Neues vom Beauty Pro: Porentief nachgefragt

Experten-Gespräch zum  Thema „Sex-Toys“

Sexspielzeug ist kein Tabu-Thema mehr. Immer mehr Menschen verwenden sie für Liebesspiele, bzw. machen auch kein Geheimnis mehr daraus. Selbst ernstzunehmende wissenschaftliche Plattformen wie spektrum.de beschäftigen sich mit Vibratoren, Dildos und Gleitmitteln. Und das zu Recht, denn mehr als die Hälfte aller Frauen und Männer zwischen 18 und 69 Jahren benutzen Sexspielzeuge in der Partnerschaft, 72 Prozent der Frauen und 31 Prozent der Männer verwenden sie beim Solosex. Zu diesem Ergebnis kam Nicola Döring, Universitäts-Professorin für „Medienpsychologie und Medienkonzeption” an der TU Ilmenau.
Christian Dior Couture Modepilot Sex Toys
Christian Dior, Haute Couture, Sommer 2018
„Nur wer weiß, was ihm oder ihr im Bett gefällt, kann das seinem Partner oder seiner Partnerin auch kommunizieren“, sagt Lisa Rustige vom Institut für Sexualforschung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Dass schlechter Sex nicht nur bei One-Night-Stands vorkommt, belegt eine Umfrage, die das Marktforschungsunternehmen OnePoll im Auftrag von Lelo, dem dänischen Hersteller von intimen Lifestyle-Produkten, mit 2.000 Personen durchgeführt hat. Fehlende Leidenschaft, zu viel Alkohol, Scham, unterschiedliche Vorstellungen und vieles mehr können der Grund für katastrophalen Sex sein.

Sex-Unfälle − gar nicht selten

Jeder Fünfte gab zu, dass er in seinem Leben mehr als zehn wirklich schreckliche sexuelle Begegnungen erlebt hat. Zwei von fünf haben deshalb sogar schon einmal den Akt abgebrochen. Erstaunlich auch, dass für 69 Prozent guter und schlechter Sex gleichermaßen unvergesslich ist. Die Befragten erinnerten sich auch an einige ihrer lustigsten und bedauerlichsten Momente im Bett, wie z.B. den Namen des Ex im Eifer des Gefechts zu rufen oder von der Couch zu fallen und sich vier Bandscheiben zu brechen. Der Versuch auf dem Parkplatz eines Friedhofs Sex zu haben, nahm ein jähes Ende. „Sagen wir einfach, mein Partner dachte, er hätte einen Geist gesehen", gestand eine Frau. „Für mich war es urkomisch.“
Sex Toys Modepilot Christian Dior Eyes Wide Shut
Christian Dior, Haute Couture, Sommer 2018
Von denjenigen, die sich beim Sex verletzt haben, sagten 57 Prozent, dass es in der Dusche passiert ist, während 53 Prozent angaben, dass eine Position schuld war, die als „Schubkarre“ bekannt ist. Aber die häufigste Unfall-Ursache ist „Doggy-Style“ mit 62 Prozent. Ein Drittel der Befragten hat auch schon einmal mitten im Geschlechtsverkehr aufgehört, weil sie pinkeln mussten, und ein weiteres Drittel ist während des Aktes auf dem Partner eingeschlafen.
„Peinliche Sex-Verletzungen oder -Geschichten, können einen durchaus zum Lachen bringen, egal wie ernst man sich selbst nimmt“, sagt Sara Kranjcec Jukic, Global Brand Manager von Lelo. „Je mehr dieser Geschichten vorurteilsfrei und humorvoll geteilt werden, desto mehr Spaß werden alle haben. Das Leben ist kein Film ­− Sex zwischen echten Menschen ist immer bis zu einem gewissen Grad peinlich, und niemand kann dem entgehen. Also ist es völlig unangemessen, sich dafür zu schämen.“
Christian Dior Eyes Wide Shut Modepilot
Sexy Outfits bei der Christian Dior Haute Couture für den Sommer 2018

Peinlichkeiten in der Öffentlichkeit

Peinlichkeiten können auch außerhalb des Schlafzimmers passieren. Ganz oben auf der Liste mit 64 Prozent der Befragten stehen dabei PDA-Moves. Da musste ich erst einmal googeln und mich dann auch gleich wundern über so manche Aussagen. Unter PDA-Moves versteht man öffentliche Zuneigungsbekundungen. Auf Englisch: Public Display of Affection (PDA). Dabei wird zu jeweils 35 Prozent die Knutscherei im Park und der Gebrauch der gefürchteten Babystimme als zu viel empfunden.
Aber ebenso abgelehnt wird etwas so Harmloses wie eine Hand über die Schulter des Partners zu legen. 29 Prozent finden es unerträglich, wenn der Po des Anderen berührt wird. Allerdings gaben 63 Prozent derjenigen, die sich über PDAs aufregen, zu, dass sie es selbst in ihrer Beziehung tun. Na siehste!

Toy-Tipps

„Guter Sex entsteht, wenn beide Seiten ihr Bestes geben, auf den eigenen Körper hören, dem Partner Aufmerksamkeit schenken und sich selbst nicht so ernst nehmen. Entspannen Sie sich einfach und genießen Sie es!", empfiehlt Sara Kranjcec Jukic. Ein gutes Sexspielzeug kann viel dazu beitragen. Wer sich zum ersten Mal eines zulegen möchte, sollte sich zuvor die grundsätzliche Frage stellen: Was gefällt mir und was soll das Sexspielzeug können? Soll es beidseitig stimulieren oder erstmal nur klitoral?
Modell Sona von Lelo Modepilot
Lelo Sex Toys: Modell 'Sona'
Sara Kranjcec Jukic: „Wer es langsam angehen möchte, für den eignet sich ein Vibrator mit Schallwellen. Diese bewirken eine sanfte Stimulierung der Klitoris-Perle. Hat er eine breite Öffnung wird der gesamte erogene Bereich einbezogen, und die Schwingungen breiten sich mit gleichmäßiger Intensität auf die gesamte Klitoris aus, statt nur auf ihren Mittelpunkt, was für einen sinnlichen und langsamen Aufbau eines Orgasmus sorgt.“ Fortgeschrittene wählen vielleicht lieber eine tiefe klitorale Stimulation parallel zur G- Punkt-Vibration für einen sehr viel intensiveren Höhepunkt.

Lelo Sex Toys ­− Was sagt ER dazu?

Man hört oft, dass Männer, statt mitzumachen, eher ein bisschen eifersüchtig auf das neue Toy der Partnerin werden. „Tatsächlich gab es bei unserem Kundenservice einmal eine Beschwerde von einem eifersüchtigen Partner, der scharfe Soße auf den Vibrator seiner Frau schmierte, in der Hoffnung, sie würde das Spielzeug nie wieder benutzen“, erzählt Sara. Doch das ist ein Einzelfall. Laut einer Umfrage, die vor einigen Jahren durchgeführt wurde, zeigte die Mehrheit der männlichen Befragten eine positive Einstellung gegenüber der Verwendung von Toys durch ihre Partnerinnen.
„Ich denke, das grundsätzliche Problem liegt an der mangelnden Kommunikation über Sex im Allgemeinen“, so die Global Brand Managerin. „Wenn man ein Spielzeug ins Schlafzimmer bringen will, entweder für sich selbst, für den Partner oder um es gemeinsam zu genießen, ist es bereits der erste Schritt, ein Gespräch darüber zu führen. Es ist wichtig, dass beide Partner wissen, dass Sexspielzeuge nicht dazu da sind, um Probleme zu lösen. Sie sind großartige Ergänzungen zur bestehenden Solo- oder Paar-Routine beim Sex, aber die Grundlage jeder Beziehung, insbesondere einer sexuellen Beziehung, ist Kommunikation.“
Und von Konkurrenz kann hier ohnehin nicht die Rede sein, denn kein Sexspielzeug kann mit der Intimität und Nähe eines anderen Menschen konkurrieren.
Mehr von unserer Autorin Margit Rüdiger lesen Sie jeden Freitag hier auf MODEPILOT.de – Ihre bisherigen Kolumnen gibt es hier >>> und mehr auf ihrem Blog Culture & Cream (>>>) Fragen, Wünsche, Feedback? Sie erreichen unsere Kolumnistin unter beautypro[@]modepilot.de
Photo Credit: Catwalkpictures, Lelo

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