Neues vom Beauty Pro: Porentief nachgefragt

Cleansing: Corona-Pfunde, goodbye!

"Look Better. Feel Better." lautet der Slogan eines 'Cleansing'-Programms. Das kann ich gebrauchen, nachdem meine Schwester, Gourmet und Super-Köchin, über Ostern zu Besuch war. Und dann noch der lange Lockdown, ohne meine gewohnte Trainings-Routine im Fitness-Studio. Zwei Kilo müssen runter, und außerdem ist es ohnehin Zeit für meinen innerlichen Frühjahrsputz. Warum ich mir gerade dieses Konzept ausgesucht habe? Weil es Entlastung für den gesamten Organismus und Unterstützung der inneren Reinigungsprozesse verheißt und ausserdem soll es den Körper wieder spürbar werden lassen.
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Habe ich durch das Cleansing an Umfang verloren?
An Letzterem mangelt es mir zwar nicht, weil ich schon immer ein gutes Gespür für meinen Körper hatte. Was mir aber auch noch an dem 'Clean9'-Programm gefällt: In diesen neun Tagen muss man keine Gerichte kochen oder zubereiten. Die Box, die ich mir bestellt habe, enthält die Basis-Ausstattung: zweimal einen Liter Tetra Pak Aloe-Getränk, einen Beutel mit 15 Portionen Ultra Shake Mix (Ich habe Vanille gewählt, weil ich keine Schokolade mag), 18 Therm-Presslinge, 54 Garcinia Plus-Kapseln, neun Fiber-Portionsbeutel, ein Maßband und einen Shaker.
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Das ist die ganze Cleansing Box, die es dafür braucht

Der erste Tag

Es ist der Dienstag nach Ostern. Als Einstimmung auf meine Kur habe ich schon mal das Abendessen am Vortag gecancelt. Die ersten beiden Tage sind sehr streng. Außer Pulver, Drinks und Kapseln, sind keine Add-ons erlaubt. Das Frühstück fällt dementsprechend karg aus: zwei Softgel-Kapseln mit Chrom, damit der Blutzuckerspiegel nicht absinkt. Dazu soll ich mindestens 240 Milliliter Wasser trinken. Dann muss ich 30 Minuten pausieren, bis es 120 Milliliter von dem Aloe-Getränk gibt. Acht große Gläser Wasser werden es pro Tag. Ich bin mutig und trinke das Aloe-Gel pur. Schmeckt einfach scheußlich: wie alte Socken. Den Therm-Pressling nehme ich wiederum mit viel Wasser ein. Dann habe ich Ruhe bis zu dem Vormittags-Snack. Wobei „Snack” etwas übertrieben ist, denn es handelt sich um einen kleinen Portions-Beutel Ballaststoffe, die ich in Wasser anrühre.
Die Spezial-Mischung besteht aus fünf Gramm wasserlöslichen Ballaststoffen und soll das Sättigungsgefühl fördern. Hunger habe ich bislang tatsächlich nicht. Ich bleibe gespannt, ob das so bleibt. Das Mittagessen besteht wiederum aus zwei Kapseln, einer 30-minütigen Pause, gefolgt von dem Aloe-Getränk (schmeckt auch beim zweiten Versuch nicht besser), einem Pressling und als Höhepunkt den Vanille-Shake. Das Pulver wird mit 300 Milliliter Milch, Mandel-, Soja- oder Kokosmilch gemischt. Ich entscheide mich für Letzteres. Gute Wahl, absolut genießbar.
Dann telefoniere ich mit einer Freundin, die ständig Aloe Vera trinkt, und klage ihr mein Leid über den abscheulichen Geschmack. Sie lacht nur und sagt: „Ich würde das pur nicht runterkriegen, mische es immer mit naturtrübem Apfelsaft und Wasser.“ Das mache ich am Abend auch, wenn ich nach meinen Softgelkapseln wieder 120 Milliliter Aloe trinken muss und vor dem Schlafengehen nochmals die gleiche Menge. Der Tipp war gut.

Der zweite Tag

Er ist so streng wie der erste. Aber in meinem Körper hat sich offensichtlich schon etwas getan. Ich fühle mich morgens um sechs Uhr (ohne Wecker!) schon topfit und stehe super ausgeschlafen auf. Und das nach nur sechs Stunden Schlaf, wo ich sonst oft nach acht Stunden nur schwer aus den Federn komme. Und Hunger habe ich den ganzen Tag über tatsächlich keinen. Noch nicht mal Appetit auf etwas Leckeres, z.b. dann, wenn ich – mit meinem Vanille-Shaker in der Hand – meinem Mann beim Essen zusehe. Am Abend zeigt die Waage schon ein Kilo weniger an. Mein Sport-Programm, das mein „C9 Daily Plan“ für morgens empfiehlt, absolviere ich immer abends, weil ich das einfach so gewohnt bin als Nachteule. Und dabei bleibt es!

Der dritte Tag

Heute bin ich nach dem Kapsel-Aloewasser-Shake-Pressling-„Frühstück“ mit dem Auto unterwegs. Für den Snack am Vormittag fülle ich 300 Milliliter Wasser in meinen Shaker und nehme den Ballaststoff-Portions-Beutel mit auf Tour. Gegen 11 Uhr schütte ich auf einem Parkplatz das Pulver aus dem Stick in meinen Shaker. Gut schütteln, trinken. Klappt perfekt. C9 hat die Reiseprüfung bestanden. Am heutigen Tag stehen sogar zwei Shakes auf dem Plan, alternativ kann ich einen durch eine 600-Kalorien-Mahlzeit ersetzen. Männer dürfen übrigens an den Tagen an zwei der neun Tage 200 Kalorien mehr zu sich nehmen. Doch ich glaube, ich bleibe auch heute Abend bei meinem Shake.
Nach einem langen Arbeitstag will ich nicht noch Gemüse schnippeln müssen. Alles erlaubte „Grünfutter“, wie Spargel, Blumenkohl, Paprika, Zuckerschoten und Tomaten, sollte roh oder leicht gedämpft ohne Fett und Öle gegessen werden. Darauf habe ich null Lust. Also statt Abendessen rein mit dem zweiten Shake und vor dem Schlafengehen noch ein großes Glas Wasser.

Cleansing: Der vierte bis neunte Tag

Allmählich tritt Routine in meinen Ablaufplan ein, und ich habe mich auch an den Aloe-Geschmack gewöhnt. Heißhunger? Fehlanzeige. Nur morgens nach dem Aufstehen habe ich ein gruseliges Leeregefühl im Magen. Das Anzeichen von Hunger ist aber sofort vorbei, nachdem ich die Morgen-Ration der Gel-Kapseln mit einem großen Glas Wasser getrunken habe. Ich gönne mir jetzt immer mittags oder abends eine Mahlzeit. Mahlzeit ist übertrieben, eher ein karges Mal – etwa eine rote Paprikaschote roh, acht Stangen Spargel gekocht oder zwei Tomaten. Ohne Limit dürfte ich täglich fast ausschließlich grünes Gemüse essen, wie Salat, Brokkoli, Gurken und Spinat.
Ein Highlight für mich sind 125 Gramm Himbeeren oder 75 Gramm Blaubeeren. Was das erlaubte Obst und Gemüse gemeinsam hat: Sie alle enthalten wenig Kalorien, sind aber reich an Vitaminen, Mineralien, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen. Am fünften Tag könnte ich eigentlich schon aufhören, denn mein 2-Kilo-minus-Ziel habe ich schon erreicht. Aber ich möchte den vollen Cleansing-Effekt. Wiegen sollte man sich eigentlich nur an Tag eins und neun, weil bekanntlich das Gewicht von Tag zu Tag variieren kann, aber ich bin halt neugierig. Und ich mache weiter mit meinem Clean-Programm. Denn ich fühle mich gut – fit, energiegeladen und innerlich gereinigt. Am Ende der Kur bin ich vier Kilo leichter. Na ja, ein kleiner Puffer kann ja nie schaden. Auch das Maßband zeigt erfreuliche Resultate: 3 cm weniger Taille, 2 cm weniger Hüfte. Das Programm ist gerade für alle, die gegen ihre Corona-Pfunde angehen möchten, super!
Nachtrag: Ich habe im Nachhinein wieder ein Kilo zugenommen, aber fühle mich immer noch fit.
Margit Rüdiger schreibt auch über ihre Reisen und zwar auf ihrem Blog Culture & Cream (>>>)
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Photo Credit: Margit Rüdiger, Forever F.I.T.

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