportset in Schwarz oder Matcha, sondern eine enge Sporthose mit Schlag, einen abgestimmten Sport-BH und die passende „Range Rover Jacke“ (siehe Foto). Dazu Pilatessocken mit Noppen Herz- oder Schleifchenform.
Man kommt auch nicht mit einer großen Sporttasche, sondern mit einer Designerhandtasche. Und diese muss nicht groß und praktisch sein. Es reicht, wenn sie von Louis Vuitton oder Chanel ist. Wenn du denkst, dass sie falsch für Sport ist, ist sie genau richtig für Reformer-Pilates. Eine Frau ist für mich unvergesslich. Sie hatte einen hohen, frisch gestylten Pferdeschwanz. Und sie trug ein schwarzes Sportset von Lululemon, darüber einen langen, glänzenden, schwarzen Moncler-Mantel. Obwohl an diesem Tag keine Sonne schien, hatte sie eine Sonnenbrille auf dem Kopf. Das Highlight des Outfits war die schwarze 'Single Flap'-Chanel-Handtasche. Dieser Look war nicht nur ein Sportlook, sondern ein Look für den Rest des Tages.
Frisur und Make-up. Viele kommen mit einem Sleek Zopf, um die „Clean Girl Asthetic“ zu bewahren. Die Pilates Profis sind an dem halb offenen Hairstyle zu erkennen. Auch wird die Clean Girl Asthetic bei dem Make-up fortgesetzt. Die perfekt glänzende Haut verrät: Hier wird die Foundation 'Hollywood Flawless Filter' von Charlotte Tilbury verwendet. Nein, an Make-up wird nicht gespart.
Wie glamourös sind die Studios
Nicht nur die Outfits sind farblich abgestimmt, auch die Einrichtung der Studios. Entweder alles in Weiß oder das andere Extrem: pinke LED-Beleuchtung; Schränke, auf deren Schlüsseln die unterschiedlichen Sternzeichen abgebildet sind; sowie pinke Motivationssprüche. Nicht zu vergessen, der Spiegel vor dem Kursraum. Auf dem steht so was wie „you look gorgeous“. Darunter der Name des Pilatesstudios. Es geht nicht um die Message, sondern um den Gedanken an einen Post auf Instagram. Alles ein Social Media Event. Knipse das Foto besser vor deiner Pilatesstunde, denn es gibt bei den meisten Studios keine Duschen.
Autorin dieses Artikels: Klara Schlemmer
Die Autorin über sich selbst: Ich liebe es, Schnäppchen zu ergattern. Im ersten Moment denke ich nicht daran, ob es mir gefällt, sondern was für ein tolles Angebot ich gefunden habe. In den meisten Fällen kann ich auch meine Finger nicht davonlassen. Meistens handelt es sich dabei um einen schmalen Grat zwischen „hässlich“ und „schon wieder cool“, aber Hauptsache ein Schnäppchen.
Mein schönstes und prägendstes Modeerlebnis war, als ich zu meinem Abi eine MCM-Tasche bekommen habe. Hört sich im ersten Moment nach Klischee an, ich weiß. Es ging mir aber nicht um die Tasche, sondern darum, dass meine Mama wusste, dass ich bei einem Shoppingausflug mit ihr, als ich 15 Jahre alt war, diese Tasche gesehen und mich verliebt habe. Ich habe sie mir abfotografiert und mir in meinen „was ich mal haben möchte, wenn ich groß bin“-Wishlist-Ordner gelegt. Ich wollte mir den Wunsch später als Erwachsene erfüllen, wenn ich etwas Großes erreicht habe. Meine Mama wusste das und hat mir genau diese Botschaft vermitteln wollen. Mode war für mich nie nur Kleidung, sondern etwas, das Verbindung schafft.

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Photo Credit: Klara Schlemmer, to the top





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