Ready-to-speak: Woher kommt der Chunky Sneaker eigentlich?

Ready to speak: Chunky Sneakers. Ich nenne sie ‚dicke Sneaker‘, aber unter #chunkysneakers gibt es auf Instagram circa 10.000 Treffer mehr.

Der modische Klumpfuß hat es vom Laufsteg ins Café, in den Schulhof geschafft. Überraschend ist das nicht. Sämtliche Sneaker-Label lauerten darauf, dicke Sohlen wieder in Umlauf zu bringen. Denn ein Modezyklus dauert circa 20 Jahre. Dann besteht große Chance, dass Altbewährtes wieder erfolgreich wird.

Übrigens: #uglysneakers kommt auf knapp 6000 Beiträge und zeigt den gleichen Schuhtrend auf.

Fila hat mit seiner Neuauflage des ‚Disruptor‘ von 1996 jetzt wieder die Nase vorn. Doch dafür brauchte es erst einmal den ‚Dad Sneaker‘ in der Sneakerszene (Nike Air Monarch) und frischen Wind aus einem französischen Couture Haus. Der Schuh von Balenciaga kam dann eher einem Sturm gleich, der uns mitten ins Gesicht schlug: Für den ‚Triple S‘ wurde eine Laufsohle in eine Basketballsohle gesteckt und mit einer Leichtathletik-Sohle verschmolzen. Damit beherrscht der ‚Triple S‘ die für Sneaker wichtigsten Disziplinen. Das kann unser Auge vielleicht nicht auf Anhieb erfassen, aber fühlen!

Wenn uns dann noch Influencer auf Instagram vormachen, wie man derlei Schuhwerk zu Pelzmantel, klassischen Anzügen oderKleidern kombiniert, dann fehlt nicht mehr viel…

Street Styles von den Fashion Weeks

Ein Fashion Piece, das unsere Beine auf möglichst bequeme Art und Weise streckt, ist immer gern genommen. Zumindest machen wir bei der ersten Runde mit.

Die 1970er, 1990er und 2010er

Für manche war das in den Siebzigerjahren der Fall. Damals gab es zwar noch keine Plateau-Sneaker, aber Plateau-Pumps, auf denen immerhin auch Männer tanzen konnten, Abba zum Beispiel. Die Kombination aus Plateau-Absatz und Turnschuh kam später – genau, 20 Jahre danach. Es begann in Hochheim am Main, wo die Buffalo-Schuhe herkommen. Sie wurden in den Neunzigerjahren erst über die Technoszene, dann über die Spice Girls bekannt. Das war im Übrigen auch die Zeit, als wir unsere Lippen mit einem dunklen Lipliner größer mogelten und mit beigefarbenem Lippenstift ausmalten – die Hyaluronspritze der 1990er.

Ash Addict Modepilot Chunky Sneaker

Der ‚Ash Addict‘ (2018) – auch sehr beliebt

Der Schmollmund war so gängig wie die Wolkensohle aus Hessen. Dicke Lippe, breiter Schuh – das sah bei Daisy Duck noch gut aus. Die posierende Ente prägte uns in einer besonders aufnahmefähigen Phase unseres Lebens. Kim Kardashian und wir lernten: ein niedlicher Enten-Po sieht zu Quadratlatschen noch niedlicher aus. Der Yeezy-Sneaker ist mit 10 Millionen Einträgen auf Instagram sogar noch erfolgreicher als die Duckface-Schnute (4 Mio).

Ich riskiere auch lieber ne dicke Sohle. „Pump it up“, sage ich! Apropos der 1989 lancierte Reebok Pump hat sich 2014 zu einem ‚Instapump Fury‘ weiterentwickelt, mit geteilter Laufsohle, die eher einer fetten Trackingsohle gleicht. Den klobigen Schuh gibt es für das Sechsfache als Kooperationsmodell mit Vetements. Bei dem französischen Modehaus herrscht der Mann, der auch bei Balenciaga für die Entwürfe verantwortlich ist: Demna Gvasalia. Immer wieder erzählt der 37-Jährige in Interviews, dass ihn die Zeit zwischen seinem 18. und 21. Lebensjahr in Deutschland geprägt habe. Ach.

Photo By: Ash, Catwalkpictures

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