Basics – Wenn ich bei null anfangen müsste

Wie stelle ich sie am besten vor? Julia Werner ist die personifizierte Modeeleganz, sie ist stellvertretende Chefredakteurin der Glamour. Sie ist für mich aber vor allem meine sehr gute Freundin, mit der ich fast alles teile. Ich sehe oder höre sie zumindest täglich. Manchmal sieht man seinen besten Interviewpartner vor lauter Interview-Gesprächen nicht. Wir Modepilotinnen zermartern uns nicht selten den Kopf, wen wir als nächstes für unsere Serie „Basics – Wenn ich bei null anfangen müsste“ fragen könnten. Als dann von Barbara und Isa die Frage aufkam, warum ich eigentlich nicht Julia frage, klatschte meine rechte Handinnenfläche laut hörbar durch unsere Skype-Konferenz auf meiner Stirn auf. Ja, klar! Wenn das Gute so nahe liegt…

Ich kenne wirklich niemanden, der immer en vogue und dabei so typgerecht auf den Punkt angezogen ist wie meine Freundin Julia. Und ich weiß, wovon ich rede: Wir treffen uns nach der Arbeit, verbringen Wochenenden und Urlaube miteinander, gehen zusammen auf Essenseinladungen und große Partys. Julia ist immer passend gekleidet! Sie versteht sich, ihren Körper und die Mode. Ihr Geheimnis liegt, glaube ich, auch darin, sexy zu sein, ohne die Blicke aufs Dekolleté, einen zu kurzem Saum (sie liebt Midi-Länge!) oder hohe Absätzen zu ziehen. Wie geht das?

Mode- und Beauty-Basics von Julia Werner

Julia Werner Basics Modepilot

Julia Werner

 

1. Das Parfum

Ich benutze Fracas von Robert Piguet seit 15 Jahren und kann nicht ohne leben. Ohne mein Parfum fühle ich mich nackt. Warum ich es liebe? Weil es das Parfum in keinem Duty Free zu kaufen gibt und vor allem, weil es nicht nach Duty Free riecht. Stattdessen duftet es konsequent nach Tuberose, was polarisiert. Die einen lieben den Blumenüberfall, die anderen hassen ihn, dazwischen gibt es nichts. Alles andere wäre ja wohl langweilig.

2. Das Haarwerkzeug

Meine Haare sind Anarchisten, weswegen ich, zumindest im Winter, meine Naturlocken mit einem Glätteisen in Form bringe. Es gibt leider nur eines, bei dem man kein schlechtes Gewissen den Haaren gegenüber haben muss: das von GHD. Schon klar, Glätteisen versprechen alle das Gleiche: mit perfekter Temperatur und Super-Mega-Spezial-Keramik-Beschichtung und so. Aber keines hält sein Versprechen, außer dieser Porsche unter den Glattmachern.

3. Das Kleid

Ich bin im Herzen eine Spießerin, lebe also in Gedanken noch in den 50ern, nur stiltechnisch gesehen natürlich. Ich liebe die Eleganz von perfekt geschneiderten Kleidern und hätte ich das Geld, würde ich nichts anderes tragen! Die britische Designerin Emilia Wickstead macht im Moment die schönsten Kleider, finde ich: tailliert, aber nicht vulgär, auf Midi-Länge, aber superweiblich. Mit so einem Kleid kommt man, wenn der Kleiderschrank abgebrannt ist, ziemlich weit, weil es tagsüber im Office zu Flats genauso gut aussieht, wie abends mit High Heels.

4. Der Schmuck

Wo wir schon beim schnellen Aufstrapsen von Office-Looks sind: Ich finde, man kann gar nicht genug großen Modeschmuck besitzen und zwar am besten von Marni. Ich bin aber kein Ketten-Fan, das fühlt sich immer so nach braver Gattin an, aber ich liebe Ohrringe und zwar solche, die ganzen Theaterbühnen Konkurrenz machen. Mein aktuelles Lieblingspaar sind riesige, schwere Kreolen mit Schmucksteinen in einem Goldton. Auf die werde ich immer angesprochen – allerdings auch auf ein paar gut gemachte Modelle von J.Crew, die man sich öfters mal leisten kann.

Marni Ohrringe Modepilot Julia Werner

Ohrringe von Marni, wie sie Julia liebt und trägt

5. Das Bustier

Nichts verleiht einer Frau mehr Haltung als eine Korsage. Aber sie darf natürlich nicht nach Mittelalter-Magd aussehen, sondern nach Monica Bellucci, weswegen es eigentlich nur eine gute Adresse für dieses rare Kleidungsstück gibt: Dolce & Gabbana, mein ewiges Lieblingslabel für schwarze Witwenkleider und alles, was man sonst noch so braucht. Die Pencil Skirts mit hoher Taille sind sehr als Basic zu empfehlen, aber das Investment in eine Korsage ist noch cleverer: Man kann sie pur zu einem Rock tragen oder am Tag über einem Hemd.

6. Die Jeans

Ich bin kein Hosen-Typ, obwohl ich die Hosen-Typen in ihren superschmalen Balenciagas sehr beneide! Aber um nicht als sonderbar zu gelten, weil man nur Röcke trägt, zwinge ich mich manchmal in eine Jeans und zwar in die „Marrakesh“ von Made in Heaven (M.i.h Jeans). Keine sitzt so gut an Frauen mit Kurven wie diese. Das kann ich aus Erfahrung sagen.

7. Der Schuh

Ich glaube, ich kann behaupten, die erste Frau Deutschlands zu sein, die die spitzen, geschnürten Ballerinas von Aquazzura getragen hat, und zwar ganz einfach, weil ich sie in ihrem Geburtsjahr direkt aus dem Atelier von Edgardo Osorio, dem Aquazzura-Designer, mitgenommen habe. Jetzt haben sie alle, ob in echt oder nachgemacht, aber das ist mir egal, weil kein Schuh flexibler ist: Geht. Zu. Allem. Sogar im Winter mit blickdichten Strümpfen.

Weil ich sehr groß bin, bin ich immer verzweifelt auf der Suche nach High Heels, die nicht zu high sind (weil es da oben doch sehr einsam wird), die aber nicht spießig wirken. Auch solche kann Edgardo am besten: Sandalen mit 7,5 Zentimeter-Absatz. Ich würde wahrscheinlich mit schwarz anfangen und dann mit ein paar Farben ergänzen.

8. Das Trockenshampoo

Noch so etwas, ohne das ich nicht leben kann: Trockenshampoo von Klorane. Das benutzt auch Karl Lagerfeld und er hat Glück, dass er in Paris lebt: Bei uns in Deutschland wurde es nämlich aus dem Apothekenprogramm genommen. Deswegen kaufe ich es im Dutzend, wenn ich in Frankreich bin. Was ist daran so toll? Ganz einfach: es duftet sauber, macht die Haare nicht stumpf – und es gibt eine Variante für brünettes Haar. Weiße Rückstände, ade! Man kann ja nicht jeden Tag die Haare waschen und glätten, selbst mit GHD nicht. (Anm. d. Red.: Kann man hier z.B. online bestellen >>>)

klorane Trockenshampoo Modepilot Julia Werner

Auf dieses Trockenshampoo von Klorane schwören Julia und Karl Lagerfeld

9. Die Tasche

Handtaschen langweilen mich ein bisschen. Die letzte, für die ich mich so richtig begeistern konnte, war die MUSE von Yves Saint Laurent und das ist schon mehr als ein Jahrzehnt her. Meine absolute Lieblingstasche ist die Mochila, dieses bunt gehäkelte Hippie-Teil aus Südamerika. Sie begleitet mich und mein Sommerkleid an warmen Tagen überallhin, auf Reisen durch Indien genauso wie ins Strandbad am See. Keine Tasche auf der Welt macht so gute Laune!

10. Der Sneaker

Turnschuhe sind meine Hassliebe. Ich finde sie an allen anderen supertoll, aber ich selbst fühle mich darin wie ein Elefant. So unelegant! Aber man braucht natürlich Schuhwerk für schwache Tage. Der Turnschuh, mit dem ich in Frieden leben kann, ist der Klassiker von Superga. Schmal und unauffällig, aber gerade klobig genug, um noch als Sneaker durchzugehen.

Photo By: Andreas Ortner
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