Testergebnis: Haarspitzen nach 10 Wochen „Calligraphy Cut”

Bei der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen” räumte Erfinder Frank Brormann ab. Der Friseurmeister konnte vier der fünf Investoren von seinem „Calligraphy Cut”-Werkzeug überzeugen und bekam eine Million Euro für 25 Prozent Firmenanteile, ein Rekord in der Sendung. Seine Klinge, festgeschraubt in einem bestimmten Winkel, liefert einen saubereren ‚Cut‘ als eine Friseurschere. Das belegen Aufnahmen eines Elektronen-Miskroskops (Die Bilder gibt es hier >>>). Eine Langzeitstudie brauchten die Löwen nicht.

Ist der elektronenmikroskopisch messbare Unterschied für uns überhaupt bemerkbar? Wie wirkt er sich auf unser Haar nachhaltig aus?

Noch bevor die neue Folge im September bei VOX auf Sendung ging, machte mich der Münchner Stefan Pauli vom Salon Pauli auf die Neuheit aufmerksam. Ich berichtete >>>. Im Juli startete ich den Test und ließ mir die eine Seite meiner Frisur mit der Calligraphy-Klinge schneiden und die andere Seite mit der Friseurschere.

Calligraphy Cut Messer Technik Studien Text Modepilot

Das Werkzeug für den „Calligraphy Cut” hat eine fest verschraubte Klinge im idealen Schneidewinkel

Lange Zeit merkte ich überhaupt keinen Unterschied

Mein Umfeld, das ich regelmäßig fragte, konnte auch keinen Unterschied feststellen.

Erst nach circa acht Wochen fiel mir auf der rechten Seite deutlich mehr Spliss auf.

Aufgeregt meldete ich mich bei Stefan. Wir hatten den Plan, die Haarspitzen nach zwei Monaten unterm Mikroskop miteinander zu vergleichen. Doch das war aufgrund technischer Schwierigkeiten leider nicht möglich. Das Gerät ist nur für Kopfhaut und Längen ausgerichtet – Spitzen einzufangen ist fast unmöglich und wir brauchten viele davon, damit wir eine Aussage treffen können.

Konnten Friseure einen Unterschied feststellen?

Also fragte ich herum. Vor allem wendete ich mich an Friseure, da ihre Fingerspitzen auf unterschiedliche Haarqualitäten fein justiert sind. Sie wussten vor ihrer Entscheidung, welche Seite sich besser anfühlt, nicht, welche Seite mit welchem Werkzeug geschnitten wurde. An einem Tag gewann die Calligraphen-Seite einstimmig, am anderen Tag die Scheren-Seite einstimmig – je nachdem, wie die Haare an dem jeweiligen Tag fielen oder auf welcher Seite ich zuvor schlief. Offensichtlich aber unabhängig davon, mit was sie Wochen zuvor geschnitten wurden.

Modepilot Calligraphy Cut Test Stefan Pauli Klinge Hoehle der Loewen

Nach zehn Wochen: Rechts (meine linke Seite) wurde mit dem Calligraphen und links mit der Schere geschnitten. Die Haare können am nächsten Tag aber auch schon wieder ganz anders aussehen.

Mein Eindruck, auf der einen Seite mehr Spliss zu haben als auf der anderen, war eine Momentaufnahme, an der ich festhalten wollte. War es die unterschwelliger Sehnsucht, endlich eine ‚Story‘, ein Mittel gegen Spliss gefunden zu haben?

Viele von Paulis Kundinnen möchten nur noch den Calligraphy Cut, erzählt er. Sie sagen, die Haare fühlen sich weicher an und der Schnitt (vor allem bei Bobs und Kurzhaarfrisuren) habe mehr Schwung. Ich habe für mich gelernt, dass der besondere Schneidewinkel keine größeren Auswirkungen auf mein Leben hat und ließ mir die Haare nun wieder mit der Schere schneiden. Der Friseur: „Damit bekomme ich hinten eine vollere Kante hin.” Zum Schluss nahm er für die Stufen ums Gesicht und das Ausdünnen der Mähne den Calligraphen zur Hand:

„So fein kriege ich das mit der Schere nicht hin.”

Photo By: Catwalkpictures
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