Cruise Collections 2019 plus Umfrage

Große Modehäuser präsentieren gerade ihre Zwischenkollektionen. Sie werden noch vor Weihnachten ausgeliefert. Damit befinden sie sich zwischen den Auslieferungen der Hauptkollektionen, die Anfang des Jahres (Sommerkollektion) und im Hochsommer (Winterkollektion) in die Läden kommen. International werden sie „Resort-” oder „Cruise Collection” genannt, aber nur bei Chanel (und vermutlich wieder bei der deutschen Vogue) sieht es tatsächlich auch nach Kreuzfahrt aus.
Bei allen anderen handelt es sich vor allem um neue Outfits für den Winter, den Weihnachtsshopping-Trip nach New York und den Silvester-Urlaub in Punta del Este oder so. Das ist ein großer Markt. Einige der Modehäuser betreiben dafür einen Aufwand, der dem der Hauptkollektionen gleich kommt. Aber das allein ist schon keine Nachricht mehr.
Längst krönen Resort-Kollektionen die voran gezeigten Winterkollektionen oder nehmen vorweg, was zwei, drei Monate später im Spätsommer für den nächsten Sommer gezeigt wird. Sie sind richtungsweisend oder liefern zumindest neue Stylingideen. Was hier auf dem Laufsteg gezeigt wird, könnte uns bald auch schon bei Zara in die Hände fallen und gefallen. Auch wenn wir es heute noch nicht für möglich halten.
Was wir davon in unsere Garderobe übernehmen werden, weiß ich noch nicht. Gucci Resort 2019

Dior, Gucci & Co.

Bei Gucci geht es wieder wild zu. Natürlich möchte keiner, wie eine Emirates-Stewardess aussehen, die sich betrunken über einen Primark-Wühltisch hergemacht hat. Hier geht es später wieder um gemäßigte Einzelteile, die wir im Laden sehen werden und, die hervorragend verarbeitet sind. Dafür müssen wir dann eben in den Laden gehen ab November.
Aber auch die anderen aus der Kreativriege halten an harten Kontrasten fest: Bei Dior sahen wir Chiuris obligatorischen von Hand bestickten Tüllrock dieses Mal zu geschnürten Gummistiefeln kombiniert. Das sieht erstaunlich nachahmenswert aus. War vielleicht die Kombination aus Dirndl und knöchelhohen Gummistiefeln vom Oktoberfest 2017 eine Inspiration dafür? Verzeiht das Münchner Selbstbewusstsein.
Wie schön wäre das, zur Abendgarderobe immer Gummistiefel tragen zu können?
Bei Fendi trägt frau eine Kombination aus Bundfaltenhose und offenem Faltenrock zu Plateau-Trekkingsandalen. Klingt nach einer Horrorvorstellung? Karl Lagerfeld und die Stylistin Charlotte Stockdale haben es so hingekriegt, dass ich damit am liebsten auf der kommenden Herrenmesse, der Pitti Uomo, in Florenz von Präsentation zu Präsentation laufen würde. Der Trendscout der Messe, Antonio Cristaudo, hat uns die Kombination aus bunter Socke und Sandale vor genau zwei Jahren vorausgesagt >>>>
Klingt komisch, sieht aber gut aus. Fendi Resort 2019
Den extrem gewölbten, dicksohligen „Archlight”-Sneaker von Louis Vuitton – haltet euch fest! – gibt es ab Winter auch als Overknee-Stiefel. Den hatte Chefdesigner Nicolas Ghesquière bei der Fashion Show für Winter 2018/19 noch zurückgehalten. Vielleicht, damit er nicht so schnell kopiert wird? Geht es jedenfalls nach ihm, so tragen wir die oberschenkelhohen Strumpfsneaker zu sehr kurzen Kleidern oder Shorts.

Louis Vuitton Archlight Boots zu Skulpturen in der Fondation Maeght

Umfrage: Bei welchem Trend macht Ihr mit? (Abstimmung unten)

Taugen Euch die sehr breiten Gürtel, die vom Hüftknochen bis zu den Rippen reichen? Sie machen aus Sackkleidern sexy Kleider, sorgen für Kontur und Haltung. Wir sehen sie z.B. in den Resort Collections von Chanel und Dior. Was haltet Ihr von den sehr dicken Gummisohlen von Fendi, Gucci und Louis Vuitton? Sie bekommen jetzt neue Aufbauten. Bei Fendi spricht man von einem Hybrid aus Sneaker, Jelly-Sandale und Maxi-Sohle. Miniröcke werden weiterhin gefeiert – so nach dem Motto „bis es der letzte Idiot begreift” (und seinen Midi-Röcken 'Adieu' sagt). Overknee-boots möchte man, wenn überhaupt, flach sehen, also so flach wie Schuhe vom Laufsteg aktuell sein können.
Neonfarbene Spitzenstrumpfhosen à la Gucci brauchen noch eine Saison, mindestens. Aber Hartgesottene können sie ja unter die zerrissene Jeans von Chanel anziehen, wo recht häufig der Kettfaden vergessen wurde. Das würde zumindest mal dem Spruch „Before it's in fashion...” gerecht werden. Oder: „Before it's in fashion, it was in the 80ies”. Echt, manchmal frage ich mich, ob es sich bei den Chefdesignern von Chanel und Fendi um den selben Karl Lagerfeld handelt.
Resort Collections 2019, v.l.n.r.: Chanel, Gucci, Prada, Louis Vuitton, Chanel

Genau mein Ding... (oder: Am ehesten noch das...)

Photos by: Catwalkpictures, Aufmacher: Erik Madigan Heck für Fendi

Kommentare

  • Hanna sagt:

    Liebe Kathrin,
    ohje, gerade die Schuhe sind aber gewöhnungsbedürftig. Dicke Sohlen gefallen mir so gar nicht, auch wenn sie eigentlich praktisch sind. Ich bin gespannt, welchen der Trends wir bei uns sehen werden!
    Hanna von HoseOnline.de
    • StephKat sagt:

      Minirock! Dicke Schuhsohle hab ich schon: Den Adidas EWT Bask trage ich rauf und runter. Habe den auch noch in weiß gekauft.

      Die Fendi-Kombi sieht wirklich cool aus. Aber die Schuhe....nee.


      • Kathrin Bierling sagt:

        Hihi, liebe StephKat. Das freut mich total!

        Wegen der Fendi-Schuhe: Kaufen und nächstes Jahr freuen, dass man sie schon hat 😉


      • Mvb sagt:

        Ich finde die Strumpfsneaker eine coole Nummer
        • Hoodie sagt:

          Die Strumpfsneaker von Chefdesigner Nicolas Ghesquière finde ich genial. Sie passen perfekt zu kurzen Röcken.
          • Katjuscha sagt:

            Danke für die betrunkene Emirates-Stewardess bei Primark! !! Soo gelacht!!
            • Bina sagt:

               🙂 🙂 🙂 Danke :-*