Vorschau auf das Arte Fashion Weekend

Am 28. und 30. September 2018 steht wieder die Mode im Mittelpunkt bei Arte. Unter den Dokumentationen gibt es zwei Erstausstrahlungen, die ich mir schon mal ansehen durfte: „Jean-Charles de Castelbajac – Verliere nie das Kind in Dir!” und „Die Zeichnungen des Christian Dior”.

Darüber hinaus zeigt Arte bereits am kommenden Freitag (14.09) die Dokumentation „Eine andere Mode ist möglich“. Darin heißt es über die Mode im Schlusssatz:

„Die derzeitige Krise, in der sie sich gerade befindet, ist vielleicht nur der Anfang ihrer Befreiung.”

Sehr Sehenswert! Ab 21.45 Uhr kommen dort u.a. die Trendforscherin Li Edelkoort und die niederländische Modedesignerin Iris van Herpen zu Wort. Sie und andere zeigen Alternativen zur „Fast Fashion“ auf, z.B. von Hand gewebte Jacken der Nouvelle Couture („Slow Fashion”) oder maßgefertigte Kleidungsstücke und Schuhe aus dem 3D-Drucker – das macht alles gute Laune und stimmt hoffnungsvoll, auch wenn die Stimme aus dem Off weder „Demna Gvasalia” noch „Vogue” (Wock) richtig aussprechen kann. Online ist die Doku anschließend abrufbar bis einschließlich 21. September 2018 und zwar hier auf www.arte.tv.

Li Edelkoort Modepilot Arte erstaustrahlung New Look Christian Dior

Trendexpertin Li Edelkoort in der Dokumentation „Eine andere Mode ist möglich”, rechts: Christian Diors New Look

Arte Fashion Weekend Programm

Freitag, 28.09.2018:

22.05 Uhr Dokumentation „Der Stil Balmain”

23.00 Uhr: Dokumentation „Jean-Charles de Castelbajac – Verliere nie das Kind in Dir!”, Erstausstrahlung

Sonntag, 30.09.2018

15.35 Uhr Dokumentation „British Style”

20.15 Uhr Spielfilm „Love & Friendship”, Erstausstrahlung

21.45 Uhr Dokumentation „Die Zeichnungen des Christian Dior”, Erstausstrahlung 

22.40 Uhr Dokumentation „Zum Ersten, Zum Zweiten, Zum Dritten! Das Balenciaga-Abendkleid”

Verliebt in Anne Marie Gossot

Näherin Christian Dior Modepilot arte fashion weekend Zeichnungen

Dior-Atelierleiterin Anne Marie Gossot

In der Christian Dior-Dokumentation von 2018 (Regie: Loïc Prigent) werden erstmals die Zeichnungen des Modeschöpfers aus dem Archiv geholt und Experten vorgelegt. Darunter sind Haute Couture-Näherinnen, Historiker und bekannte Modejournalisten wie Hamish Bowles von der US. Vogue. Sie erklären Linien, Silhouetten und Duktus des einflussreichsten Modeschöpfers aller Zeiten. Dior diktierte jahrelang die Mode: Er erfand ständig neue Linien, die der Tulpe etwa oder die Y-Linie, die A- oder die H-Linie. Seine Mode-Exporte machten mehr als die Hälfte ganz Frankreichs aus – kein Wunder, dass sein Name so bekannt war, dass er direkt nach Charles de Gaulle fiel.

Für den Film wurden Zeichnungen animiert. So schwingen die stoffgewaltigen Röcke plötzlich von vorne nach hinten auf dem vergilbten Blatt Papier – ganz so wie es Christian Dior mit seinen präzisen Zeichnungen zum Ausdruck bringen konnte. Eine Näherin von damals (Foto oben) verrät, dass sie sich die Kleider nachschneiderte, was zwar strengstens verboten war, ihr aber zahlreiche Verehrer verschaffte, wie sie sagt.

Wir lernen, dass Christian Dior vor allem mit dem Erfüllen von Sehnsüchten erfolgreich wurde. Es war aber auch die finanzielle Unterstützung von Marcel Boussac, einem schwerreichen Textilhersteller, der ihm alles ermöglichte: das Atelier, die Präsentationen, die Stoffzufuhr. Damals, in der Nachkriegszeit, waren Lebensmittel und Textilien streng rationiert. Viel Stoff zu tragen, galt als verschwenderisch. Entsprechend kann man den üppigen Dior-Rock – neben seiner Einladung zur Träumerei – auch als Werbemaßnahme für seinen Finanzier verstehen.

Auch erfahren wir, dass Burnout unter Modedesignern kein neues Phänomen ist. Christian Dior entwarf zehn Jahre lang wie verrückt tonangebende Kollektionen, um dann völlig erschöpft und ausgelaugt mit 52 Jahren an einem Herzinfarkt zu sterben.

Modepilot Jean-Charles de Castelbajac

Jean-Charles de Castelbajac

Maler, Modeschöpfer und Designer. Jean-Charles de Castelbajac gründete sein Label 1979, aber galt schon davor als Held der Anti-Mode.

Ich mache es kurz.

Fünf Gründe, warum man eine Dokumentation über JCDC gesehen haben muss

  • Jean-Charles de Castalbajac entwarf Roben für Papst Johannes Paul II und legendäre Kleider für Carrie Bradshaw in ‚Sex and the City‘.
  • In den 1980ern druckte er “To be or not to be”  auf einen Snoopy-Pullover
  • Arbeitskleidung in der Mode? Das gab es bei JCDC schon in den 1960ern
  • Er lässt sich von der Kunst- und Filmgeschichte inspirieren und von politischen und gesellschaftlichen Strömungen (und behauptet das nicht nur). Hier geht es zur Arte Mode Mediathek >>>
Photo By: Arte
2 Kommentare zu
“Vorschau auf das Arte Fashion Weekend”
    • Genau. Ich schaue nur noch Mediathek, wenn ich es genau bedenke: ARD, ZDF, ARTE.
      Und bitte dran denken: Am kommenden Wochenende gibt es nur am Freitag die Doku. Richtig los geht es dann erst am 28.09.
      Viel Spaß, liebe katha!

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