Vorsicht Filler! Das gilt es zu beachten

Filler können sich im Gesicht falsch ansammeln? Für unsere neue Reihe zu gängigen Beauty-Mythen (z.B. auch Botox, Wirksamkeit von Anti-Aging-Cremes) haben wir Dr. Patricia Ogilvie befragt. Die Hautärztin – mit zwei dermatologischen Praxen in München (www.skin-concept.de) – unterspritzt sich gelegentlich selbst Hyaluronsäure.

Beauty Mythen aufgeklärt

Mythos: Filler können sich über die Zeit unschön an ungewünschten Stellen im Gesicht sammeln.

Dr. Ogilvie: „Filler sind eine große Gruppe von Materialien sehr unterschiedlicher Herkunft und Qualität! Leider sind vor allem in Deutschland Produkte im Vertrieb, die von äußerst sinistren Quellen in Umlauf gebracht werden. Zudem sind die Voraussetzungen an die ärztliche Qualifikation, um eine Fillerbehandlung machen zu dürfen, unverständlich locker. Sogar Heilpraktiker ohne jegliches medizinisches Fachwissen machen sich nicht strafbar, wenn sie Filler an Patienten verwenden. Daher kann es auch ohne Weiteres passieren, dass sich das Material ungeplant bewegt und sich an nicht gewünschten Stellen sammelt. Die allerwichtigste Regel für interessierte Patienten muss daher sein, sich zunächst sorgfältig von der speziellen Qualifikation des Facharztes (Dermatologe, Plastischer Chirurg) zu überzeugen.

Danach sollte erfragt werden, welches Material zur Anwendung kommt. Eine gute Leitlinie bietet hier die amerikanische Zulassungsbehörde, die Filler wie Arzneimittel mit einer Food and Drug Administration-Zulassung versieht. Nur 8 Hyaluronsäurefiller haben derzeit eine gültige FDA-Zulassung. In Deutschland werden aber circa 200 verschiedene Produkte vertrieben! Leider treffen hier auch meist die minderwertigen Materialien auf die schlecht qualifizierten Anwender. Gut in der Anwendung von Fillern ausgebildete Ärzte, welche auch höhere Preise für die Therapie verlangen können, haben sich in der Regel den qualitativ hochwertigen Materialien verschrieben. Die Firmen mit drittklassiger Ware beliefern die kleineren Kunden. So entsteht eine explosive Mischung aus Inkompetenz und minderwertiger Produktqualität! Ein Preis unter 500 Euro für eine Faltentherapie mit Filler sollte von vornherein stutzig machen, hier kann kein FDA zugelassenes Material aus seriöser Quelle zum Einsatz kommen!“

Dr.Patricia Ogilvie Modepilot

Dr.Patricia Ogilvie

Mythos: Filler oberhalb der Lippe machen einen eine dicke Oberlippe, genannt „duck face“.

Dr. Ogilvie: „Eine gelungene, typgerechte Lippenbehandlung mit einem Hyaluronsäure Filler ist von außen nicht als solche erkennbar! Nur die schlecht gemachten, anatomisch falsch platzierten fallen überhaupt auf. Eine gute Lippenbehandlung ist ein Cocktail aus Geschmack und Gespür des Behandlers, der Wahl des richtigen, hochwertigen Materials und dem technischen Können und anatomischen Wissens des Arztes. Der häufigste Fehler ist ein direktes Einspritzen des Materials in das Lippenrot. Hierbei entsteht eine pralle, zu glatte („Schlauchboot“-artige) Oberlippe, die über die Unterlippe hervorsteht. In aller Regel erfordert ein gekonnter Lippenaufbau eine Platzierung des Materials hinter den Muskel, damit das Lippenrot von innen nach aussen evertiert wird, ohne die natürliche Profilierung der Lippe zu verändern.

Wie man den richtigen Arzt findet? Unbedingt Vorher/Nachher-Bilder (direkt aus dem Fotosystem des Behandlers – nicht irgendwelche Kopien!) zeigen lassen. Auch hier sollte man immer nach dem Material und der Begründung für diese Wahl fragen.

Auf der Rechnung (die übrigens immer die Therapie und das Material getrennt ausweisen MUSS, außerdem mit Mehrwertsteuer gekennzeichnet sein muss) ist auch für die kommenden Jahre das verwendete Material nachvollziehbar. Gute, seriöse Hersteller versehen ihre Hyaluronsäure Filler außerdem mit Chargenaufklebern (ähnlich wie bei Impfstoffen), die vom Arzt in den Behandlungspass geklebt werden können. Unbedingt danach fragen!“

 

Photo By: Dr. Ogilvie

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