Der Sprung ins Luxusbecken

"Alles eine Frage des Marketings" könnte man meinen und sicherlich trifft es auch auf das ein oder andere Label zu. Dennoch muss ich sagen: Einige unserer sogenannten bekanntesten deutschen Stores erkennen gar nicht das Potential von so manch einem Etikett mit der Aufschrift "Made in Germany". Denn meist schaut man auf das, was die internationalen Fashion Weeks so hergeben. Frei nach dem Motto: "Du warst in Paris präsent, dann sollte ich mir deine Kollektion mal anschauen."

Anders bei Nils Dunkel. Seine T-Shirts mit Animal-Prints waren vom ersten Tage an geliebt und hier zu Lande von der Internet-Community gefördert. Er sah nicht nur hübsch aus. Nein. Trotz seines bubenhaften Charmes überzeugte er. Seine über und über in Farbe gedonnerten Werke und ebenso seine Website lassen einen schnell in der Welt des Monsieur Dunkel verlieren.

Wenn ich das so richtig in Erinnerung habe, waren es sogar Blogger (LesMads?), die ihn als Erstes aufführten. Dann kam die Projektgalerie während der Berliner Fashion Week. Die Website erhielt einen neuen Anstrich. Und dann kam Quartier206. Bang! Boom! Ungefähr zeitgleich hatte er eine PR-Agentur im Rücken.

Stores wie Mientus ziehen nun nach und nehmen die Kreationen ins Sortiment auf. Wie wichtig solche Verkaufsorte sind, mag dem einfachen Kunden gar nicht bewusst sein. Jedoch sind Stores sowas wie das zweite Gesicht von PR-Agenturen. Schließlich kauft des Inhabers Einkäuferin nur das, wohinter man auch stehen kann und/oder was das Zeug zum Kassenschlager hat. Hilfreich sind natürlich auch die Veröffentlichungen in Hochglanzmagazinen. Hatte es die Vogue ein paar Mal auf ihren Seiten, scheint der Weg auf eines der begehrten Store-Regale geebnet. Eben dort -bei Mientus- wo nun auch Nils Dunkel vozufinden ist. Die vertretenen Marken des 5-Filialen-Berliners mit Hamburger Dépendance lesen sich wie folgt:

BALMAIN

BLAUER

BOTTEGA VENETA

BR.UNO

CANADA GOOSE

CLOSED

DIOR

DOLCE & GABBANA

D&G

DR. MARTENS

DSQUARED?

DSQUARED? GLASSES

DSQUARED? WOOD

ESCENTRIC MOLECULES

FRED PERRY

GERMAN GARMENT

GUCCI

JOHN VARVATOS

LANVIN

MAISON MARTIN MARGIELA

MARC JACOBS

MONCLER

NILS DUNKEL

PAUL SMITH

POPISSUE

PRADA

PRADA SPORT

PRADA GLASSES

STONE ISLAND

THE SAME GUY

TOM FORD GLASSES

TRUE RELIGION

Y-3

Das dort zwischen 'M' und 'P' nun auch das Label mit dem Buchstaben 'N' vorzufinden ist, finde ich angemessen. Und hier kann ich mir auch den Spruch "So fördert man junge Designer aus Deutschland" nicht verkneifen. Welcher Abschlussstudent wünscht sich schließlich nicht, seine Arbeiten zwischen Balmain und Margiela aufgeführt zu sehen.

"Mientus/Dunkel"-Journal

Art Projetct

designed by Nils Dunkel & Max Paul

Ansichtssache!? Nein. Fakt! Denn der kreativen Ader hin oder her: Letztlich liegt es dann neben der Pressearbeit eben doch am Einkäufer der Luxus-Stores.

Photos: via NilsDunkel.de

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